Zehn Themen, die mich das Jahr 2012 über verfolgten

27 Dez
27. Dezember 2012

Wie ich ja schon öfter schrieb, bin ich ein großer Fan des Diensts Pocket, indem man sich Links zum späteren Lesen ganz einfach speichern kann. Das Jahr über sammelte ich viele Themen, wovon ich einen Großteil in Worüber man noch hätte bloggen können veröffentlicht habe. Jedoch blieben immer wieder ein paar interessante Themen, wo ich sagte, darüber muss ich nächsten Monat unbedingt noch schreiben. Und wie der Kalender so wollte, kam ich nicht dazu. Nun könnte ich dies natürlich weiterführten und nächstes Jahr darüber schreiben, doch ihr könnt euch vorstellen was passieren würde… 😉

Somit entschloss ich mich aus den Links die 10 Themen herauszunehmen, die ich besonders interessant fand, und diese in diesem Beitrag kurz anreißen. Und los geht’s!

Geschlossene Ökosysteme: Die Zukunft des Internets?
Jeder, der sich mit der Materie Internet ein wenig beschäftigt, weiß, dass sich das Netz in den letzten zwanzig Jahren nur so rasant ausbreiten konnte, da es ein offenes Ökosystem war/ist. Jedoch empfinden dies insbesondere Regierungen, vor allem Diktaturen, immer mehr als Bedrohung. Was einkehrt sind immer mehr Reglementierungen und Zensuren. In China hat man es anscheinend diesen Monat sogar geschafft, die bisher als sicher geltende SSL-Verbindungen so weit zu analysieren, dass zwischen erwünschten und unerwünschten Informationen unterschieden werden kann. In Europa kämpften dieses Jahr Tausende gegen ACTA, ein Handelsabkommen, das auch Zensur als Ziel hatte. Aber auch scheinbar gewünschte Zensur kommt immer mehr zur Geltung. Mit iOS hat man ein sehr bequemes, jedoch auch auf die inhaltlichen Wünsche des Apfels beschränktes, System. Google. Facebook. Ist das, das Internet der Zukunft? Ein geschlossenes Ökosystem? Ich bin der Meinung, dass wir für die Freiheit, die wir heute im Netz genießen, kämpfen sollten. Friedlich kämpfen. Artikel: http://netzwertig.com/2012/02/06/geschlossene-okosysteme-abschied-vom-netz-wie-wir-es-kennen/ (offline)

Urheberrecht: Ist eine Rechtsgebung aus dem Jahre 1965, welche digitale Medien im heutigen Sinne nicht kennt, noch zeitgemäß?
Neben Regierungen arbeiten auch viele, im Auftrag von Künstlern handelnde, Unternehmen, wie der GEMA, an einer gewissen Zensur des Internets. Zumeist nicht, um Kreativität zu beschränken, sondern weil sie um ihre Einnahmequellen durch digitale Kopien fürchten. Früher musste man, wenn man eine Kassette kopierte, Qualitätsverluste und Materialaufwand in Kauf nehmen. Heute sind die Charts für umme nur ein paar Klicks entfernt. Dabei gibt es den Konflikt, dass die Urheber für ihre Werke entlohnt werden müssen, um von ihrer Arbeit leben zu können und anderen Maßstäben als früher, für Güter wie Musik, die von den Verbrauchern angesetzt werden. Dabei setzt das Urheberrecht, in der heutigen Form, für viele Lösungsansätze Steine in den Weg. Lasst uns einen gemeinsamen Konsens finden, wie man das Urheberrecht reformieren kann, anstatt es mit Abkommen wie ACTA zu zementieren.  Artikel: https://digitalegesellschaft.de/2011/11/ein-urheberrecht-fuer-das-21-jahrhundert/

