Raspberry Pi: Bootloader BerryBoot installieren

15 Jan
15. Januar 2013

Vor ein paar Tagen schrieb mich Gerd an, der ein Problem mit BerryBoot hatte. BerryBoot ist ein Bootloader für den Raspberry Pi, mit dem ihr mehrere Betriebssysteme gleichzeitig auf einer SD-Karte installieren könnnt. Beim Booten des Raspberry Pis habt ihr mit BerryBoot die Möglichkeit, dass Betriebssystem, mit welchem ihr starten möchtet, über eine grafische Oberfläche auszuwählen. Im Folgenden werde ich erklären, wie man BerryBoot installiert und über dieses Betriebssysteme installiert.

Voraussetzung: Raspberry Pi mit Internetanschluss (vorzugsweise via LAN), eine USB-Maus und einen angeschlossenen Bildschirm

Step 1

Zunächst laden wir die aktuelle Version von BerryBoot von http://www.berryterminal.com/doku.php/berryboot herunter.

Step 2

Nun formatieren wir die SD-Karte, welche später im Raspberry Pi Verwendung finden soll mit der gesamten Speicherkapazität in FAT32.

Falls die SD-Karte von einer bisherigen Installation in mehrere Partitionen geteilt ist, können wir diese löschen. Hierzu gehen wir in Windows 7 in die Computerverwaltung, welche wir mittels Start >> Ausführten >> compmgmt.msc starten, oder indem wir in der Windows-Suche im Startmenü nach Computerverwaltung suchen. In dieser angekommen klicken wir im linken Menü auf Computerverwaltung >> Datenspeicher >> Datenträgerverwaltung. Nun wählen wir die zu löschende Partition an und klicken auf das schwarze X im Menü. Um eine neue Partition zu erstellen klicken wir mit einem Rechtsklick auf den nun unvergebenen Speicher.

Step 3

Jetzt entpacken wir die in Step 1 heruntergeladenen Dateien einfach in die FAT32 formatierte SD-Karte. Hierzu benötigen wir kein spezielles Programm wie bei der Installation von z.B. Raspbian.

Step 4

Darauffolgend legen wir die SD-Karte in den Raspberry Pi ein, schließen eine Maus (und eine Tastatur; nicht zwingend erforderlich), wie auch das HDMI-Kabel und das LAN-Kabel (zu bevorzugen)/den W-LAN-Stick an den Raspberry Pi an, bevor wir diesen booten.

Step 5

Im ersten Dialogfenster, welchen wir nach dem Booten erhalten, geben wir an, ob wir am unteren und oberen Rand des Bildschirms je einen grünen Streifen sehen, welche Art von Netzwerkzugang wir verwenden, unsere Zeitzone, wie auch unser Tastaturlayout aussehen soll und bestätigen mit einem Klick auf OK.

Step 6

Nun werden wir gefragt, auf welchem Laufwerk wir später die Betriebssysteme installieren möchten. Neben der SD-Karte steht meist auch ein Netzwerklaufwerk zum Angebot. Falls man die Betriebssysteme auf einer angeschlossenen externen Festplatte installieren möchte, kann man, sofern BerryBoot die Festplatte erkennt, auch diese wählen.

Step 7

Jetzt gehts an die Installation. Hierzu wählt man im Menü das gewünschte Betriebssystem und bestätigt mit OK. Zum Zeitpunkt, als ich diesen Beitrag schrieb (15.01.2012), standen Raspbian (Debian Wheezy), OpenELEC (XBMC Media Center), Puppy Linus, RaspRazor (Raspbian Fork), Sugar, LTSP thinclient, BerryTerminal und BerryWebserver (Lighttpd + PHP 5.3 + SQLITE) zur Auswahl.

Nun lädt BerryBoot das Betriebssystem vom Internet herunter und installiert dieses auf dem zuvor gewählten Datenträger.

Step 8

Ist das erste Betriebssystem erfolgreich installiert, so erhält man eine Übersicht aller installieren Betriebssystem. Mit einem Klick auf Add OS lassen sich weitere Betriebssysteme, auch eigene Images, installieren.

Step 9 (optional)

Möchte man ein eigenes Image in BerryBoot installieren, so kann man dieses Herunterladen, auf einem USB-Stick ziehen und das Image auf diesem aus BerryBoot heraus installieren. Dieses Image muss jedoch im SquashFS Format vorliegt. Wenn dieses nicht vorliegt, kann man es mittels kpartx und mksquashfs umformatieren. Bei Benutzung von Linux kann man diese einfach mittels des Packetmanagers installieren; für Windows-Nutzer gibt es unter http://fragilematter.blogspot.de/2010/02/squashfs-tools-40-windows-binaries.html eine Version zum kostenlosen downloaden. Das Umschreiben kann man in Linux mit folgendem Kommando vornehmen (original_image.img durch den Namen des Images ersten; converted_image.img durch den Namen des auszugebenden, umformatierten, Images ersetzen). Wie dieser Schritt unter Windows möglich ist, erschloss ich jedoch nicht.

sudo kpartx -av original_image.img
sudo mount /dev/mapper/loop0p2 /mnt
sudo mksquashfs /mnt converted_image.img -comp lzo -e lib/modules
sudo umount /mnt
sudo kpartx -d original_image.img

Step 10 (optional)

Hat man das Image auf dem USB-Stick, muss man in der Übersicht der installierten Betriebssysteme lange auf Add OS klicken. Daraufhin bekommt man die Möglichkeit ein Image von einem USB-Speicher zu installieren.

