Der Grund, warum Webworker verschiedene Monitore brauchen.

13 Sep
13. September 2014

Beim täglichen Arbeiten am Rechner als Webworker entwickeln sich mit der Zeit einige Arbeitsmethoden, welche den Workflow und die Qualität der eigenen Arbeit verbessern, sodass man effektiver für Kunden arbeiten kann. So auch bei Jan und mir (David Haase; mit Werbe Werke biete ich meinen Kunden visuelles Design) – aber auch bei unseren gemeinsamen Webprojekten, wie z.B. Raspifeed. Einen solchen Kniff möchte ich euch heute näher bringen. Er dient zur Qualitätssicherung deines Designs und ist eigentlich leicht umsetzbar, wenn man nur davon weiß.

Erhöhe die Qualität deines Designs mit einem zweiten Bildschirm
Mit zwei Bildschirmen zu arbeiten vergrößert die Arbeitsfläche ungemein und erleichtert somit den Workflow für all jene, die in der digitalen Welt zu Hause sind und tagtäglich dort arbeiten – vor allem für die Kreativen, seien es Webentwickler, Screendesigner, Fotografen usw. Speziell für das Endprodukt bietet es einen weiteren entscheidenden Vorteil zwei verschiedene Monitore zu haben, denn Bildschirm ist nicht gleich Bildschirm. Sehen wir uns also erst einmal die verschiedenen Technologien an.

Kennst du deinen Bildschirm?
Es gibt verschiedene Bildschirmarten, die jeweils eigene Vor- wie auch Nachteile haben. Im Folgenden werde ich erläutern welche verschiedenen Panel-Techniken in den heutigen LCD (Liquid Crytal Display) Monitoren verbaut sind. Grundsätzlich wird zwischen TN-, VA- und IPS-Panels unterschieden. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie in den einzelnen Pixeln das Licht reguliert wird: Ein Pixel besteht immer aus drei Subpixel – den drei Lichtfarben rot, grün und blau (RGB). Aus diesen drei Grundfarben lassen sich alle Farben mischen, die für das menschliche Auge erkennbar sind. Die jeweilige Farbe wird durch das Flüssigkristall-Stäbchen reguliert. Also wird das Licht der Hintergrundbeleuchtung in allen Subpixel individuell reguliert. Dies geschieht, je nach verwendeter Technik, mit unterschiedlichen Methoden.

Bei der Twisted-Nemativ Technik (TN) sind diese Stäbchen ursprünglich waagerecht zur Bildebene ausgerichtet. So kann das Licht gleichmäßig durch leuchten. Setzt man sie allerdings unter Spannung, so richten sie sich senkrecht zur Bildebene aus und blockieren das Licht der Hintergrundbeleuchtung. Geschieht das mit allen Farben, so wird das Pixel also schwarz, da kein Licht mehr durchscheint.

Bei Panels mit Vertical-Alignment Technik (VN) ist es umgekehrt: Hier stehen die Stäbchen im Ausgangszustand senkrecht zur Oberfläche und richten sich unter Spannung waagerecht aus, sodass sie die Hintergrundbeleuchtung bedecken.

In-Plane Switching (IPS) heißt soviel wie „auf eine Ebene schalten“. Bei dieser Technik sind die Flüssigkristalle immer waagerecht und ändern wie ein Kompass ihre Orientierung um 90°. Durch das Drehen des Flüssigkristalls ist mehr oder weniger der Hintergrundbeleuchtung zu sehen. Somit kann das Licht genau wie bei TN und VA reguliert werden, trotz einer anderen Herangehensweise.

In den üblichen Flachbildschirmen findet sich heutzutage ein TN-Panel. Die TN-Panel-Technik hat eine extrem kurze Reaktionszeit, was für professionelle Spieler interessant ist und zudem sehr preisgünstig in der Produktion ist. VA-Panels bieten hingegen einen höheren Kontrast, stellen die Farben brillanter dar und bieten einen größeren Blickwinkel auf das Bild – allerdings haben solche Panels im Vergleich zur TN-Panel-Technik eine sehr lange Reaktionszeit. Ein IPS-Panel vereint die positiven Eigenschaften dieser beiden Panels und bietet eine hohe Farbtreue, bei einer angemessenen Reaktionszeit. Außerdem bietet diese Panel-Technlologie einen enorm großen Betrachtungswinkel (wenn man seitlich auf den Monitor schaut, verfälschen sich die Farben nicht). Durch die Realitätsnähe sind Druckereien auf solche Monitore angewiesen. Leider sind diese Bildschirme jedoch nicht ganz günstig, wobei es inzwischen einige Modelle für unter 500 Euro gibt.

Was hat es mit der viel beworbenen „LED“ Kennzeichnung auf sich?
Die Bezeichnung LED, die von vielen Herstellern für Marketingzwecke genutzt wird, hat mit dem Ganzen nichts direkt zu tun und bezieht sich nur auf die Art der Hintergrundbeleuchtung. Jedoch ist ein LED-Beleuchtung in den Bildschirmen heutzutage der Standard. Die Flüssigkristallelemente liegen wie ein Filter über den Leuchtdioden (LED). Durch die Möglichkeit der flachen Bauweise, dem ökonomischen Stromverbrauch und der langen Lebensdauer hat sich das LED-Backlight durchgesetzt.

Und wofür benötigen wir Webworker nun verschiedene Monitore?
Klar, als jemand der mit Gestaltung sein Geld verdient, sollte die Investition eines Bildschirmes mit IPS-Panel mit den positiven Eigenschaften dieser Technologien keine Frage sein. Mit einem solchen Monitor arbeite ich auch hauptsächlich. Allerdings wähle ich als zweiten Bildschirm einen Monitor mit TN-Panel, der eine minderwertigere Farbwiedergabe bietet. Wieso sollte man als Profi absichtlich auf die falsche Technik zugreifen?

Ein Auto wird bei der Entwicklung nicht nur unter optimalen Verhältnissen, auf der perfekten Rennstrecke, getestet. Es wird bei üblichem Wind und Wetter, auf üblichen Straßen mit Schlaglöchern und Abnutzungen ausgereizt, und genauso verhält es sich, wenn wir ein Webprojekt konzipieren, gestalten und entwickeln. Wenn ich eine Website teste, teste ich doch auch veraltete Internet Explorer Versionen und all jene Browser, die ich persönlich nicht nutzen würde, die aber am meist verbreitetsten sind. Wenn ich also eine Website entwerfe oder ein Foto nachbearbeite, so muss ich auch im Sinne der Nutzer denken und deren Equipment nutzen. Es bringt mir nichts, wenn ich Farbverläufe oder Kontraste einbaue, die auf meinem hochwertigen Bildschirm fantastisch aussehen, jedoch vom Großteil der Nutzer, mangels der nötigen Technik, gar nicht wahrgenommen werden können. So der Hintergedanke auf verschiedene Displayarten zu setzen, um eine Qualitätssicherung meiner Arbeit gewährleisten zu können.

Mit den zwei verwendeten Bildschirmen kann ich bei einer Website-Gestaltung das Photoshop Fenster ganz einfach rüber schieben und einen Schnelltest machen, ob die Farbwahl technisch korrekt war, und das ist der Grund wieso ich stets mit zwei verschiedenen Bildschirmen arbeite.

Wusstet ihr bereits vorher, welche Monitor-Techniken es gibt und welche Vor- bzw. Nachteile diese haben und welche Panel-Technik nutzt ihr, bewusst oder unbewusst?

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