Raspberry Pi: Wake on LAN (WoL) einrichten

09 Mai
9. Mai 2015

Der energiesparsame Raspberry Pi ist ein guter Rechner um im 24/7-Betrieb kleine Aufgaben zu erledigen. Dennoch scheint bei manchen Nutzern der Wunsch zu bestehen für ihn Wake on LAN (WoL) einzurichten und ihn somit aus der Ferne hochfahren zu können. Ich habe mich mit dieser Thematik beschäftigt und vorab sei gesagt, dass Wake on LAN bei dem Raspberry Pi nicht möglich ist. Dennoch möchte ich erläutern aus welchen technischen Zusammenhängen dies der Fall ist.

Mit dem Tool ethtools ist es möglich die Funktionalität der installierten Netzwerkkarten zu überprüfen. Im Falle des Raspberry Pis haben wir den darauf angebrachten Ethernet, der theoretisch für Wake on LAN verwendet werden könnte.

Das kleine d (disabled) bedeutet, dass die Funktion softwareseitig ausgeschaltet ist. Die Angabe pumbag sind verschiedene Parameter, welche die Netzwerkkarte unterstützt. Man könnte die Funktionalität also aktivieren, würde jedoch bei einem Test bemerken, dass WoL trotzdem nicht funktioniert.

Der Grund für dieses Verhalten liegt in der verbauten Hardware. Der Ethernet-Port des Raspberry Pis ist intern über den USB 2.0 Hub angeschlossen. Das hat zur Folge, dass die Netzwerkkarte nicht direkt mit Strom versorgt ist, was für die Wake on LAN Funktionalität jedoch zwingend benötigt wird.

Eine Alternative wäre eine aus der Ferne steuerbare Steckdose, die den Raspberry Pi ein- und ausschalten kann. Praktisch ist das jedoch nicht wirklich sinnvoll, da diese wahrscheinlich annähernd so viel Strom wie der Raspberry Pi selbst benötigen würde. Wenn alle vier Kerne des Raspberry Pi 2 Model B unter Last laufen, benötigt der Einplatinencomputer rund 2,5 Watt. Bei einer dauernden Volllast wären das 21,9 kWh pro Jahr. Der durchschnittliche Strompreis 2014 bei einem drei Personen Haushalt betrug 29,13ct je kWh, was Stromkosten in Höhe von 6,38€ im Jahr entspräche. In der Realität sollte der Verbrauch, da eine andauernde Volllast wenig realistisch ist, deutlich darunter liegen.

Abschließend ist somit zu sagen, dass der Raspberry Pi kein Wake on LAN unterstützt und auch ein nicht sinnvolles Feature wäre.

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23 Antworten
  1. Lena says:

    Ich lese regelmäßig deinen Blog, doch leider habe ich das Gefühl, dass die Qualität der Postings spürbar abnimmt. Der obige Beitrag ist viel Text für die einfache Aussage „Wake on LAN geht nicht beim Raspberry Pi“. Ähnliches beobachte ich hier seit einiger Zeit. Entweder aufgeblähte Artikel ohne richtigen Inhalt oder kopiert und umformuliert von anderen Internetseiten.

    Schade …

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    • Jan Karres says:

      Danke für dein Feedback, Lena! In der Tat muss ich dir zustimmen, dass sich seit Anfang des Jahres die Artikel rund um den Raspberry Pi etwas geändert haben, wobei ich dir gerne erkläre warum. Als ich mit dem Schreiben über den kleinen Rechner anfing, gab es noch wenige Texte über diesen – und in Deutsch noch weniger. Jedoch recherchierte ich schon damals und schrieb Tipps aus anderen Quelle zusammen (anderssprachig, weswegen man es weniger bemerkte), die ich selbst ausprobierte und zusammentrug. Wie es heute auch noch der Fall ist.

