Gaming mit einer Hand: Razer Naga als Universallösung

10 Mai
10. Mai 2014

Vergangenes Jahr schrieb ich in diesem Blog unter dem Titel Gaming mit einer Hand: Egoshooter und Rollenspiele über meine Erfahrungen, wie man Games am Computer mit nur einer Hand spielen kann, für die man eigentlich Maus und Tastatur, folglich zwei Hände, braucht. Die Challenge zur Lösung dieses Problems stelle ich mir seit Jahren, da ich aufgrund meiner eigenen körperlichen Einschränkung nur eine Hand voll zur Verfügung habe.

Im damaligen Artikel erzählte ich euch von meinem Versuch, eine Maus-Gamepad-in-One-Kombination zu bauen, die leider aufgrund dessen Schwergängigkeit scheiterte. Damals schaffte ich es, mit nur einer Razer Deathadder, die fünf Tasten hat, einfache Spiele mit fast ausschließlich dieser Maus zu spielen. Aus diesen beiden Erfahrungen resultierte die Erkenntnis, dass eine Maus mit vielen Tasten das Problem, ein beliebiges Spiel mit einer Hand zocken zu können, lösen könnte. Eine solche Maus ist die Razer Naga, die es damals nur für Rechtshänder gab. Das inzwischen erschienene Linkshändermodel testete ich und kann es in meinen Augen als Universallösung für Gaming mit einer Hand am Computer empfehlen!

Funktionalität der Maus
Die Razer Naga gibt es inzwischen in einer Ausführung für Linkshänder wie auch für Rechtshänder. Mit ca. 75€ pro Maus ist dieses Modell sicher kein Schnäppchen und ist aufgrund der Ausformung und Tastenbelegung auch nur mit einer der jeweiligen Händen zu bedienen. Neben linker und rechter Maustaste bietet das Mausrad mit einer mittleren Maustaste wie auch durch Neigung des Rads nach links und rechts drei mögliche Tastenbelegungen. Jedoch ist meiner Erfahrung nach dazu zu raten, die Neigungstasten nicht zu belegen, da man diese sehr schnell versehentlich auslöst. Hinter dem Mausrad befinden sich zwei weitere Tasten, die mit dem Zeigefinger im Bedarfsfall angesteuert werden können. Der wirkliche Kick dieser Maus liegt jedoch in den 12 Tasten beim Daumen. Diese haben Abmaß, sodass sie zum einen so klein sind, dass man sie mit dem Bewegungsradius eines normalen Daumens gut erreichen kann, zum anderen aber auch so groß, dass man diese zielsicher trifft.

Die Auflösung des Laser-Sensors der Maus beträgt 8200 DPI 4G, womit, je nach Einstellung, mit kleinsten Bewegungen in Spielen ganze 360° Drehungen möglich sind. Mit dem Treiber liefert Razer die Software Synapse 2.0, mit der man jede Taste der Maus individuell belegen kann. Dabei lassen sich neben einfachen Tastenbelegungen auch u.a. Makros aufnehmen, die für manche Spiele auch nicht von Nachteil sind. Des Weiteren, was zum Spielen mit einer Hand sehr wichtig ist, lassen sich in der Software verschiedene Profile zur Belegung und weiteren Einstellungen der Maus speichern. Dies hat den Vorteil, dass man sich für jedes Spiel ein individuelles Profil anlegen kann, dass auf die im Spiel benötigten Tasten abgestimmt ist.

Grundbelegung zur Steuerung mit WASD
Gehen wir davon aus, dass wir einen klassischen Shooter wie Battlefield 3 spielen, so steuern wir die Person aus der Ego-Perspektive mittels WASD wie auch der Mausbewegung. Letztere Bewegungen machen wir ganz normal mit der Maus. Die Tasten WASD habe ich auf insgesamt sechs der zwölf Daumentasten gelegt. Die Tasten 1 und 3 (siehe Produktbilder der Maus) sind mit A belegt. Die Tasten 3 und 6 werden folglich für D verwendet. W liegt auf 2 und S auf 5. Die Doppelbelegung von A und D ist nötig, da man mit nur einem Finger (Daumen) zum z.B. zum vorwärts links laufen W und A gleichzeitig drücken muss. Würde man keine A Taste auf Höhe der W Taste haben so drückt man, eigener Erfahrung nach, schnell auf S, welche in Kombination mit W, in vielen Spielen zum Stillstand der Figur führt.

