LIFX Smart bulb: Review und Anwendungsmöglichkeiten

12 Jul
12. Juli 2014

Das Thema Hausautomatisierung und damit smarte Alltagsgegenstände ist erst in seinen Anfängen und häufig noch mit eigener Bastelarbeit verbunden. Eine smarte LED-Lampe ist LIFX, die über Crowdfunding auf Kickstarter mit über 1 Mio. USD finanziert wurde. Mein Exemplar ist seit kurzem im Einsatz und da ich die Idee klasse finde, wollte ich euch LIFX einmal vorstellen, wie auch Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen.

Die LIFX ist eine LED Lampe, mit der man übliche Glühbirnen bzw. Energiesparlampen ersetzen kann. Es gibt das Gerät mit Edison screw, Bayonet und bald auch für Downlight Lampenfassungen. Dabei ist zu beachten, dass die Lampe etwas größer als eine gewöhnliche Glühbirne ist, da neben der LED Beleuchtung ein System für verschiedene Farben und ein Wifi-Modul in der Lampe integriert ist. Mit über 1000 Lumen entspricht sie einer 75 Watt Glühbirne, braucht jedoch aufgrund der LED-Technologie nur 17 Watt bei voller Leistung. Laut Hersteller soll die Beleuchtung 40.000 Stunden laufen und es werden zwei Jahre Garantie geboten.

So viel zu den Hardwareeigenschaften der LIFX Smart bulb. Das eigentlich Interessante an dem 99 USD (ca. 70 € zzgl. Einfuhrzoll aus Hongkong) Gerät sind dessen technische Werte in der Handhabung. Mittels einer App für iOS und Android kann man die Lampe mit dem WLAN verbinden. Anschließend kann man die Lampe über ein Gerät, das sich im selben Netzwerk befindet, steuern. Dabei kann man aber nicht nur die Lampe ein und ausschalten, sondern man kann sie in 100 Stufen dimmen, die Farbtemperatur von 2700 K bis 8000 K einstellen und die Farbe des Lichtes aus einem großen Teil des Farbspektrums frei definieren. Des Weiteren lassen sich mehrere LIFX Birnen auch zu Gruppen zusammenschließen, die dann alle zugleich angesprochen werden können. Für technisch Interessierte wird es noch interessanter, wenn sie sich mit der API der Lampe (Schnittstelle um Lampe über Programm anzusprechen) beschäftigen, denn dann ist es möglich, eigene Anwendungen für die Lampe zu schreiben.

Ich für meinen Fall möchte meine Lampe mit meinem Wecker am Smartphone abgleichen, sodass die Lampe beim Aufwachen langsam immer heller wird. Und dank der über 1000 Lumen ist hell auch wirklich hell.

Laut Hersteller ist auch eine sogenannte LIFX Cloud in Arbeit. Mit dieser soll es möglich sein, da die Lampe sowieso schon mit dem Router und folglich dem Internet verbunden ist, die Lampe aus der Ferne zu steuern. Dadurch würde es möglich werden beispielsweise über IFTTT bei einer Aktion eines dritten Dienstes die Lampe als Benachrichtigung zu verwenden. Für eine neue Mail leuchtet sie rot, eine neue Facebook Nachricht wird durch ein blaues Leuchten signalisiert und eine Message auf Twitter wird mit einem helleren blau in die Wohnung getragen.

Nach dem Zahlungseingang bei LIFX wird die Lampe aus Hongkong via DHL Express versendet, sodass sie bei mir nach drei Tagen im Zoll hing. Dort musste ich bei einer von zwei Lampen einen Zahlungsnachweis per E-Mail erbringen, woraufhin das Paket nur zwei Tage später geliefert wurde. Da das Paket von außerhalb Europas kommt, muss dem DHL Express Boten der übliche Einfuhrzoll bezahlt werden.

Die gelieferte Lampe muss nur in die Lampenfassung gedreht und auf dem Smartphone die entsprechende App installiert werden. Anwendungen für Windows, Mac OS X oder Linux gibt es momentan nicht. Anschließend verbindet man die Lampe in einer Schritt-für-Schritt Anleitung mit dem Router und der Spaß kann schon beginnen. Man sollte noch versuchen, ein Firmware Update für die Lampe zu installieren, da diese, zumindest in meinem Fall, mit der Softwareversion 1.1 geliefert wurde. Zum Zeitpunkt als dieser Artikel entstand war Version 1.3 aktuell.