      Der Unterschied besteht jedoch darin, dass nach über 140 Artikeln und drei Jahren, in denen viele andere Blogger auch zu diesem Thema schreiben, die meisten interessanten Themen rund um den Raspberry Pi schon behandelt wurden, sodass häufiger auch Artikel erscheinen, die vielleicht nicht so spannend sind, zur Gesamtsammlung um die Thematik mir jedoch noch sinnvoll erscheinen. Außerdem, da mir die Themen langsam ausgehen, recherchiere ich welche Artikel von den zu erwartenden Leserzahlen zweckvoll zu schreiben sind.

      Warum ich zu bzgl. dem oben genannten Thema anstatt eines plumpen „Nein, geht nicht!“ einen solchen Text schreibe? Einerseits möchte ich erklären, anstatt Tatsachen aufzuschreiben, damit der Leser nach dem Artikel ein bessere Verständnis zu der Thematik hat. Andererseits ist es auch so, dass der Artikel auf diese weise besser gefunden wird (wird von Suchmaschinen anders bewertet) und folglich mehr Menschen von dem geteilten Wissen profitieren können.

      Wenn du konstruktive Kritik hast wie ich deiner Meinung nach besser schreiben kann oder Themenwünsche bin ich gerne dafür offen!

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    • bvrulez says:

      Das Einzige, was hier keinerlei Mehrwert hat, ist „Lena“s Kommentar. Ich fand den Artikel enorm aufschlussreich, vor allem wegen den Stromkosten. Don’t feed the troll.

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  2. A. Bitzer says:

    Ich muss Lenas Kritik zustimmen, vielen Artikeln fehlt ein echter Mehrwert. Klasse statt Masse, wäre mein Tip. Der Leser sollte im Mittelpunkt stehen und nicht Google, Werbeeinnahmen oder Sonstiges.

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    • Jan Karres says:

      Ich denke du solltest das Thema von zwei Seiten betrachten. Einerseits möchtest du als Leser bestmögliche Artikel. Auf der anderen Seite investiere ich in diesen Blog jede Woche diverse Stunden Zeit, in der ich dieser Art von Arbeit nachgehe. Jedoch könnte ich in der selben Zeit genau so gut für Kunden arbeiten. Und am Ende des Monats brauche ich etwas Geld, dass ich sowohl für die Refinanzierung von Aufwendungen (Hardware für neue Artikel, Server usw.), aber auch für persönliche Bedürfnisse ausgeben kann.

      Ich könnte natürlich sagen, dass ich diesen Blog nicht monetär nutze, das hätte jedoch zur Folge, dass ich deutlich weniger Zeit in den Blog investieren kann. Im Gegenzug könnte ich die Zeit on lukrativere Kundenarbeit stecken. Oder ich versuche möglichst viel Zeit in diesen Blog zu stecken, muss im Gegenzug, damit es sich anlässlich rechnet, jedoch auch ein gewisses Augenmerk auf die Zahlen legen. Und glaub mir, es gibt viele Methodiken Artikel auf Klicks zu optimieren, die ich nicht anwende, da ich diese als zu monetär ausgerichtet empfinde.

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  3. android says:

    Klipp und kar muss man sagen: Deine Beiträge sind top – ohne wenn und aber.
    Es ist verständlich und die Hintergundinfos sind genau das Salz in der Suppe.

    Was soll der geneigte User mit der Info „Geht nicht“ anfangen? Er wird es hinterfragen.

    Ich für meine Wenigkeit kann nur sagen: Sehr informativer Artikel und auch die anderen sind so geschrieben, dass selbst DAU´s damit klarkommen sollten.

    Zusammengefasst: Alles Hammer und du machst alles richtig. Der Mehrwert für den User ist hier definitiv so weit maximiert, wie es nirgens anders so zu finden ist. Google und andere Suchmaschinen zeigen das als Beweis auch in den Rankings.

    Ach und eins noch: Meckern ist so einfach…und so typisch für die Scrip-Kiddies 😉

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  4. paulbgdd says:

    Danke für diesen Beitrag 🙂

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  5. basti says:

    Mindestens ebenso interessant dürfte die Variante sein, den RPi als WOL-Box zum Aufwecken des eigentlichen Computers zu nutzen.

