Raspberry Pi: Starter-Kit für den optimalen Einstieg

18 Sep
18. September 2014

Der Raspberry Pi Minicomputer bietet unglaublich viele Möglichkeiten und es gibt für diese Platine derweil diverses Zubehör, dessen Fülle Anfänger zum Einstieg durchaus zum Kauf von Produkten verleiten kann, die nicht unbedingt sinnvoll sind oder notwendig wären. Ich bastle bereits seit über drei Jahren mit dem Raspberry Pi, habe in diesem Blog weit über 150 Artikel zu dem Wunderwerk geschrieben und in dieser Zeit auch zahlreiche Hardware ausprobiert, wobei ich mich hier immer darauf besinnt habe, nur benötigte Hardware dauerhaft zu verwenden. Im folgenden Artikel werde ich einige Hardware vorstellen, womit ich gute Erfahrungen gemacht habe und mit der sich ein Start-Kit für den optimalen Einstieg nach den eigenen Bedürfnissen zusammenstellen lässt.

Welcher Raspberry Pi eignet sich für was?

Die erste Frage ist, welches der Raspberry Pi Modelle sich für den Einstieg eignet. Wir beschränken uns auf den Raspberry Pi Model B+ (erste Generation), den Raspberry Pi 2 Model B (zweite Generation) und den Raspberry Pi 3 Model B (dritte Generation). Andere Varianten wie die A-Modelle oder das Compute Module, die für speziellere Anwendungsfälle gedacht sind, lassen wir außer Acht. Das Model B war das klassische Modell unter den Raspberry Pis, wofür es zahlreiche Erweiterungen gibt. Dessen Nachfolger B+ ist die letzte Ausgabe der ersten Generation des Raspberry Pis und bietet Verbesserungen im Detail. Insbesondere die vier anstatt zwei USB-Anschlüsse und die noch geringere Leistungsaufnahme ist interessant. Seit Januar 2015 gibt es den Raspberry Pi 2 Model B. Im Vergleich zum Model B+ wurde der Arbeitsspeicher verdoppelt und der Prozessor ist deutlich leistungsstärker. Auf Grund dessen, dass sich das Layout der Platine kaum verändert hat, sind die meisten Gehäuse und Erweiterungen des B+ mit dem neueren Modell kompatibel. Im Februar 2016 wurde dieser wiederum von der dritten Generation und dem Raspberry Pi 3 Model B abgelöst, der eine weitere Leistungssteigerung, einen 64-Bit Prozessor, integriertes WLAN wie auch Bluetooth und Verbesserung im Detail bietet. Einen Artikel mit einem detaillierten Vergleich zum Raspberry Pi 2 Model B und Raspberry Pi 3 Model B findest du in meinem Blog.

Wenn man den Raspberry Pi um weitere Boards über die GPIO-Schnittstelle erweitern möchte, sollte man darauf achten für welches Modell diese kompatibel sind und ggf. doch einen Blick auf das ältere Model B werfen. Wer jedoch keinen ganz speziellen Anwendungsfall hat, der sollte sich den Raspberry Pi 3 Model B zulegen. Preislich sind die Modelle im Nennpreis und in der Praxis etwa gleichauf.

 

Braucht der Raspberry Pi ein Gehäuse?

Nicht zwingend. Dem Minicomputer macht Staub eher weniger etwas aus, und wenn er in einer Ecke liegt, in der er nicht der Gefahr größere Stöße abzubekommen ausgesetzt ist, kann man das Gehäuse getrost weglassen. Hübsche Gehäuse gibt es jedoch auf jeden Fall schon. Nicht die billigsten, jedoch meiner Meinung nach hochwertig verarbeitete und optisch richtig schön sind die Gehäuse von PiBow. Wenn das Gehäuse mehr funktional als hübsch sein soll, sind die ModMyPi Gehäuse oder das Gehäuse der Raspberry Pi Foundation zu empfehlen. Bei all diesen Gehäusen ist darauf zu achten diese für den richtigen Raspberry Pi zu kaufen, da sich von Model B zu B+ die Platine so verändert hat, dass andere Gehäuse benötigt werden. Hier gilt, dass Gehäuse für den B+ in der Regel auch zum Raspberry Pi 2 Model B passen. Viele dieser Gehäuse passen auch auf dem Raspberry Pi 3 Model B, jedoch wurde in der dritten Generation die Platine leicht angepasst, weshalb man um auf Nummer sicher zu geben die Angaben des Herstellers beachten sollte.

Raspberry Pi Model B+:

  • PiBow Rainbow
  • PiBow Ninja
  • PiBow Coupé
  • ModMyPi Schwarz
  • ModMyPi Transparent
  •  
    Raspberry Pi 3 Model B:

     

    Welches Netzteil benötigt der Raspberry Pi?