Verwertungsrechte: „Illegale Downloads schaden uns weniger als ARD und ZDF“ – von AG DOK
Mit dem Urheberrecht in Verbindung stehen auch die Verwertungsrechte. So ist es nicht nur bei den privaten Fernsehsendern üblich, dass „Quelle: Internet“, angegeben wird, sondern auch, dass Knebelverträge, in denen Kreative und Protagonisten gezwungen werden viele Rechte an ihren Werken „oder gar an ihrer Person“ abzugeben. So werden unsere Gebühren nicht so verwendet, wie es ursprünglich gedacht war. Doch dieses Problem betrifft nicht nur die Fernsehlandschaft, denn illegale Downloads schaden der kreativen Industrie ja ungemein. So zumindest die vorherrschende Meinung. Dieses Jahr wurde Megaupload, ein Filehoster, über den rund 3% des weltweiten Traffics lief, abgeschaltet, wodurch tausende Quellen für illegale Downloads versiegten. Fazit: Der Umsatz der Filmindustrie ging zurück. Artikel: http://www.golem.de/news/dokumentarfilmer-illegale-downloads-schaden-uns-weniger-als-ard-und-zdf-1205-92196.html

Wie das Internet die Jugend verblödet: 82% aller Jugendlichen zwischen 10 und 15 nutzen im Q1/2011 Online-Nachschlagewerke wie Wikipedia
Kennt ihr auch die Aussage, dass der Computer doch nur blöd macht? Man seine Zeit an diesem verplempert, unnütze Katzenvideos anzusehen – oder gar nutzt um sich den lieben langen Tag Pornografie reinzuziehen. Wie die Zahlen in der Überschrift schon benennen, sagt das Statistische Bundesamt diesbezüglich etwas anderes. Oder haben mehr Kinder und Jugendliche in diesem Alter in einer Zeit vor dem Internet in Lexika nachgeschlagen? Ich bezweifle dies. Zugleich kenne ich auch den Ein oder Anderen, der sein Wissen in Werke wie die Wikipedia mit einbringt. Es müssen aber nicht nur real-life Themen sein, zu denen man sein Wissen teilt. Das beste Beispiel hierfür ist das Minecraft Wiki. Rund um das Bauklötzchen-Spiel hat sich von und für Spieler ein Wiki aufgebaut, welches inzwischen eine beachtliche Größe besitze. Artikel: http://netzwertig.com/2012/07/25/demokratisierung-von-wissen-jugendliche-begeistern-sich-fuer-wikipedia/

Wie sich das Netz wandelt: War 1991, als der HTTP-Standard festgelegt wurde, denkbar, dass das Web so groß wird?
1991 wurde der HTTP-Standard verabschiedet. Oktober 1994 kam Netscape auf den Markt. 1995 der Lichtblick: Internet Explorer. Nein, sein wir mal ehrlich: Auf diesen Lichtblick hätten wir zurückblickend gut verzichten können. Heute haben wir eine Flut an Browsern, wobei der Internet Explorer im Alltag die meisten Faxen macht. Heute arbeiten wir mit Technologien wie HTML5 und CSS3. Der Traffic des Internets steigt von Jahr zu Jahr immer steiler. Das Web entwickelt sich jedes Jahr weiter. The Evolution of the Web ist eine sehr schöne, und insbesondere moderne, Webseite, welche all diese Entwicklungen zusammentrug. Webseite: http://www.evolutionoftheweb.com/

Thumb.it: Daumen nach oben – oder auch nach unten
Thumb.it ist eine Plattform, die mich dieses Jahr auch fasziniert hat. Ich glaube jeder kennt diese Situation: Man möchte sich aus gegebenem Anlass schön anziehen, jedoch ist keiner daheim von dem man sich bestätigen lassen kann. Oder man möchte erfahren, ob das gerade aufgenommene Foto nur einem selbst gefällt, oder es echt klasse wurde. Wenn man dabei viele Leute erreichen möchte und nicht Stunden, sondern nur wenige Minuten auf ein Feedback warten möchte, oder beim Einkleiden für ein Date nur wenige Minuten warten kann, ist man bei Thumb.it bestens aufgehoben. Text mit oder ohne Foto hochladen und abwarten, ob die Leute einen Daumen nach oben, oder nach unten da lassen. Als ich es das erste mal ausprobierte, erwartete ich, in etwa 24 Stunden etwas Feedback zu bekommen, doch nach nur etwa 10 Minuten hatte ich schon 30 Rückmeldungen. Ein, aus meiner Sicht, genialer Dienst, mit gigantischer Nutzungsaktivität. Webseite: http://thumb.it/ (nicht mehr verfügbar)