Der Support seitens LIFX bei Problemen ist nebenbei bemerkt klasse. Ich durfte diesen gleich zwei mal in Anspruch nehmen: Die erste Lampe war leider aufgrund eines Produktionsfehlers defekt. Der Rückversand wurde in vollem Umfang vom Hersteller bezahlt und umgehend ein Ersatz versendet. Als ich ein funktionierendes Gerät mein Eigen nennen durfte, wollte ich dieses mit meiner AVM Fritz!Box verbinden, was nicht funktionierte. Mit einem anderen Router funktionierte es anstandslos. Auch in diesem Fall fand antworte der Support kompetent und teilte mit, dass das Problem bekannt sei wie auch, dass an einer Lösung gearbeitet werde.

Insgesamt bin ich mit der LIFX Smart bulb echt zufrieden. Das Licht ist angenehm, die Möglichkeiten mit entsprechendem technischen Background fantastisch und auch am Support des Herstellers ist nichts auszusetzen. Einzig sollte man die Lampe, wenn sie länger als zehn Minuten an ist, nicht mehr anfassen, da sie, trotz der geringen Leistungsaufnahme, eine immense Wärmeentwicklung bietet.

Oben findet ihr ein kleines Video, in dem ich die ersten Schritte mit der Lampe zeige und im Folgenden habe ich euch noch mal alle technischen Daten des, meiner Meinung nach empfehlenswerten, Produktes in der Übersicht zusammengestellt.

NameLIFX
Benötigte LampenfassungEdison screw, Bayonet oder (in Kürze) Downlight
FarbeSchwarz/Weiß
Größe65mm x 135mm
Lichtstärkeüber 1000 Lumen (75W)
Farbtemperatur2700 – 8000K
Farbe des LichtesPer App aus Farbspektrum frei wählbar
Leistungsaufnahmemax. 17W
Wärmeentwicklungbis zu 100°C
KonnektivitätWLAN (802.11bg)
Lebensdauer lt. Hersteller40.000 Stunden
Garantie24 Monate
SoftwareApp für iOS und Android, API
VersandstandortHongkong
Preis99,00 USD zzgl. Einfuhrzoll
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6 Antworten
  1. Webdesign Stuttgart says:

    Super Review ! Mir ist die Lampe noch ein wenig zu teuer – solange nutze ich die günstigeren ChinaGadget Varianten der Living Colors Lampen…aber ich behalte Deinen Bericht auf jeden Fall im Hinterkopf. 🙂

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    • Jan Karres says:

      Von Phillips gibts ja auch noch solche Lampen, wobei diese weniger intensive Farben haben auch nicht eine solche Lichtstärke schaffen.

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  2. Kay says:

    Hallo Jan,
    dann sollte man aber auch auf die Schwachstellen hinweißen.
    http://thehackernews.com/2014/07/smart-led-lightbulbs-can-be-hacked-too.html

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    • Jan Karres says:

      Klar kann bei so einem smarten Produkt eine Sicherheitslücke enthalten sein. Aber wie in dem verlinken Artikel ebenfalls beschrieben, wurde die Verschlüsselung seitens LIFX umgestellt und die Lücke damit geschossen. Vorausgesetzt ist natürlich eine aktuelle Firmware.

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  3. tuxlog says:

    Hallo Jan,

    toller Artikel, vielen Dank. Weißt Du ob das Protokoll mit dem die Lampe remote bedient wird offen gelegt ist? Also hat man alle Informationen, um das Ding aus einem selbst erstelltem Programm (z.B.) vom rpi aus zu steuern? Und wie hoch sind denn die Kosten insgesamt? Also Einfuhrzoll plus Deutsche Post?

    Danke und viele Grüße, Hans

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    • Jan Karres says:

      Es gibt APIS über die man die Lampe ansprechen kann. Ein Remote Zugriff soll künftig über eine LIFX Cloud möglich sein, wobei diese lt. Entwickler noch in Arbeit ist. Versand ist inklusive (DHL Express), der Zoll kostete rund 20€, wobei das je nach Wechselkurs eben auch etwas schwanken kann.

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