Die Radikalisierung von Social Media

03 Mrz
3. März 2017

Erinnert ihr euch noch an 2008? Es war eine Zeit in der viele von uns von Lokalisten, Wer kennt wen und den VZ-Netzwerken zu Facebook strömten. Es war eine Zeit, in der es cool war, bei einem Social Network dabei zu sein. Und es war eine Zeit, in der man das Gefühl haben konnte, als sei im Neuland des zunehmend populär werdenden Social Webs die Welt noch in Ordnung. Heute, über acht Jahre später, glaube ich auf einem metaphorischen Schlachtfeld gelandet zu sein, wenn ich in meinem Browser Facebook, Twitter oder gar YouTube öffne. Ein gedanklicher Rückblick.

Durfte man im Alter von 12 Jahren bereits bei Lokalisten, dem damals führenden Freundesnetzwerk für Süddeutsche Nutzer, angemeldet sein? Ich war es zumindest. Um den digitalen Status seiner Freunde zu sehen, schaltete man seinen Computer an, loggte sich mit E-Mail-Adresse und Passwort ein und sah in einer Oberfläche, die heute selten einfach und angestaubt zugleich wirken würde, was für persönliche Nachrichten Menschen aus dem eigenen Umfeld hinterließen. An den Griff zum Smartphone, um mit jedem jederzeit zu texten war zu dieser Zeit noch nicht zu denken, denn das erste Apple iPhone erschien erst wenige Monate zuvor und war ein Gerät für hippe Exoten, die mit EDEG Speed mehr durch das Internet warteten als auf einer Welle zu surfen.

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Lasst die Abenteuer beginnen!

04 Feb
4. Februar 2017

In meinem Zimmer hängt ein Schriftzug: DO MORE OF WHAT MAKES YOU HAPPY. Mag man kitschig nennen, und doch ist es für mich jeden Tag die Erinnerung in die Richtung zu streben, die mich erfüllt. Welche das genau ist? Ich weiß es nicht, und vermutlich gibt es viele verschiedene Wege zu diesem Ziel, weshalb man das Segel immer wieder neu ausrichten und das Boot des Lebens in eine andere Richtung treiben lassen sollte. Eine dieser Segelsetzungen soll es diese Woche in meinem Leben geben.

Mein letztes großes Projekt, welches ich selbst begann, war SoBehindert im Jahr 2014, welches mir in der Folge ein fantastisches Jahr 2015 bescheren sollte, in dem ich mich insbesondere mit Lucas auf dem Kanal DieSmags austoben sollte. 2016 war das Jahr in dem ich den Großteil meiner Zeit in Projekte gesteckt habe, die ich abgegeben habe. Kundenaufträge. Neben dem Projekt Studium und der ersten eigenen Wohnung. Auftragsarbeiten kann ich machen, und es ist nicht so, dass ich das wirklich ungerne täte, doch da lodert nicht diese Flamme, die einen jeden Morgen aus dem Bett kickt und Abends nicht einschlafen lässt. Was wie eine Lovestory klingt ist das, was ich bei Projekten verspüre hinter denen ich voll stehe und für die ich mir mit Leidenschaft Nächte um die Ohren schlage, in denen andere feiern gehen. In ein solches Abenteuer werfe ich mich nun wieder – oder vielleicht mehr als ich es bislang je tat!

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Rückblick: Mein persönliches Jahr 2016

07 Jan
7. Januar 2017

Der Rückblick auf mein persönliches Jahr 2015 wurde unheimlich umfangreich. Es war vermutlich auch das Jahr in meinem bisherigen Leben, in dem ich am meisten erleben durfte. Und das hauptsächlich dank meines YouTube Kanals und den Menschen, die ich auf diesem Weg kennengelernt habe.

Bereits gegen Ende des Jahres, ich habe mich nicht nur mit SoBehindert aus dem YouTube Kosmos zurückgezogen, sondern auch mit Lucas, Kev, Mo, Nico und Raphi sollte es weg von klassischem YouTube Content gehen, war mir klar, dass das Jahr 2016 ein anderes werden wird. Ein Jahr, in dem ich vermutlich nicht mehr so viele Erlebnisse machen werde. Und die Erlebnisse, die ich machen sollte, sollten andere werden.