Keine Kommentare im Blog: Frustration? Nein, denn sie verlagern sich nur.
Bevor ich begann über den Raspberry Pi zu schreiben, kamen so gut wie keine Kommentare im Blog rein. Jedoch sagte die Statistik, dass einige Leser da waren und auch ein paar Minuten auf den Seiten blieben. Ich ging auf die Suche, ob ich vielleicht etwas falsch mache. Dadurch stieß ich auf einen Artikel auf BlogBlume.de, die dieses Gefühl sehr schön beschrieb. Und auch eine Antwort auf dieses Problem wusste: Social Media. Diskussionen wandern immer mehr vom eigentlichen Beitrag weg, hin in soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter. Inzwischen kann ich dies, zumindest für meinen Blog, bestätigen. Artikel: http://blogblume.de/social-networks-toten-interaktionen-auf-blogs-nun/ (Artikel nicht mehr online)

Warum das Internet den Bildungsmarkt erobert: Die Zukunft kommt!
Ich arbeite ja auch seit geraumer Zeit an Voocler, einem Online-Lernangebot für Vokabeln. Das bisherige Angebot, im Netz zu lernen, beschränkt sich auf Seiten die mehr oder weniger gut Inhalte zusammenfassen – jedoch keinen Spaß machen. Doch sollte Lernen nicht Spaß machen? Auch, E-Learning, das ist alles schwarz-weiß bis grau angestaubt. So fühlt sich das Image und auch ein großer Teil der aktuellen Angebote im Netz an. Doch in den kommenden Jahren, und davon bin ich überzeugt, wird sich das Ändern. Mit Voocler möchten wir auch einen kleinen Teil dazu beitragen. Doch wer glaubt, dass von Bildungseinrichtungen aus staatlicher Hand Innovationen kommen, der irrt. Innovationen müssen auch im Bildungsbereich erst von privaten und kleinen Unternehmen geschaffen werden, bevor sie ein paar Jahrzehnte später in das Bildungswesen mit eingehen. Schade eigentlich. Artikel: http://netzwertig.com/2012/09/21/e-learning-warum-das-internet-den-bildungsmarkt-erobert/

E-Learning: Was bedeutet attraktives Lernen im Netz?
Was macht ein gutes Lernangebot aus? Wie kann es effektiv genutzt werden? Wie offen oder auch geschlossen muss ein solches System sein? Das sind Fragen, die sich im E-Learning-Bereich erst in den nächsten Jahren, mit steigenden Erfahrungswerten beantworten lassen werden. Ob, wie bei Voocler, eine Art Social Media das Wir-Gefühl ein wenig zum Lernen bringen wird? Es wird sich zeigen. Das Magazin c’t hat sich dieses Jahr jedoch schon einmal mit diesen und weiteren Themen aus dem Bereich E-Learning beschäftigt. Artikel: https://netzpolitik.org/2012/ct-schwerpunkt-zu-lernplattformen-im-netz/

Startups: Wir können eigentlich nicht, wollen aber trotzdem beachtet werden.
Wenn man an 6Wunderkinder denkt, einem deutschen Startup, welche inzwischen zum dritten mal einen großen Wirbel um ihr Todo-List-Tool gemacht haben und im Grunde, zumindest aus meiner Sicht, nichts wirklich weltbewegendes auf den Markt brachten, passt der obrige Satz bestimmt nicht. Doch viele Startups, insbesondere im deutschsprachigen Raum verkaufen sich, für das was sie drauf haben, zu schlecht. Dies viel mir dieses Jahr deutlich auf. Auch ich neige dazu, mit Voocler keine Revolution, sondern eine Evolution anzukündigen – wie unser Slogan auch lautet. Doch ist mir bewusst geworden, dass man weder auf den Putz hauen sollte, wenn man nichts in der Hinterhand hat, noch, dass man sich zu klein darstellen sollte. Ein Mittelmaß zu finden ist schwierig, doch wahrscheinlich der einzige Weg, um nachhaltig Erfolg zu haben. Artikel: http://netzwertig.com/2012/12/03/startups-und-ihr-auftreten-die-falsche-bescheidenheit-von-gruendern-in-deutschland/

Das waren sie also, meine 10 Themen des Jahres, über die ich gerne noch ausführlicher geschrieben hätte. Doch man muss Prioritäten setzten. Genauso beim Bloggen. Diese Themen sind für mich spannend gewesen, doch sie hätten keine Besucher in den Blog gebracht. In diesem Sinne: Nächstes Jahr ein wenig gezielter Arbeiten 🙂

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