Wheelmap.org: Irgendwann sind wir alle behindert

30 Sep
30. September 2011

Unter dem Motto “Irgendwann sind wir alle behindert” könnte man das Projekt Wheelmap.org beschreiben. Dabei handelt es sich um eine Karte mit barrierefreien Plätzen – auf Basis der OpenStreetMap. Ich kenne den Dienst quasi seit seinen ersten Minuten, er war mir jedoch (da ich zu der Zeit, als ich das Projekt fand, keinen Bedarf hatte) in Vergessenheit geraten. Erst vor ein paar Tagen wurde ich durch einen Beitrag bei Golem.de wieder auf ihn aufmerksam, denn Wheelmap bekommt nun Unterstützung von Google. Konkret zahlt Google einen Werbespot für Wheelmap.org, der derzeit zu den Hauptsendezeiten in deutschen Fernsehsendern zu finden ist.

Da ich ja auf Grund meiner eigenen körperlichen Einschränkung auch einige kenne, denen dieser Dienst helfen könnte, möchte ich ihnen diesen Beitrag widmen. Denn man muss nicht unbedingt im Rollstuhl sitzen, um die drei Treppen in den Laden nicht mehr zu schaffen. Es reicht auch eine nicht mehr allzu gute Hüfte – und drei Stufen sind ein tägliches Problem. Ihr könnt mir glauben, das Problem gibt es nicht selten. Wenn ich mich mit den betroffenen Freunden treffe, muss ich jedesmal vorab nachdenken, ob die Lokalisation geeignet ist…

Golem.de zitiert den Gründer/Mitgründer Krauthausen – finde ich sehr schön:

„Genaugenommen, sagt Krauthausen, sind wir alle behindert – irgendwann. In einem Vortrag vor einem Jahr in Berlin zitierte er den österreichischen Professor Volker Schönwiese, der sagte: “Behindert ist, wer Hilfe braucht.”Krauthausen führte den Gedanken weiter: “Wir brauchen immer Hilfe. Entweder als Kind, oder als Greis. Und dazwischen gibt es eine Zeit, in der die meisten von uns nicht behindert sind. Es gibt also gar nicht diese Dichotomie zwischen behindert und nichtbehindert, sondern nur zwischen behindert und zeitweise nicht behindert.“

Und eine Ausstrahlung hat dieser Mann – der sich selbst als schüchtern bezeichnet:

Also kann auch ich nur an euch appellieren Orte einzutragen, an denen auch körperlich eingeschränkte Leute sich treffen können. Werde ich in den nächsten Tagen auch noch selbst machen 😉

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