Was Schule ist? Aufnehmen. Verarbeiten. Ausspucken. Schöne Ferien.

31 Jul
31. Juli 2012

Am 12. September des vergangenen Jahres schrieb ich in meinem Post Sie beginnt. Die Schule. Über den Beginn eines weiteren Jahres reproduktiven Arbeitens. Ich wusste noch nicht, wie viel Zeit zum Bloggen bleiben würde, neben der, wie ich schrieb, langweilig(st)en Zeit des Jahres – der Schule. Nun befinden wir uns am Ende des Jahres. Viele meiner Klassenkameraden sitzen nun in einem Auto und stehen in den jährlichen Staus. Wir sind alle froh, dass das Schuljahr vorbei ist. Es haben sich mal wieder alle durchgekämpft, durch den Urwald des Lernens von Formeln in der Mathematik, Strukturen in den Deutschaufsätzen und die ganzen anderen Fächer.

Doch die Frage, die insbesondere dieses Jahr immer häufiger aufkam, war, wozu man all das Wissen in seinem späteren Leben braucht. Ich kann nicht mehr mit Gewissheit sagen, von dem diese Aussage stammt, doch meiner Erinnerung nach sagte ein Mathematiklehrer an unserer Schule auf die Frage, wozu man lineare Funktionen brauche, dass doch auch die Bäcker die Luftdichte ihrer Brote mit linearen Funktionen berechnen würden. Eine absurde Aussage, wie ich finde.

Gestern Abend fand ich ein Video mit dem Titel Das Universelle Verblödungssystem, welches einen Auszug der Streitschrift Keine Macht den Doofen von Michael Schmidt-Salomon beinhaltet. In diesem wird in meinen Augen unser aktuelles Bildungssystem äußerst treffend beschrieben. Früher war es ein Problem, an Wissen zu kommen; daher musste man sich möglichst viel Wissen, an welches man herankam, aneignen. Doch heute leben wir in einer durch moderne Medien gewandelten Gesellschaft, in der einen das Wissen oftmals droht zu erschlagen. Es ist nicht mehr wichtig, sich alles Wissen anzueignen – ganz abgesehen davon, dass dies völlig unmöglich ist -, sondern es geht darum, das Wissen, welches für die eigene Individualität und Entwicklung wichtig ist, zu erfassen, und  zu behalten. Man erkennt es übrigens daran, dass man sich dafür begeistert.

Unser Schulsystem hinkt dem, wie ich auch seit längerem sage, noch hinterher. Einer Lehrer lehrt ein Fach, doch sollte er nicht seine Schüler lehren? Sollte er/sie den Schülern nicht zeigen, wie sie etwas aus ihren Leben machen? Natürlich machen sie das. Man „lernt ja schließlich fürs Leben, und nicht für die Schule“. So zumindest das Sprichwort, doch ich bezweifle dies, da den meisten von uns – einschließlich mir –  meist nicht klar ist, wieso man das alles lernt, was man in der Schule lernen muss –  und was es einem in Leben bringen soll. Wichtig ist lediglich, dass es aufgenommen, verarbeitet und danach für den Leistungsnachweis ausgespuckt wird. Der Sinn des Lernens ist dem Schulsystem völlig egal. Und wir Schüler lernen dann ein Wissen, das uns völlig egal ist. Heißt: Schule fördert die Neugier und die Begierde nach Wissen nicht, sie schmälert diese.

In diesem Sinne, hört euch das oben eingebundene Video an, tankt ein wenig Energie fürs ab September wieder auf uns alle zukommende neue  „Aufnehmen, Verarbeiten und Ausspucken“. Für viele ist das nächste Jahr das letzte, entscheidende Schuljahr…

In diesem Sinne. Schöne Ferien 😉

 

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1 antworten
  1. Milton Babin says:

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