Der Weg von Katalogversandhandel zum Online Shop

27 Mrz
27. März 2014

Viele von uns werden sich, wenn sie den Wunsch habe, sich etwas Bestimmtes zu kaufen, eher in einen Online-Shop begeben als in einen Laden zu laufen, um das richtige Produkt zu finden und es schließlich zu kaufen. Zumindest wenn es keine alltäglichen Verbrauchsgüter sind. Es ist ja schließlich einfach, online etwas zu bestellen und es bequem per DHL, Hermes, UPS und Co. geliefert zu bekommen. Als ich die Tage mal wieder eine Kleinigkeit bestellte, kam bei mir die Frage auf, wie das früher eigentlich war. Im Prä-Internet Zeitalter.

Bis vor sechs Jahren wohnte ich in einem kleinen Dorf mit rund 3.000 Seelen. Dort war alles überschaubar. Es gab eine Schule, einen Bäcker, einen Friseur, einen Arzt und sogar eine Apotheke wie auch einen Lebensmittelladen. Damals gab es dort auch noch einen Quelle Shop. Für die jüngeren unter euch: Quelle war neben Neckermann und Otto früher einer der großen Katalogversandhändler. Und damals, als Online-Shops noch nicht so ausgeprägt waren wie heute, bekam man alle paar Monate per Post oder später nur noch direkt im Quelle Laden einen richtig fetten Katalog mit mehreren hundert Seiten, in dem das aktuelle Sortiment aufgelistet war. Aus diesem konnte man dann mittels Artikelnummer per Post oder im Laden bestellten.

Vergleicht man das mit der heute gängigen Praxis, so wirkt das, trotzdem es erst sechs Jahre her ist, schon etwas eigenartig. Klar, es gibt auch heute noch Kataloge, doch die Menge hat sich, meinem Empfinden nach, drastisch reduziert. Braucht es ja auch nicht mehr wirklich, denn im Internet findet man so gut wie jedes Produkt – meist mit ausführlichen Beschreibungen und Kundenbewertungen. Ob man es dann dort kauft, ist eine andere Frage.

Doch was ist mit den einst großen Versandhändlern? Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es Quelle heute in der Form von damals nicht mehr. Das Unternehmen ging insolvent und, wie ich beim Schreiben des Artikels herausfand, gehört heute die Marke Quelle der Otto Group. Diese hat mit dem Onlineshop Otto.de, ähnlich wie in Zeiten des Katalogversandhandels, einen Shop, der ein breites Sortiment anbietet. Neben der Marke Quelle verleibte sich Otto auch die Marke Neckermann.de ein, unter der inzwischen ein Shop, der starke Ähnlichkeit mit Otto.de aufweißt, betrieben wird.

Wenn man sich in Wikipedia etwas in die Unternehmensgeschichten einließt, so merkt man, dass von den drei einst großen Unternehmen lediglich die Otto Group den Sprung in den E-Commerce Bereich erfolgreich schaffte. Unangefochtener Marktführer ist in dem Markt heute jedoch der amerikanische Konzern Amazon. Und daneben gibt es zahlreiche kleinere Online Shops.

Damit bleibt für mich abschließend das Fazit, dass die einst großen Katalogversandhändler heute nur noch ein Unternehmen unter Vielen ist – auch wenn die Marke und das, was man damit verbindet, ein anderes Bild abzeichnet.

Wie habt ihr die Zeit, bevor der E-Commerce Bereich den Versandhandel dominiert hat, in Erinnerung? Ich freute mich damals immer auf die neuen Kataloge, da man in diesen die neuen Spiele für den Nintendo Gameboy bzw. Nintendo DS sehen konnte. – Damals war ich noch etwas jünger

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3 Antworten
  1. Oliver says:

    Moin Jan,

    du hast es in deiner Darstellung schon richtig erfasst. Viele alltägliche und liebgewonnene Gewohnheiten von damals und auch heute sind ständig im Fluss der Zeit und manche verschwinden einfach.

    Der Vorteil liegt klar auf der Hand, ich als Verbraucher und Kunde kann frei wählen, über welchen Weg ich mir Informationen hole und wo und wie ich mir die Dinge meines des Lebens beschaffe. Und ganz im Sinne des heutigen Zeitgeits meist ganz schnell und sofort.

    Natürlich finde ich es klasse heute Dinge sofort online bestellen zu können um sie am Besten gleich morgen in Empfang nehmen zu können und auszuprobieren oder zu nutzen.

    Allerdings muss ich gestehen, dass ich die relaxte Art, wann immer und wo immer ich gerade Lust habe, mir einen Katalog oder Werbe-Prospekt anzusehen, bei einem gemütlichen Becher Kaffee oder kühlem Bierchen, doch sehr schätze.

    Hier und da ein Post-it oder Eselsohr, für die üppige Erstauswahl meiner Wunschliste, was ich unbedingt kaufen möchte oder cool finde. Dann vielleicht beim zweiten Mal ansehen feststellen, man braucht doch nicht alles und das Geld reicht wohl auch nicht. Anschliessend ie Hälfte wieder streichen und ganz zum Schluss festzustellen, dass man von den ausgesuchten Dingen eigentlich nichts wirklich braucht. Aber Spass hat es gemacht sich vorzustellen, all die Dinge zu haben.

    In den meisten Online-Shops funktioniert das so nicht und man ist immer gebunden an all unsere täglichen elektronischen Wegbegleiter. Papier ist geduldig und schafft mir die Musse in Ruhe und entspannt über zukünftige Kaufvorhaben nachzudenken und abzuwägen, ob diese wirklich notwendig sind.

    Also – ich finde Papier-Kataloge weiterhin gut und solange es diese gibt, werde ich diese einem Online-Shop vorziehen. Es soll ja auch noch Plätze auf diese Welt geben, wo das Internet nicht funktioniert und unsere elektr. Wegbegleiter dann nix taugen.

    Viele Grüße

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    • Jan Karres says:

      Ich denke das ist Geschmacksache und letztlich abhängig von der Affinität zum Medium. Ich persönlich habe eine umfangreiche Struktur für Lesezeichen, was meine Eselsohren ersetzt. Dafür kann ich mit Eselsohren ehrlich gesagt nicht so viel anfangen, da mir diese viel zu schnell wieder verschwinden oder versehentlich im Papierkorb landen 😉

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  2. QuickMik says:

    oliver hat nicht ganz unrecht…
    und auch der otto versand rudert schon ein wenig zurück (wie ich aus verschiedenen quellen vernommen habe)
    dort wollten sie von der katalogproduktion auch lieber schneller weg,
    weil die produktion ja auch nicht gerade billig ist.
    allerdings siend sie drauf gekommen, das weniger im onlineshop gekauft wurde, wenn es keinen katalog gibt.

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