Step 11 (optional)

Hat man alle Betriebssysteme installiert, kann man auswählen, welches Betriebssystem standardmäßig gestartet werden soll. Hierzu klickt man auf dieses in der Liste der installieren Betriebssysteme und klickt anschließend auf Mark as default.

Fertig! Nun wird man beim Boot des Raspberry Pis gefragt, welches Betriebssystem gestartet werden soll. Wählt man nichts, so wird das Betriebssystem, welches als Standard gewählt wurde, gestartet.

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36 Antworten
  1. Manuel K. says:

    Wie ein sehr guter und hilfreicher Beitrag!
    Interessant wäre nun noch, wie man Übertaktet, wenn man den Bootloader nutzt,

    Antworten
  2. Nico says:

    Danke für die gute Anleitung.
    Gibt es eine möglichkeit 2 OS parallel zueinander laufen zu lassen?
    z.b. Raspbmc und etwas womit man ein NAS erstellen kann?

    Antworten
    • Jan Karres says:

      Nein, zwei Betriebssysteme gleichzeitig laufen zu lassen geht leider nicht. Jedoch kann man ja mehrere Services auf einem Betriebssystem laufen lassen 😉

      Antworten
      • Nico says:

        Kannst du mir dann sagen wie ich im Raspbmc ein Service zum laufen bekomme das ich eine Externe Festplatte auch am PC und Raspberry sehen und zugreifen kann?

        Antworten
        • Jan Karres says:

          Das ist ein ganz neues Thema und gehört entsprechend nicht zu diesem Beitrag. Aber such mal nach Samba Server, damit knappt das 😉

          Antworten
  3. Chr Bhm says:

    Hallo,
    wie kann ich beim ersten Start
    – ohne Tastatur
    – mit Wlan Stick
    den Netzwerkschlüssel eingeben?

    Alternativ: Die Treiber für den Edimax WLAN in OpenELEC nachzuinstallieren?

    Gruß
    ChrBhm

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    • Jan Karres says:

      Wenn du einen extra Treiber brauchst gar nicht. Wenn der Stick ohne Treiber erkannt wird am Besten kurz den W-LAN Key ausschalten oder gleich für den Erststart an LAN hängen.

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  4. IvicaE says:

    Ich habe probleme beim mounten auf die loop-Datei.
    Wenn ich, wie in den unzähligen Anleitungen beschrieben, einfach nur mount /Pfad_zur_loopdatei/richtige_loopdatei /mnt ausführe bekomme ich eine Fehlermeldung das ich kein Filesystem angegeben habe! Obwohl in allen Anleitungen dies nicht nötig ist! Wenn ich dann eines angebe mit der Option -t vfat (oder ext3 – ext5), also sudo mount -t vfat /pfad.., dann kommt eine andere Fehlermeldung und in der dmesg steht das das Filesystem nicht vorhanden ist….
    Was mache ich falsch?

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  5. Jonny says:

    Hey Jan!
    Weisst du zufällig, wie man einen alten Fernseher per Composite / Cinch-Scart-Adapter anschliessen kann? =) Bzw, was man in der config.txt ändern muss? Ich hab zwar gegoogelt, finde aber leider keine hilfreichen Infos..

    Liebe Grüße

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  6. Mike says:

    Hallo Jan,
    danke für diese Anleitung. Trotzdem habe ich erhebliche Schwierigkeiten das im „squashfs“-Format vorliegende Image vom Berryboot zu booten.
    Es kommt immer wieder die Fehlermeldung:
    „Mounting image openelec.img192…
    Error: unable to locate or execute /sbin/init /usr/lib/systemd/systemd /init inside openelec.img192“

    Ich habe gedacht, dass wie Du es oben beschrieben hast, das Image mit den von Dir beschriebenen Befehlen in squashfs zu konvertieren, was auch bei mir geklappt hat. Aber wenn ich vom Menü des Berryboot das OS starten will dann ERROR!
    Bitte hilf mir.
    Danke im Voraus!
    Mike

    Antworten
    • Jan Karres says:

      Mit squashfs kenne ich mich leider selbst nicht so gut aus, weshalb ich dir da leider nicht weiterhelfen kann.

