Raspberry Pi: Overclocking/Übertakten ohne Garantieverlust

27 Aug
27. August 2013

Der Prozessor des Raspberry Pis ist standardmäßig mit 700 Mhz getaktet. Dass einem damit recht schnell ein Ende im Bezug auf Performance gesetzt ist, merkt man spätestens, wenn man unter Raspbian mehr als eine größere Anwendung am laufen hat. Jedoch lässt sich der Raspberry Pi mittels ein paar Parmetern in /boot/config.txt einfach übertrakten, wie ich im Artikel Overclocking/Übertakten in Raspbian beschrieb. Jedoch unter Verlust der Garantie.

Seit einiger Zeit gibt es jedoch seitens der Raspberry Pi Foundation die Möglichkeit unter Raspbian den Raspberry Pi ohne Garantieverlust auf bis zu 1 Ghz zu übertakten. Wie das ganz einfach geht, beschreibe ich in folgender Anleitung.

Voraussetzung: Raspbian oder vergleichbare Distribution installiert

Step 1

Zunächst öffnen wir mittels folgendem Kommando das Raspberry Pi Software Configuration Tool.

sudo raspi-config

Step 2

Dort wählen wir den Punkt Overclock an und bestätigen, dass wir den Hinweis zur Verkürzung der Lebensdauer des Raspberry Pis gelesen haben. Daraufhin können wir wählen, wie stark wir den Raspberry Pi übertakten möchten. Ich kann den Modus High empfehlen. Von Turbo kann ich abraten, da es ohne Netzteil mit mind. 5V 1500mA teilweise zu Instabilitäten kommt. Die Wahl kann mittels einem einfachen Enter bestätigt werden.

Step 3

Zurück im Hauptmenü verlassen wir das Tool indem wir zu Finish navigieren. Die Frage, ob der Raspberry Pi neugestartet werden soll, bejahen wir, da die Übertaktung erst nach einem Neustart wirksam wird.

Fertig! Nun haben wir den Raspberry Pi ordentlich übertaktet, ohne unsere Garantie zu verlieren. Die Ankündigung mit der Aussage, dass die Garantie bei dieser Art der Übertaktung nicht verloren geht, findet ihr auf Raspberrypi.org.

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22 Antworten
  1. BenjaminG says:

    danke !

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  2. weissertiger2 says:

    Hallo Jan Karres

    Vielen dank für die Info. Bezüglich dem ausführen von sudo raspi-config:
    Kann dies auch via SSH Client Putty geschehen?

    Bin mir nicht sicher ob das umfangreiche Menü via SSH dargestellt wird. Und Probieren ist immer so ne Sache..
    Bin lieber vorsichtig.

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  3. anno-nymus says:

    Super !

    So muss das sein. Gut erklärt !

    Danke \m/

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  4. Manni says:

    Vielen Dank für dieses kurze tutorial 🙂 und natürlich auch all die anderen, die mir sehr stark bei der Einrichtung des. Pis geholfen haben.

    Aber ich hätte eine Frage: ab wann sollte man sich eine Kühlung auf den pi bauen?

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    • Jan Karres says:

      Ich denke wenn die Temperatur sich konstant über ca. 53°C ist und man den Raspberry Pi im 24/7 Betrieb laufe lassen möchte sollte man es sich schon überlegen. Wie man die Temperatur ausließ habe ich in dem Artikel Betriebstemperatur auslesen beschrieben.

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  5. Jörg says:

    Hallo, super Seiten über den RaspberryPi hast du da, alles klasse beschrieben und es funktioniert. Danke!

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  6. pir187 says:

    Hi Jan,

    ich habe mich heute auch mal an’s Übertakten gewagt, nachdem der „High“-Modus von mehreren Quellen als stabil bezeichnet wurde. Das Set Kühlkörper, welches oft als Voraussetzung oder Weg zur Verbesserung der Stabilität genannt wird, hatte ich meinem Pi gleich von Beginn seiner Betriebszeit an – in Erinnerung an meine früheren Tage als PC-Übertakter 🙂 – spendiert.
    Interessiert war ich am Übertakten, um meiner owncloud noch etwas mehr Power zu spendieren, vor allen bei der Nutzung per Browser. nginx und php5-fpm leisten nach diversen Optimierungsschritten wie der Aktivierung der gzip-Komprimierung schon gute Dienste.
    Und ich bin wirklich überrascht! Der Unterschied ist IMHO merklich vorhanden. Beispielsweise lädt der Kalender in der Monatsübersicht schneller, und die Kontaktliste wird ebenfalls zügiger aufgebaut. Ich bin wirklich überrascht und kann die 25% Geschwindigkeitsvorteil zwischen 700 und 950 MHz, die teilweise in Benchmarks ermittelt wurden, subjektiv bestätigen. Ich könnte mir vorstellen, dass z.B. die gzip-Komprimierung von der erhöhten Arbeitstaktung profitiert.