    Alle drei Modelle benötigen ein 5V Micro-USB Netzteil, wobei sich die Polyfuse zwischen Model B und dessen Nachfolgern geändert hat. Die Polyfuse des Model B lässt 1 A durch, wohingegen das Model B+ und neuer mit seinen vier USB-Anschlüssen eine 2A Polyfuse verbaut hat. Seit dem Raspberry Pi 3 Model B sind sogar 2,5 A empfohlen. Dies ist folglich die maximale Stromstärke, die diese Modelle verarbeiten werden. Jedoch haben die Netzteile Verlustleistungen, weshalb es sich empfiehlt für einen stabilen Betrieb ein Netzteil mit der entsprechenden maximalen Stromstärke zu verwenden.

     

    Die richtige SD-Karte für den Raspberry Pi

    Als Speichermedium für u.a. das Betriebssystem verwendet der Raspberry Pi eine SD-Karte (Model B) bzw. eine microSD-Karte bei allen neueren Modellen. Dabei soll man jedoch ein Augenmerk auf die Geschwindigkeit der SD-Karte legen, da man eine verminderte Performance durch eine langsame Karte beim Basteln durchaus spürt. Außerdem sollte die Karte auch qualitativ hochwertig sein, da auf diese häufig gelesen und geschrieben wird. Angegeben wird die Geschwindigkeit mit der Class Angabe und auch mit der Spezifikation UHS. Die SD-Karte sollte für eine optimale Leistung Class 10 bzw. UHS-I sein, wobei es vereinzelte Karten dieser Bauart gibt mit denen der Raspberry Pi Probleme hat. Außerdem muss die SD-Karte mindestens 4GB groß sein, wobei ich zur Installation mehrerer Anwendungen 8GB als Minimum empfehlen kann. Teilweise hat der Raspberry Pi mit Karten von 64GB und mehr Probleme, weshalb man sich auf 32GB beschränken sollte. Folgende Karten (Serien) habe ich selbst bereits in Verwendung gehabt, wobei mir das beste Preis-Leistungs-Verhältnis die SanDisk Ultra Reihe brachte. Wenns möglichst günstig sein sollte ist die Transcend Premium Serie zu empfehlen.

    SD-Karten für Model B:

     
    microSD-Karten für Model B+, 2 Model B und 3 Model B:

     

    Netzwerkkabel oder WLAN-Stick für den Raspberry Pi?

    Zuletzt benötigen wir noch die Möglichkeit den Raspberry Pi am Netzwerk anzuschließen. Dazu empfiehlt sich am besten ein einfaches Ethernet-/LAN-Kabel, da es die stabilste Übertragung bietet und einfach nur angeschlossen werden muss. Häufig hat man hiervon auch noch eines beim Router oder in der Altkabelsammlung rumfliegen. Falls eine kabelgebundene Verbindung aufgrund des Platzes an dem der Raspberry Pi aufgestellt werden soll nicht in Frage kommt, hat der Raspberry Pi 3 Model B ein integriertes WLAN-Modul. Alternativ muss man bei den WLAN-Sticks darauf achten, dass diese Treiber für den Raspberry Pi bieten. Außerdem muss der WLAN-Stick auf dem Raspberry Pi eingerichtet werden, wozu man im Internet inzwischen zahlreiche Anleitungen für die unten genannten Sticks findet. Ich kann den Edimax EW-7811Un eher als den nicht wenig verbreiteten The Pi Hut USB-WLAN-Adapter empfehlen, da dieser eine bessere Sendeleistung erbringt.

    Ethernet-Kabel:

    WLAN-Sticks:

     

    Damit ist die Grundausrüstung für den Raspberry Pi zusammengestellt und das Basteln kann losgehen. Natürlich gibt es noch weitere Hardware wie das Raspberry Pi Kamera Modul (pi3g) oder diverse Erweiterungsboards. Diese sollte man sich meiner Meinung nach jedoch erst kaufen, wenn man ein konkretes Projekt vor Augen hat, welches man umsetzen möchte.

    Und nun bleibt mir nur noch viel Erfolg beim Start mit dem Raspberry Pi zu wünschen und wenn das Gerät eingetroffen ist, würde ich mich freuen dich beim Lesen einer meiner zahlreichen Raspberry Pi Artikel zu erwischen 😉

    Dieser Artikel wurde am 12. Mai 2016 überarbeitet.

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12 Antworten
  1. petit_miner says:

    Ich kann nur sagen der Pi Hut Wlan Stick ist sehr schlecht er wird zwar out of the box unterstützt aber die Reichweite ist Hölle.
    Eine Wand und schon nur noch 15% Signalquali.
    Meine besten Erfahrungen habe ich mit dem Fritz Wlan stick N gemacht man muss nur einen Treiber installieren und los gehts.

    Antworten
    • Jan Karres says:

      So negativ war meine Erfahrung mit dem Gerät nicht, wobei ich dir zustimme, dass die Sendeleistung nicht die Beste ist. Habe ich am Artikel noch erwähnt.

