Der Wert von Social Media Interaktionen

03 Jan
3. Januar 2015

Die meisten von uns sind in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter aber auch YouTube oder Flickr unterwegs. Diese Portale sind ein Teil der Generation Web 2.0 – des Netzes zum Mitmachen für jedermann. An jeder Ecke lauern Informationen von Freunden oder Menschen, die man interessant findet und man kann diesen seine Zuneigung ausdrücken. Auf Facebook kann man liken, auf Twitter nennt sich das favorisieren und einen Daumen hoch lässt man auf YouTube da. Dazu kann man Facebook Freundschaftsanfragen verschicken, einem Twitterer folgen und die YouTuber abonnieren. All das sind Interaktionen, die im Kern gleich und leicht zu erfüllen sind. Ein Klick, und man hat es getan. Doch einen Kommentar, wie auch immer dieser benannt ist, ist auch eine Art der Social Media Interaktion, die sich auf allen Plattformen wiederfindet.

Unter der Flut an Informationen, die uns über die sozialen Netzwerke von all unseren zahlreichen Bekanntschaften erreichen, kann man natürlich nicht mehr alles von jedem aktiv wahrnehmen – ganz davon abgesehen auf jeden einzugehen. Wobei, hier ein Like, da ein Favorisieren – das hat noch nie geschadet, und außerdem: Wer mag es nicht Likes dafür zu kassieren was er oder sie macht? 😉 Es fühlt sich doch gut an zu merken, dass sich das eigene Umfeld für einen interessiert.

Doch ist ein Like wirkliches Interesse? Ich poste Artikel wie Videos, die ich produziert habe Woche für Woche in den sozialen Medien und die Anzahl der Likes ging dadurch Stück für Stück nach oben, da im Laufe der Zeit immer mehr Leute meine Inhalte gesehen haben und vielleicht daran hängen blieben. Ehrlich gesagt ist mir persönlich inzwischen die Anzahl der Daumen und dergleichen egal geworden, auch wenn sie einen netten Richtwert geben um zu sehen was Lesern/Zuschauern gefällt, denn viel mehr als „hab ich gesehen“ drückt ein Like nicht wirklich aus. Mehr bewirken sie bei mir nicht mehr, denn wenn man sich mal überlegt was man alles liked, hat ein Like keine Aussage darüber wie man es findet, denn eine konkrete Meinung kann man in einem Daumen doch gar nicht ausdrücken.

Ich selbst bin bis zum Beginn meiner Videoproduktion ein stiller Leser und Zuschauer vieler Webangebote gewesen. Wenn überhaupt ließ ich mal ein Däumchen da, doch diese Beziehung zu der Interaktion veränderte sich durch die Videos. Ich erfreute mich über jeden einzelnen Kommentar in dem ich von einer Person lesen konnte wie sie das, was sie in den Videos sah, empfand. Da waren auf einmal Menschen. Menschen, die ihre Meinung zum Ausdruck bringen – sei es nun im Positiven aber auch im Negativen. Menschen, die ganz konkret in Verbindung traten und mit ein paar dieser entstand dadurch sogar ein tiefer gehender Austausch, der einen echten Mehrwert auf beiden Seiten ausmacht – ein Like hätte dies nicht erreichen können. Menschen, und keine bloßen Zahlen, die stiegen.

Hinter einem Like lässt es sich außerdem prima verstecken: Wenn jemand jedes Foto, dass man hochlädt, liked kann man sich darauf etwas einbilden. Ob jedoch ein wirkliches Interesse dahinter steckt, oder ob das reiner Zufall ist, weiß keine von beiden Seiten. Und ich möchte mich da ganz ausdrücklich mit dazu zählen. Dieses vermeintliche sich zeigen und gleichzeitig verstecken mache auch ich gelegentlich nur zu gerne.

Durch diese Wahrnehmung der Social Media Interaktionen hat sich mein Verhalten in letzter Zeit verändert. Zwar like ich natürlich gelegentlich weiter, doch wenn es mir wirklich wichtig ist, nehme ich mir die Zeit und schreibe einige nette Worte als Kommentar – denn in diesem kann ich auch gleich viel mehr ausdrücken als ein bloßes: Ich war da.

In diesem Sinne: Vielleicht habe ich den ein oder anderen von euch nun auch dazu gebracht einen Kommentar da zu lassen 😉

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1 antworten
  1. Detlef says:

    Völlig richtig: diese „LIKES“ sind doch recht inhaltlose Kommunikation. Sie gehören zu dem Bild einer oberflächlichen Beziehung, die auch sehr irreführend sein kann. Beispiel: Ein Prol, der seine Macho-Bilder mit seinem Gröl-Getexte auf Facebook darstellt, erhält von seinen Kumpels viele, viele Likes und glaubt deshalb, populär zu sein. Aber die tausend Anderen, die ihm gerne ihre Ablehnung oder Abneigung zeigen wollen, nur den Prol nicht für wichtig genug erachten um ihre Zeit für das Senden eines Textes zu verschwenden, kommen nicht zum Zug. Es gibt nämlich keine „DISLIKES“. So führen alle Likes, Followers, usw. zu einer heilen Welt, in der sich alle nur oberflächlich Gutes sagen/zeigen und niemand wirklich Anerkennung, Respekt oder Kritik ausdrückt.

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