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  6. Seb says:

    Hallo Jan, ich finde deinen Blog sehr verständlich. Vielen Dank dafür.

    Ich habe diesen Artikel ergoogelt, weil mir aufgefallen ist, dass mein pi 1 b+ ca. 2.5 W im Leerlauf verbraucht und ich mich gefragt habe, ob sich das reduzieren lässt. Er läuft als Duckserver mit raspbian, cups und samba. Wenn ich den wlan adapter (tp-link tl-wn722n) entferne, sinkt der Verbrauch auf 1.7 W.

    Im Vergleich zu deinen Angaben über den pi 2 frage ich mich, ob mein b+ übermäßig viel strom zieht. Wie siehst du das?

    Gruß

    Seb

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  7. Stefan says:

    Erstmal auch von mir ein Lob für diesen Blog (ausführlich und verständlich).
    Jedoch kam mir beim Lesen des Artikels die Idee, dass es doch möglich sein sollte die fehlende Spannungsversorgung des USB Ports durch einen aktiven Hub an dem selbigen, zu lösen. Oder ist der USB Port duch Hardwareschaltungen nur in Ausgangsrichtung durchgängig. Über eine Antwort würde ich mich freuen.
    MfG
    Stefan

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  8. hoohead says:

    Funktioneller Beitrag und genau die Info die ich gesucht habe – Danke.

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  9. Pat says:

    Netter Artikel
    Ich fand die Hintergrundinformationen sehr interessant.

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  10. Michael says:

    Wer wirklich WOL benutzen möchte dem kann ich dazu raten eine WOL Box zu bauen. Durch den Pin4 kann man den Pi booten. Man nimmt z.B. einen Arduino mit Ethernet und zieht einfach mit einem Ausgang den Pin4 auf Masse. Der Arduino verbraucht zwar auch etwas Strom, aber das dürfte zu verkraften sein wenn WOL unbedingt benötigt wird. Anderseits kann man den PI einfach auf 24h anlassen der Strom ist mit ca. 2W extrem niedrig.

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  11. Ali S. says:

    Ich habe mir ein Pi angeschafft und nutze diesen Blog für die ersten Infos. Ich finde den Artikel informativ. Die Überschrift hätte ich anders gewählt, die suggeriert das man nun eine Anleitung zum einrichten vorfindet, „Wake on LAN (WoL)“ würde ausreichen. Sonst finde ich die länge und die Information im Artikel vollkommen in Ordnung. Gute Arbeit. Dank und Gruß, Ali S.

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  12. Ralph says:

    Beispiel für einen Sinn: SetTopBox. Sogar den Fernseher schaltet er ein und aus. Daher nur eine Fernbedienung, das Handy. Doch leider kein WoL.

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  13. Hein Bloed says:

    Die irreführende Überschrift ist echt daneben, die darunter folgende gute Zusammenfassung rettet das dann auch nicht mehr.

    Erinnert leider etwas an Clickbait – man sieht das und denkt, „ja, das brauch ich“ und dann kommt doch nur erwartbarer Mist (in diesem Fall die bereits vorher bekannte Info: es geht nicht).

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  14. Daniel says:

    Danke für die Info und dafür, dass du ihn so ausführlich geschrieben hast – sonst hätte ich ihn nämlich wahrscheinlich nicht über Google gefunden 😉

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  15. Markus says:

    Tut mir leid, aber wenn Du mal nachdenkst, widersprichst Du Dir hier selbst. Wenig Qualität wäre nämlich gewesen: „Wake on LAN geht nicht beim Raspberry Pi“.
    Der Artikel hingegen ist sehr hilfreich, weil man sich nun eine Suche nach „Wieso geht WOL am RasPi nicht?“ sparen kann!

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  16. Sam says:

    Volle Information in 20 Zeilen. Endlich mal eine Seite, die nicht lang um den heißen Brei labert. Weiter so!

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