      Antworten
  2. Alexander says:

    Zum Thema Netzteil: Das „normale“ B-Modell hat eine 1A Polyfuse nach dem Micro-USB-Eingang. Daher wird alles darüber in Wärme umgewandelt. Ein NT, das wirklich 1A leistet ist hier also ideal. Das B+-Modell hat soweit ich weiß eine 2A Sicherung, hier kann man also ein größeres NT nehmen, damit man auch WLAN-Stick usw. problemlos am Pi direkt betreiben kann.
    Ich selbst nutze bei einem Pi (Modell B mit 256MB RAM) ein 700mA NT, da der Pi nicht übertaktet wurde und keine USB-Geräte dranhängen. Damit läuft er seit über einem Jahr stabil.
    Bei meinem 2ten Pi nutze ich einen aktiven Hub mit 2A NT. Daran habe ich neben dem Pi noch einen DVB-T-stick, einen WLAN-Stick sowie die Stromversorgung für das Breadboard hängen. Hat den Vorteil, dass hier die gelieferten 2A auch wirklich genutzt werden können.

    Antworten
    • Jan Karres says:

      Danke für den Hinweis Alexander. Ich habe das Thema noch einmal recherchiert und den Artikel entsprechend angepasst.

      Antworten
    • Jo Hannes says:

      Hallo zusammen.
      Ihr könnt ohne weiteres auch ein größeres Netzteil verwenden.
      Die Polyfuse, auch selbstheilende oder selbstrückstellende Sicherung genannt, verhindert lediglich einen größeren Strom als ihren Nennwert (beim B-Modell 1A, beim B+ 2A). Wichtig hierbei: der Strom wird keinesfalls auf den Nennwert begrenzt, sondern auf viel weniger. So das der Eindruck entsteht, die Sicherung hätte abgeschaltet.
      Ein größeres Netzteil hat noch einen großen Vorteil: wird es nicht an der Leistungsgrenze betrieben, bleibt es wesentlich kälter.

      Antworten
  3. Alex says:

    Hallo zusammen,

    ich habe gelesen, dass empfohlen wird, wenn man noch eine USB-Festplatte anschließen möchte, dass man sich noch einen aktiven USB-Hub besorgen soll.
    Ist das wirklich notwendig?
    Ich habe vor eine 2,5″ Platte an den Pi an den USB Port zu hängen.
    Reicht dafür die Stromversorgung über das Netzteil nicht aus? (Ich möchte mir den Raspberry Pi 2 Modell B mit einem 2A Netzteil kaufen?

    Danke!

    Antworten
    • Jo Hannes says:

      Hi,

      kritisch ist bei Festplatten immer der Anlaufstrom. Der liegt üblicherweise bei ca. 0,5 Ampere.
      Es kann, wenn Du nicht noch viele andere Verbraucher am Pi hängen hast, funktionieren.
      Aber: für einen sicheren Betrieb (z.B. auch bei kalten Festplatten) würde ich die Festplatte immer fremdversorgen. Also entweder, wenn möglich, an separates Netzteil anschließen oder der angesprochene aktive Hub (was andere Probleme mit sich bringen kann) oder die verbreitete „Pfuscherlösung“ mit einem Y-Kabel (ein zusätzlicher Anschluß nur zur Versorgung der Festplatte).

      Hoffe, ich konnte helfen.
      Gruß, Johannes

      Antworten
  4. Wilfried says:

    Zum Thema Netzteil: ich habe seit einiger Zeit einen Pi3 als Foto Server (Picapport) mit eines externen Festplatte (IDE) laufen. Meine Idee war, den Pi3 vom Netzteil der externen Festplatte mitversorgen zu lassen und suchte nach sauberen 5V. Ich fand leider nur 5,3V im Betrieb und beim Anlaufen der Festplatte bis zu 8V mit einem Voltmeter gemessen, also vermutlich kurzzeitig noch mehr.
    MeineFrage: Kann man diese Anlaufspannung dem Pi3 zumuten? Hat damit jemand Erfahrung?

    Antworten
    • Johannes says:

      Hallo Wilfried,

      wenn eine Spannung im Leerlauf so stark variert, sieht das stark nach einem ungeregelten Netzteil aus.
      Finger weg, Dein Pi wirds Dir danken.

      Gruß, Johannes

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      • Wilfried says:

        Vielen Dank, Johannes.
        Ich werde weiter über einer Lösung brüten, aber erst mal Deinen Rat befolgen.
        Gruß, Wilfried

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  2. […] starten, solltest du dir überlegen was du dafür wirklich brauchst. In meinem Blog findest du eine Raspberry Pi Starter-Kit Empfehlung in der ich dir zeige was du wirklich brauchst und was du zum Einstieg in die Welt des Raspberry Pi […]

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