Die Monologie unseres Konsumverhaltens

02 Aug
2. August 2014

Wir gehen alle einkaufen. Angefangen bei Dingen wie das Brot beim Bäcker, den Jogurt im Supermarkt oder das Waschmittel in der Drogerie, aber auch größere Anschaffungen wie ein Smartphone, Klamotten oder auch eine Waschmaschine. Das ist unser alltägliches und völlig normales Konsumverhalten. In den vergangenen Monaten bemerkte ich jedoch immer wieder, wie monologisch unser aller Konsum ist und damit wie gleich wir sind in dem was wir essen, was wir tragen, was wir haben.

Beginnen wir das Gedankenspiel doch mal bei Lebensmitteln. Ich behaupte, dass die meisten regelmäßig bei REWE, Kaiser’s Tengelmann, ALDI, Lidl, EDEKA oder Kaufland einkaufen. Viele kleinere Marken wie Netto Marken-Discount (EDEKA) oder toom Markt (REWE) gehören zu den oben genannten Unternehmen. Da diese großen Marken fast flächendeckend vertreten sind und sich viele Menschen auf Marken, und folglich das gewohnte Sortiment verlassen, haben es Einzelmärkte oder Regionalmärkte in den vergangenen Jahren wahrscheinlich immer schwieriger. Dieses Verhalten, dass wir bei diesen wenigen großen Marken einkaufen, hat zur Folge, dass wir alle im Endeffekt aus der gleichen Auswahl von Produkte konsumieren.

Noch deutlicher denke ich wird das bei Drogerien: Bei dieser Art Läden sind mir nur die drei Marken ROSSMANN, dm und Müller bekannt. Kleine Player auf diesem Markt kenne ich eigentlich keine.

Und auch wenn man im europäischen Ausland verreist, muss man immer seltener auf die gewohnten Marken verzichten, denn in vielen anderen Ländern findet man dieselben Märkte wie in Deutschland wieder – samt ähnlichen Sortiment. Regionale Besonderheiten von Produkten, wie es früher mehr gab, sind beim normalen Einkaufen meiner Ansicht nach weitestgehend auf ein Minimum reduziert.

In der Summe fiel mir also auf, dass durch diese Struktur weniger, großer Unternehmen am Markt unser Konsumverhalten in der Auswahl auf bestimmte Produkte beschränkt ist und folglich eine gewisse Individualität in dem Konsumverhalten des Einzelnen verloren geht. Davon abgesehen sind die wenigen Firmen in der komfortablen Lage ihre Marktmacht auf beiden Seiten zu nutzen: Einerseits um die Lieferanten aufgrund der großen Abnahmemengen in deren Preise zu drücken und zum anderen den Kunden gegenüber, denen man kleine aber sukzessive Preissteigerungen verkaufen kann, wobei man kaum Gefahr laufen sollte dadurch Kundschaft zu verlieren, da es ja nicht viele Alternativen gibt.

Update: Tim hat in den Kommentaren ein Bild von Lera Blog gepostet, dass die Zusammenhänge von Marken und Firmen richtig schön veranschaulicht.

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7 Antworten
  1. Markus says:

    Da hast du recht Jan. Eigentlich ist dies auch eine Schade und man sollte viel merh auf Regionale Produkte und kleine Händler setzen. Allerdings muss ich gestehen mache ich dies auch nicht so. Ich hate mal eine Grafik wo die ganzen Beziehungen von den Firmen dargestellt war. Daran kann man sehen das eigentlich gerade man ca. 10 Firmen unseren gesamten Konsum dominieren da alle anderen Firmen usw. irgendlweche Torterfiremen usw. sind.

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    • Alex says:

      Da stellt sich allerdings die Frage, wo es denn regionale Händler gibt.
      Ich wohne zur Zeit seit 2 Jahren in Aachen und habe hier noch nie regionale Händler gesehen, die unabhängig von den oben genannten Großmärkten sind. Das höchste der Gefühle ist eher, dass es bei Rewe Gemüse von regionalen Bauern gibt, was ich meist bevorzuge. Aber in dem Falle bleibt Pilz immer noch Pilz und ist damit nicht viel individueller als die Verpackung Pilze von irgendeiner bekannten Marke.

      Beim Lesen dieser Gedanken habe ich eher an meine Heimatstadt gedacht, die sehr klein ist. Dort hatten wir immer lokale Bauern, die Gemüse und Früchte verkauft haben, was immer toll war. Allerdings weiß ich dabei auch nicht, wie sich der Konsum dabei individueller anfühlen sollte.

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  2. Tim says:

    Hey Jan, du sprichst da ein sehr wichtiges Thema an.

    Ich finde, die Leute denken einfach gar nicht mehr nach und kaufen einfach.
    Es gibt nach 12 Monaten ein neues Smartphone auf dem Markt? Das muss natürlich direkt gekauft werden, obwohl das alte ja eigentlich noch vollkommen ausreicht.
    Ich könnte noch viele Beispiele nennen, aber ich glaube, jedem ist klar, was ich sagen will.
    Konkurrenz belebt eben das Geschäft, Monopole waren noch nie gut…
    Ich versuche deswegen auf die Marktführer zu verzichten.
    Beispielsweise bestelle ich schon lange nichts mehr von dem amerikanischen Versandhandel mit dem großen ‚A‘ und Geräte von dem südkoreanischen Mischkonzern mit dem großen ‚S‘ kommen mir nicht ins Haus. Das ist nicht viel, aber besser als nichts 😀 Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen auf ihr Konsumverhalten achten.

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  3. Paul says:

    Die Zukunft ist Franchising.
    Aber nicht nur bei Einkaufsmärkten. Auch bei den Restaurants. Vapiano, BurgerKing, Asia- und Nudeln-Ketten, Bratwurst- und Teigwaren-Ketten ersetzen immer mehr die normale vor Ort Arbeit.

    Die Welt verändert sich immens. Ich kann dir nur Gunter Dueck empfehlen. Am Besten eins seiner Videos auf Youtube anschauen.

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