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Rückblick: Mein persönliches Jahr 2015

05 Jan
5. Januar 2017

In den vergangenen Jahren habe ich jedes Jahr zum Umbruch der Jahreszahl versucht die letzten zwölf Monate etwas Revue passieren zu lassen, etwas in mich zu kehren und davon zu erzählen was ich persönlich erlebt habe. Das tat ich in der Form von Podcasts. Einfach drauf los reden, um teils mehrere Stunden später zu merken wie die Zeit verflogen ist.

Nicht so 2015. Es wäre nicht so als hätte ich nichts aus diesem Jahr zu erzählen gehabt – ganz im Gegenteil – aber wie es die Umstände mit sich brachten war im Laufe des Dezembers keine Muse dafür vorhanden und die Tage zwischen Weihnachten und Silvester verbrachte ich angeschlagen an einem warmen und kuschligen Ort, an dem man freie Tage eigentlich nicht verbringen möchte. Heute, als ich diesen Text schreibe, ist der 31.12.2016. Es ist früh am Morgen um kurz nach 07:00 Uhr. Ich befinde mich in einer Bahn und reise dieses Jahr einmal mehr von A nach B. Ohne Mikrofon, ohne Raum in dem ich ungestört reden könnte. Und ich habe es wieder nicht zu einem Podcast geschafft, der mir doch so viel Freude bereitet. Deswegen schreibe ich einfach über das was mir aus 2015 noch auf dem Herzen liegt, bevor ich mich dem Jahr 2016 in einem weiteren Artikel widme.

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Was in einer Beziehung wirklich zählt

30 Nov
30. November 2016

Dieses Jahr war und ist für mich ein Jahr in dem ich unheimlich viel gearbeitet habe. Der Schneeball, der in den vergangenen Jahren ins Rollen kam, wurde größer und größer. So groß, dass ich neben dem Studium manchmal nach Luft schnappen, und mir Zeit für mich nehmen musste. Für mich ist es toll viel zu arbeiten, es ist etwas, das mich häufig erfüllt. Zu sehen, dass man mit dem, was man bewerkstelligen kann, Menschen hilft. Doch es gab noch ein Thema das mich in diesem Zuge das Jahr über beschäftigte und beschäftigt. Etwas zu schaffen alleine macht mich nicht glücklich. Es muss noch eine andere Ebene geben auf der man Glück verspürt. Eine emotionale Ebene. Beziehungen zu Menschen. Ein Thema, das mich nach wie vor umtreibt, da ich nicht wirklich wusste, was ich mochte, doch im Laufe dieses Jahres glaube ich so einiges darüber gelernt zu haben, wovon ich euch auf einer gedanklichen Reise berichten möchte.

Vor einiger Zeit schrieb ich in diesem Blog Was Beziehung ist: Sinn und Unsinn. Der Kern dieses Textes war, dass eine partnerschaftliche Beziehung für mich auf derselben Basis fußen muss wie eine gute freundschaftliche Beziehung. Nur, darüber sollte das sexuelle Interesse bestehen. Und dieser Meinung bin ich im Kern nach wie vor. Und zugleich schaue ich mich bei meinen gleichaltrigen Mitmenschen um und am Ende kommt dabei ein provokanter Artikel wie Ich will sie ficken heraus, in dem ich klar zum Ausdruck bringen möchte, dass die sexuelle Ebene für mich zweitrangig ist – und zugleich beschäftigt mich diese natürlich ebenso wie jeden anderen.

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10 Jahre im Netz: Ein Rückblick auf Projekte

30 Sep
30. September 2016

Vor relativ genau zehn Jahren muss es passiert sein. Ich saß damals im Alter von 11 Jahren in meinem Kinderzimmer. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, hatte ich mich mal wieder erkältet, draußen war es herbstlich und meine Lieblingsbeschäftigung war es am Nintendo Gameboy zu daddeln. Das war eine Zeit in der Handhelden noch kein WiFi hatten. Vielmehr spielte jeder für sich, oder man konnte umständlich mit Kabeln zwei der Konsolen verbinden. Ich tat das nie. Manche Spiele verfolgten jedoch auch ein anderes Konzept, wie Pokémon Mystery Dungeon. In diesem Videospiel spielte man selbst ein Pokémon, das sich von Mission zu Mission vorarbeiten musste. Starb man, so konnte man die Mission neu beginnen oder einen Code erzeugen, den man einem Freund sagen konnte, mit dem er den gestorbenen Spieler auf seinem Gameboy retten und damit wiederum einen neuen Code erzeugen konnte. Umständlich, doch optimal für den Austausch über das Netz. Zum Austausch dieser Codes hat sich ein Portal etabliert, in welchem man Spieler auch per ICQ anschreiben konnte. ICQ, das war der Messenger mit der grünen Blume und dem „Ah Auh“ Sound, welchen heute keiner mehr nutzt. Ich war gestorben, auf dem Portal angemeldet und hatte ICQ. Logische Schlussfolgerung: Ich schreib mal einen, der online ist, an. Daniel, ein Junge meines Alters, den ich damals anschrieb, konnte mir auch nicht helfen, da er selbst gerade im Spiel gestorben war und auf Hilfe wartete. Doch er baute Websites. Websites selbst bauen, das klang für mich interessant!