Auf die Tasten 7-12 kann man nun weitere Funktionen legen, die man benötigt, während man nicht laufen muss, da man diese Tasten ebenfalls mit dem Daumen ansteuern muss. Für Aktionen während des Laufens, wie schießen oder sprinten, kann man sich die linke, rechte und mittlere Maustaste wie auch die beiden Tasten hinter dem Mausrad belegen. Die mittlere Maustaste eignet sich meiner Erfahrung nach am besten zum Springen.

Wenn in dem gespielten Spiel möglich, sollte man dem Scrollen mit dem Mausrad auch eine wichtige Rolle zukommen lassen. Beispielsweise ist es in Battlefield 3 möglich, mit dem Rad die Waffen zu wechseln. Durch die Leichtgängigkeit des Rades, bei gleichzeitig spürbaren Schwellen, ist ein schnelles und präzises wechseln der Waffen möglich.

Wie sieht es aus, wenn man mit einer Hand spielt
Nachdem ich im Vorangegangenen ausführlich erklärt habe, wie man die Funktionen der Maus benutzen kann, möchte ich euch im folgenden Video demonstrieren, wie aus aussieht, wenn man damit zockt. Dabei spiele ich einmal Battlefield 3 und anschließend ein paar Minuten Minecraft. Meine Skills sind mangels intensivem Training, wie zu sehen, nicht gerade überragend. Jedoch sollte mit etwas mehr Übung eine ordentliche Performance mit dieser Steuerungsmethodik möglich sein.

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7 Antworten
  1. Sascha Flach says:

    Hallo Jan, das ist für mich mal ein guter Einblick. Ich hatte vor 2-3 Jahren mal ein kleinen Selbsttest gestartet – Frage: Ist es Möglich mittels OCZ NIA Stirnband wirklich am PC zu Arbeiten und zu Spielen.

    – Die kurz Fassung: Ja, solange man sich immer bewusst ist, das man viel Üben muss und nie ganz die Leistung schafft ( beim Spielen ) wie man es gewohnt ist ( ohne Einschränkungen ).

    Vielleicht ist es aber etwas für Dich:

    http://www.amazon.de/OCZ-Neural-Impulse-Actuator-Edition/dp/B00168VU4U

    Ich hatte damit einiges vor im Bereich von Protesensteuerung ( damals noch mit dem Weetab – Windows Inst. möglich ).

    Mögliche Hilfen: Laufen/Springen/ schießen – Mein test – nach 8 Wochen habe ich auf einer Lanparty mal Quake 3/4 damit gespielt… ich war nicht top, aber auch nicht der schlechteste.

    Besonders gut – Bei MMos um tasten zu drücken. ( World of Warcraft -PVP Trinkets etc. ).

    Falls Du noch Fragen hast – könnte dir viel Dazu erzählen ( 14 Wochen Test hintermir ).

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    • Jan Karres says:

      Danke für deinen Hinweis Sascha. Das Ding stand auch mal auf meiner Ideenliste, jedoch, wie du schon sagst, muss man immer bewusst dabei sein. Folglich dürfte über TeamSpeak mit dem Team reden o.ä. kaum möglich sein. Dies war bzw. ist für mich ein Ausschlusskriterium.

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  2. Holger says:

    Hallo Jan, ich spiele auch nur einhändig.
    Ich habe mir ein Gamepad von Saitek zugelegt.
    Dieses wird aber leider nicht mehr hergestellt.
    Ich könnte Die aber das G13 Gamingpad von Logitech empfehlen, da Du ja auch mit links spielst.
    Gruß
    Holger

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  3. Thobias Schuler says:

    Hallo Jan, zu deiner Idee mit dem G13 Gaming Pad habe ich heute eine ähnliche Idee mit dem Razer Orbweaver. Der Orbweaver bietet viel mehr Komfort vom Platz her.

    Dein Gaming Video mit der Razer Naga finde ich gut, ich werde mir die Maus (linkshändig) zum Test kaufen.
    Wenn das nicht meinem Ansprüch genügt, werde ich das Orbweaver + meine Diamondback 3d kombinieren ;). Dies werde ich dann ebenfalls dokumentieren.

    mfg Tobi

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    • Jan Karres says:

      Das Problem war weniger der Komfort als mehr, dass es so klobig war, dass man nicht schnell und präzise regieren konnte. Ich bezweifle, dass das Razer Orbweaver dieses Problem lösen kann.

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  4. Steffen says:

    g600 von logitech nutze ich geht auch ganz gut. aber leider nur für rechts händer

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