      Antworten
  7. Dennis says:

    Moin Jan,
    wird die gesamte Festplatte von den Betriebssysteme in Beschlag genommen oder kann ich später noch Filme wieder drauf machen, indem ich eine Partitionen auf der HDD erstelle?

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  8. Dirk says:

    Hallo Jan,
    wie kann ich einen Eddimax W-Lan stick nach konfigurieren.

    Antworten
  9. Michael Bergmann says:

    Hallo Jan,

    die Installation wie beschrieben funktioniert nicht (mehr), wenn man versucht, die Betriebssysteme auf der gleichen SD-Karte zu installieren, von der aus auch berryboot läuft.
    Szenario: 32 GB-Class 10-SD-Karte mit fat32 formatiert (komplette Größe) und berryboot nach dort entpackt.
    Booten funktioniert einwandfrei, Overscanüberprüfung auch.
    Bei der Wahl des Installationsziels (die SD-Karte, mmcblk0) erscheint dann nach Klick auf „Format“ folgende Fehlermeldung: „SD Card contains extra files that do not belong to Berryboot. Please copy them to another disk and delete them from card.“

    Mein erster Verdacht: Man wird wohl eine kleine fat32-Partition für berryboot und zusätlich eine Linux-Partition anlegen müssen?

    Beste Grüße,

    Michael

    Antworten
    • Jan Karres says:

      Ist die SD-Karte vielleicht schreibgeschützt? Eine entsprechende Partition sollte BerryBoot selbständig anlegen.

      Antworten
      • Michael Bergmann says:

        Nein, kein Schreibschutz. Ich habe das Szenario mit einer zweiten neuen 32-GB-SD durchgeturnt – mit dem selben Ergebnis. Ein wenig Recherche im Netz brachte zutage, dass Andere mit dieser Konfiguration sporadisch ebenfalls Probleme haben, Berryboot soll derzeit nicht vernünftig mit SD > 16 GB umgehen können.

        Antworten
  10. Stormer says:

    Wie kann ich berryboot vom stick booten weil cmdline kann ich nicht auf sda2 setzen

    Antworten
  11. Tesla84 says:

    Holt sich Berryboot und Noobs immer die aktuellen Betriebssysteme vom Netz oder könnten das auch ältere sein? Openelec gibt es jetzt Version 5.0.3 auf der Entwicklerpage aber auf raspberrypi.org steht nur die Version 4.0.5 zum Downloaden bereit.

    Antworten
    • Jan Karres says:

      Es holt sich, soweit eingepflegt, die aktuellen Versionen. Bis neue Versionen von den Entwicklern übernommen werden kann es jedoch etwas dauern.

      Antworten
  12. Jonny says:

    Hey Jan! =)
    Du hast bei Step 7 einen Fehler drin.

    „RaspRazor (Raspbain Frok)“

    Es heisst sicher „Raspbian Frok“ =)

    LG

    Antworten
  13. Jonny says:

    Hey! =)
    Jetzt hast du es verschlimmbessert. ^^“

    Nun steht 2x Raspbain statt 2x Raspbian.

    LG

    Antworten
  14. Stephan says:

    Sehr nettes Tutorial … *Daumen hoch*
    Eine kleine Anmerkung:
    Statt den umständlichen Weg über „Start >> Ausführten >> compmgmt.msc >> Computerverwaltung >> Datenspeicher >> Datenträgerverwaltung“ zu gehen, kann man auch einfach per „Start >> Ausführten >> diskmgmt.msc“ sofort in die Datenträgerverwaltung gelangen.

    Weiter so Jan, sehr genialer Blog!

    Gruss, Stephan

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  15. Markus says:

    Hallo Jan,
    ich bin der Anleitung für BerriBoot wie oben beschrieben gefolgt.

    Die grüne LED auf dem Raspberri blinkt ein paar mal kurz und bleibt dann aus.
    Rot ist dauerhaft an.
    Mein Bildschirm reagiert nicht.

    Konfiguration:
    Raspberry Pi 2 model B
    WLan stick Edimax
    Bildschirm über HDMI verbunden.

    Mit Raspbian funktioniert die Installation einwandfrei.

    Ist das Problem bekannt?
    Wie komme ich hier weiter?

    Antworten
  16. IchHabs says:

    Wie kann ich Raspiban auf einen Stick ziehen? Funktioniert das irgendwie mit diesem SDCart Kopierer ?

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  17. Helene says:

    Wenn man einen normalen Raspberry 3 gekauft hat, welche Version ist die richtige: „Download link Berryboot for the original Raspberry Pi, Pi Zero, Pi 2 and Pi 3 (53 MB)“
    oder
    „Download link Berryboot for the quad-core Raspberry Pi 2 and Pi 3 only (36 MB):“

    Ich dachte, der „originale“ besitzt einen Quad-Core?

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