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5 Jahre JanKarres.de als Blog

24 Aug
24. August 2016

Vor fünf Jahren habe ich mal überlegt ob es diesen Artikel geben würde. Ich bezweifelte es. Heute sitze ich mit meinem Rechner auf dem Schoß auf einem Sofa und schreibe darüber, dass ich heute vor fünf Jahren anfing in diesem Blog zu schreiben. Fünf Jahre, das ist ein halbes Jahrzehnt, über 1.800 Tage oder auch rund ein Viertel meines bisherigen Lebens. So lange schreibe ich bereits in diesem Blog über Themen, die mich bewegen.

Fünf Jahre bloggen

Angefangen hat alles vor fünf Jahren als mein Bruder in Berlin ein Praktikum in einem Start-up absolvierte, worüber ich Aman kennenlernte, der mich damals dazu motivierte anzufangen, wie ich in meinem ersten Artikel Warum bloggt es? schrieb. Das erste Jahr des Blogs war nicht nur mäßig geschrieben, sondern die Leser pro Tag waren an zwei Händen abzuzählen. Wenn ich heute auf so einige Artikel zurückblicke, dann muss ich schmunzeln was ich damals schrieb. Das war 2011.

Im Jahr 2012 kam der Raspberry Pi bei mir an und damit das Thema, für das meinen Blog die meisten von euch wahrscheinlich gelesen haben. Der Einplatinencomputer, über den ich in diesem Blog in drei Jahren über 160 Artikel schrieb und damit vielen von euch – so sagen es mir die Kommentare – weiterhelfen konnte. Rund 190.000-mal in einem Monat wurde dieser Blog zu seinem Höhepunkt aufgerufen. Das ist für ein Nischenthema nicht nur nicht gerade wenig, sondern wenn ich mir die deutschsprachige Raspberry Pi Szene ansehe, so sollte mein Blog der reichweitenstärkste Raspberry Pi Blog in deutscher Sprache (bis August 2015) gewesen sein.

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Lieben dürfen wie man liebt. Nicht selbstverständlich.

11 Aug
11. August 2016

Ich sah gerade einen Film. Einen Film, der mich einmal mehr zum Nachdenken darüber brachte wie wunderbar es doch ist, dass wir in der heutigen Zeit leben. Der Film The Imitation Game spielt in den 1940er-Jahren. Europa, nein, die Welt, stand in Flammen. Nazi-Deutschland war auf dem Vormarsch und ermordete Millionen von Menschen. Grauenvolle Taten, die teils dadurch ermöglicht wurden, dass die Deutschen Enigma, ein Verschlüsselungssystem für Funknachrichten, hatten, welches über Jahre als nicht knackbar galt und das selbst mit heutiger Technik nicht einfach zu entschlüsseln ist. Um den Krieg zu wenden, war es von nicht unbeachtlicher Wichtigkeit den Funk der Deutschen abhören zu können und somit taktische Manöver zu planen. Alan Turing war einer der Menschen, der an der Entschlüsselung arbeitete und letztlich erfolgreich war. Er schaffte es jedoch nicht nur für den Krieg relevante Teile von Enigma zu entschlüsseln, sondern hielt diesen Erfolg auch in militärischen Kreisen geheim, sodass die Gefahr einer offensiven Verteidigungsstrategie nicht ausgeschöpft wurde, was womöglich zur Folge gehabt hätte, dass Deutschland schnell auf andere Verschlüsselungen gewechselt und der Krieg somit einen anderen Verlauf genommen hätte. Turings Errungenschaft war auch die Turingmaschine, welche eine wichtige Grundlage für das was wir heute in unseren Hosentaschen mit uns tragen, Computer, darstellt.