    Da die Erhöhung der Taktfrequenz nur bei Last erfolgt und außer der owncloud nichts weiter Tragisches auf dem Pi läuft, fürchte ich nicht, dass er demnächst mit Hitzeschaden aus dem Leben scheidet. Daumen hoch, klasse Sache!

    VG, pir187

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  7. David Skx says:

    Moin,

    ich nutze RaspBMC auf meinem Pi. der Befehl „sudo raspi-config“ existiert dort leider nicht. Gibt es eine Alternative?

    Grüße!

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  8. Robert says:

    Hey!
    Habe mich auch mal ans Übertakten gewagt.
    Habe die „High“-Methode gewählt.
    Leider zeigt mir mit „vcgencmd measure_clock arm“ der Raspi „700000000“ an. Da scheint wohl was nicht geklappt zu haben.
    Weisst du, woran das liegen könnte?

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  9. Jan says:

    Ich habe meinen RasPi mit der 950MHz / 6 Volt – Option über raspi-config hochgetaktet. Mit mumin sehe ich, dass die 950 MHz durchgängig getaktet sind. Betreibe ich hingegen den RapPi nicht am Netzadapter, sondern am USB des Rechners, gibt es immer wieder Rückschläge auf 750 MHz.

    Die Temperatur bleibt immer unter 50 Grad, unabhängig vom Takt.

    Jedoch: unabhängig von der Stromquelle beträgt die Spannung immer nur 1,3 V, mit häufigen Drops auf 1,2 V. Hier hätte ich gem. der raspi-config-Einstellung 6 V erwartet. Das ist vielleicht auch der Grund für die niedrige Temperatur und dafür, dass man diesen hohen Takt überhaupt fahren kann ohne Garantieverlust.

    Kühlelemente würden da wohl auch keinen Sinn mehr machen, oder?

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  10. Pitter says:

    Funktioniert die genannte Möglichkeit auch am Pi 2?

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    • Jan Karres says:

      Für den Raspberry Pi 2 gibt es an dieser Stelle eine eigene Auswahlmöglichkeit. Der Artikel wird in Kürze auch dahingehend überarbeitet.

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  11. Max says:

    Ich hatte meine Raspi bereits übertaktet und er hat je nach Bedarf schön dynamisch ab und zu hochgetaktet. Seit letzte Woche Donnerstag allerdings läuft er fast durchgehend übertaktet und geht nur ab und zu auf 700 runter. Blöd erweise habe ich an dem Tag zu viele Updates und Änderungen gemacht das ich nicht darauf komme. Aktuell sehe ich auch nur das btsync und fhem CPU Zeit brauchen. Dabei aber auch nur bis 2% oder so. Meine fhem sysmon Tagesübersicht zeigt mir Peaks bis maximal bis 5% und paar wenige bei denen Übertakten sinvoll wäre. Kann es sein das sich der Threshold geändert hat? Kann man den ohne Garantieverlust anpassen? Ansonsten war das übertakten vorher eine klasse Geschichte. Geht jetzt allerdings auch unkoordinierter auf die Temperatur – wenn auch noch im Limit

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  1. […] mehr Leistung aus diesem rausholen. Wie dies funktioniert, erklärte ich bereits in dem Artikel Overclocking/Übertakten ohne Garantieverlust. Step […]

  2. […] auf dem Raspberry Pi – jedoch mit Maß und Ziel. Gute Erfahrungen machte ich, wie im Artikel Overclocking/Übertakten ohne Garantieverlust beschrieben, mit der Einstellung High unter Raspbian. Dabei übertaktet man auf 950MHz ARM, 250MHz […]

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