Test- und Vergleichsportale: Nutzen und Geschäftsmodell

26 Jul
26. Juli 2014

Die meisten von uns werden mindestens gelegentlich etwas online bestellen. Wenn man in einen Laden geht, hat man ein paar Modelle zur Auswahl, doch im Netz trifft man bei so gut wie jedem Produkt, das man sich wünscht, auf diverse Modelle von einer ebenso großen Menge Herstellern. Daraus ergibt sich dann die Frage was man kaufen soll – was das beste Produkt seiner Art ist. Aber auch für dieses Problem gibt es eine Lösung: Test- und Vergleichsportale, die es inzwischen wie Sand am Meer gibt. Doch welchen Nutzen bringen solche Portale und wieso werden solche Webseiten eigentlich betrieben? Diese beiden Fragen werde ich in diesem Artikel erläutern und dabei auch darauf eingehen, dass es zwischen den Portalen große Unterschiede gibt.

Erwartungen des Nutzers
Gehen wir von einem Otto-Normal-Nutzer aus. Dieser sucht einen Vergleich zwischen verschiedenen Modellen bzw. Erfahrungsberichte zu dem von ihm ausgesuchten Modell. Er ist in der Annahme eine echte Meinung zu erhalten, die ihm das beste Produkt empfiehlt und dabei vielleicht auch auf Vor- und Nachteile eingeht. Ob der Test oder Vergleich von einem Profi geschrieben wurde oder ein Erfahrungsbericht eines Endkunden ist, sollte ebenfalls klar erkenntlich sein.

Verschiedene Arten von Vergleichsportalen
Grob gesprochen kann man sagen, dass es vier Arten von Vergleichsportalen gibt, die auf qualitative Kriterien (kein Preisvergleich) eingehen. Einerseits gibt es Zeitungen, wie bspw. im Technik Bereich Chip, die Produkte nach einheitlichen Standards testen und anhand dessen eine Einschätzung zu dem Produkt angeben. An solchen Artikeln sind (meist) Personen beteiligt, die ein gewisses Know-how vorzuweisen haben.

Andererseits gibt es Kundenbewertungen, wie man sie bspw. bei Amazon finden kann. Hier schreiben Kunden meist ihre persönlichere und subjektivere Meinung, wie auch deren Erfahrungen zu einem Produkt, wobei bei diesen Texten meist keine Standards für Bewertungen angelegt werden, die verschiedene Meinungen vergleichbar machen.

Des Weiteren gibt es noch solche Vergleichsportale, die Tests und Kundenrezensionen zusammentragen und daraus verschiedene Meinungen wie auch deren durchschnittliche Bewertungen aufzeigen, was dem Nutzer eine Fülle von Informationen bietet. Ein Beispiel das mir persönlich in diesem Bereich sehr gut gefällt und auf das ich persönlich immer wieder zurückgreife, ist Testberichte.de.

Zuletzt sein noch solche Portale wie Netzsieger zu nennen, die häufig durch ein recht modernes und übersichtliches Design überzeugen, redaktionelle Inhalte bieten und den Benutzern kleine Interaktionsmöglichkeiten, wie die Vergabe von Sternen, bieten. Dabei ist es jedoch nicht selten der Fall, dass die Testkriterien oder Quellen für die Tests undurchsichtig sind.

Das Geschäftsmodell von Test- und Vergleichsportalen
Doch warum werden solche Portale überhaupt betrieben und von deren Betreiber gepflegt? Die simple wie logische Antwort ist: Zum Geld verdienen. Jedoch sollte man sich die Art wie solche Webseiten ihr Geld verdienen genauer ansehen, um zu verstehen, warum auf manchen Portalen Produkte empfohlen werden, von denen andere Portale eher abraten. Meist verwenden solche Portale sogenanntes Affiliate Marketing (affiliate engl. für angliedern). Dabei erhalten die Betreiber weder für das Ausliefern noch für Klicks auf die Werbung Geld, sondern lediglich für einen Lead (Verkauf) eine Provision. Zeitungen haben zusätzlich durch Verkäufe von Zeitungen mit den Tests eine Möglichkeit zur Refinanzierung der entstandenen Aufwendungen. Reines Kundenfeedback schafft kaum Kosten, da für solche Portale kaum redaktionellen Kosten entstehen und auch Portale, die Tests und Bewertungen von Produkten zusammentragen, brauchen meist nur kleine Redaktionen, die sich durch diese Art von Werbung refinanzieren können.

Es gibt jedoch Portale, die allein darauf ausgelegt sind durch Affiliate Marketing möglichst schnell Geld zu erwirtschaften. Dazu werden nicht selten intransparente Vergleiche oder Testverfahren verwendet, die den Nutzern zeigen sollen, welches Produkt sie kaufen sollen. Jedoch entspricht in diesem Fall das Produkt, das der Besucher erwerben soll nicht dem objektiv besten Produkt, sondern ist das Produkt, das die höchsten Provisionen bei einem erfolgreichen Lead abwirft.

Portal als Nutzer richtig nutzen
Wie erkennt man nun ob ein Vergleich nur auf Provisionen für den Betreiber des Portals abzielt, oder ob man es mit einem objektiven Vergleich zu tun hat? Zunächst sollte auf der Webseite eine klare Definition der Testkriterien zu finden sein – wenn auch häufig recht versteckt. Des Weiteren hilft es häufig, neben redaktionellen Tests, deren Autoren/Verlage möglichst auch nicht gänzlich neu oder unbekannt sind, sich auch diverse Kundenmeinungen durchzulesen, da hierbei nicht selten auf produktspezifische Details eingegangen wird, die bei standardisierten Testverfahren aus dem Blickfeld von Redaktionen fällt. Dabei ist Amazon aufgrund seiner Größe meist die hilfreichste Quelle, wobei man auch hier aufpassen sollte und sich anstatt der hilfreichsten, die neuesten Bewertungen anzeigen lassen sollte. Dadurch erhält man nicht schon eine Vorauswahl von bestimmten Resonanzen, sondern erfährt auch, wenn bspw. die Qualität des Produktes im Laufe der Produktion drastisch abnahm. Ich persönlich kann, wenn es einfach sein soll, jedoch das bereits oben benannte Portal Testbereichte.de empfehlen, auf dem Informationen aus diversen Quellen zusammengetragen sind, was eine hohe Objektivität gewährleisten sollte.

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