Man möge meinen, es sei ein Mann der die Welt ein Stück verändert hat und damit ein Leben in Erfüllung hätte leben sollen. Sein Leben endete jedoch im Alter von 41 Jahren durch einen Selbstmord. Der Grund bestand darin, dass in den 1950er-Jahren Homosexualität in Großbritannien strafbar war. Wenn man überlegt, dass es in unserer heutigen Gesellschaft eine legitime – und doch teils noch immer schräg betrachtete – Verhaltensweise ist lieben zu dürfen wen man begehrt, so ist es erschreckend, dass erst 1967 (England und Wales), 1981 (Schottland) und 1982 (Nordirland) Homosexualität straffrei wurde. Turing stand vor der Wahl einer Haftstrafe, die ihm seine erfüllende Arbeit genommen hätte, und einer Hormontherapie zur Sterilisierung, die ihn letztlich in den Suizid trieb.

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Das wahre Problem von Anschlägen

03 Aug
3. August 2016

Im vergangenen Monat sind in Deutschland drei unschöne Dinge geschehen. Dinge, bei denen Menschen ums Leben kamen. Dinge, über die groß berichtet wurde. Dinge, die in manchen Köpfen bestimmt noch lange verharren. Du erinnerst dich trotzdem nicht mehr, nein? Vielleicht liest du diesen Artikel einige Wochen, Monate oder gar Jahre nachdem er erschienen ist. Vielleicht just an dem Tag, an dem er erschien. Unabhängig davon wann du ihn liest, kann es durchaus sein, dass du es wieder vergessen hast, denn die drei Ereignisse sind mindestens schon vor 10, 12 und 16 Tage geschehen. Ich meinte den Angriff in einer Regionalbahn bei Würzburg am 18. Juli 2016 mit einer Axt und einem Messer, den Amoklauf in München am 22. Juli 2016 mit einer Glock 17 Handfeuerwaffe, wie auch den Sprengstoffanschlag in Ansbach am 24. Juli 2016, bei dem der Täter eine Rucksackbombe mit Metallsplittern bei sich trug.

Zu der Zeit des Amoklaufs in München war ich selbst in der Stadt unterwegs. Am anderen Ende der Stadt, auf einer Veranstaltung mit vielen Social Media affinen Menschen. Zumindest was die Bedienung dieser Medien anbelangt. Keine viertel Stunde nachdem die ersten Schüsse gefallen sein müssen kamen im Minutentakt neue Meldungen direkt über Twitter in die Runde bei uns. Schnell ergab sich das Bild, als sei nicht nur an einem Ort in München etwas passiert, sondern mindestens an drei Orten. An einem weiteren Ort ist letztlich tatsächlich etwas passiert – eine Massenpanik, dadurch, dass wohl viele Menschen über die wahren Geschehnisse gelesen haben und daraufhin Dinge sahen, die nicht der Realität entsprachen.

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Das war SoBehindert!

06 Jun
6. Juni 2016

Erinnert ihr euch noch an SoBehindert? Im August 2014 kündigte ich dieses Projekt auch im Blog an. Ein YouTube Kanal auf dem ich das Thema Behinderung mal auf eine etwas lockerer Art behandeln wollte, um es insbesondere jugendlichen und jungen Erwachsenen näherzubringen.

Bis zum Februar 2016 veröffentlichte ich wöchentlich Videos; danach kam nur noch unregelmäßig etwas Neues und das letzte reguläre Video ist mittlerweile vor rund einem Jahr veröffentlicht worden. Der Kanal hat derzeit rund 7.500 Abonnenten und ca. 285.000 Aufrufe auf die Videos erhalten. Für ein solch spezielles Thema wahrscheinlich gar nicht so wenig.

YouTube war für mich persönlich vor allem der erste Schritt in Richtung Video, ein Türöffner um viele tolle Menschen kennenzulernen und aus der Kammer herauszukommen um etwas zu erleben. Es war eine wundervolle Zeit, insbesondere das Jahr 2015 werde ich aus dieser Perspektive wohl nicht mehr so schnell vergessen.

Dennoch stelle ich das Projekt mit dem heutigen Tag endgültig ein. Bevor ich an dieser Stelle tausend Worte verliere, die ich bereits im oben verlinkten Video verlor, schaut euch am besten das Video an. Ob ich zukünftig noch etwas mit dem Medium Video mache? Und wie ich das machen werde! Nur aus einer anderen Perspektive, und mit einem anderen Anspruch als bei meinem Erstlingswerk SoBehindert.

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