Raspberry Pi: Verzeichnisstruktur anzeigen, kopieren, verschieben und löschen

21 Mrz
21. März 2015

Der Raspberry Pi wird in der Regel mit einer Linux-Distribution betrieben. In dieser hat man mit der Unix-Shell und deren Standardprogrammen bereits nützliche Basisfunktionen. So kann man die Verzeichnisstruktur anzeigen lassen, aber auch Dateien oder Verzeichnisse kopieren, verschieben und löschen. Dies kann man mittels einfachen Kommandos bewerkstelligen: Jedoch bieten die Anwendungen mit Parametern eine Vielzahl von Optionen, wovon ich häufig verwendete vorstellen möchte, sodass man Standard-Operationen abseits vom Tutorial selbst ausführen kann.

Vorab sei gesagt, dass dies natürlich nicht nur auf dem Raspberry Pi, sondern allgemein in fast allen Linux-Distributionen funktioniert. Außerdem können bei allen Kommandos sowohl relative als auch absolute Pfadangaben verwendet werden.

Verzeichnis wechseln

Möchte man ein Verzeichnis wechseln, so bedient man sich des Kommandos cd (change directory), woraufhin mit einem Leerzeichen getrennt der Pfad gesetzt wird. Dabei kann ein relativer Pfad (wir befinden uns in /home/pi und möchten in den Unterordner test-folder/; Pfad test-folder) oder eine absolute Pfadangabe (egal wo wir sind möchten wir in /home/pi/test; Pfad /home/pi/test) verwendet werden. Ein Verzeichnis höher kann man mittels zwei Punkten wechseln.

In Ordner oberhalb wechseln (von /home/pi/test-folder in /home/pi)
cd ..

Relative Pfadangabe (von /home/pi in /home/pi/test-folder)
cd test-folder

Absolute Pfadangabe (von /root in /home/pi)
cd /home/pi

Dateistrukturen anzeigen

Um die Strukturen, also Dateien und Ordner, in denen man sich aktuell befindet anzuzeigen verwendet man das Programm ls (list directory contents). Ohne Parameter schreibt es die Datei- und Ordnernamen wenig übersichtlich aus. Eine schönere Ausgabe mit weiteren Informationen wie Rechten, Besitzer, Gruppe und Änderungsdatum bekommt man mit dem Parameter -l. Falls man Dateien, die mit einem Punkt beginnen (versteckte Dateien), anzeigen lassen möchte, so ist das mittels -a möglich. Verzeichnisse lassen sich außerdem rekursiv ausgeben (-r), was bedeutet, dass man deren Inhalte auch anzeigen lässt. Möchte man ein bestimmtes Verzeichnis anzeigen lassen in dem man sich momentan nicht befindet so muss man dessen Pfad am Ende nach allen Parametern anhängen.

Standard Ausgabe
ls

Übersichtliche Liste
ls -l

Alle Dateien anzeigen
ls -a

Ordner rekursiv ausgeben
ls -R

Bestimmten anderen Ordner anzeigen
ls /home/pi

Parameter können kombiniert werden
ls -laR /home/pi

Kopieren

Zum Kopieren von Dateien und Ordnern bedienen wir uns des Kommandos cp (copy files). In diesem muss allgemein zunächst die Quelle und dann das Ziel angeben werden. Dateien können ohne weitere Angabe kopiert werden. Möchte man jedoch einen Ordner kopieren, so muss man den Parameter -r verwenden. Möchte man außerdem, dass die Datei oder der Ordner am Ziel einen anderen Namen besitzt, so kann man diesen in dem Zielpfad benennen.

Datei kopieren (die Datei test in den Ordner /home/pi kopieren)
cp test /home/pi

Ordner kopieren (den Ordner test-folder in den Ordner /home/pi kopieren)
cp -r test-folder /home/pi

Datei oder Ordner (mit -r) mit neuem Namen an Ziel kopieren (die Datei test in den Ordner /home/pi als test2 kopieren)
cp test /home/pi/test2

Verschieben (und umbenennen)

Wie bei den vorherigen Operationen gibt es wieder eine Anwendung, die in diesem Fall auf den Namen mv (move files) hört. In Linux ist es in der Regel so, dass man Dateien und Ordner durch Verschieben umbenennt. Dies geschieht indem man der Datei an seinem Ziel einen neuen Namen gibt. In der Regel benötigt man bei diesem Kommando keine weiteren Parameter.

Datei oder Ordner verschieben (Datei/Ordner test in /root verschieben)
mv test /root

Datei oder Ordner umbenennen (von test in test2)
mv test test2

Löschen

Das Löschen von Dateien und Ordnern wird unter Linux mittels rm bewerkstelligt. Für Ordner benötigen wir den Parameter -r. Falls es beim Löschen von Dateien, die wirklich gelöscht werden sollten, zu Fehlern kommt, bietet der Parameter -f eine Art Force-Mode.

Datei löschen (Dateiname test)
rm test

Ordner löschen (Ordnername test-folder)
rm -r test-folder

Force-Mode beim Löschen aktivieren
rm -f test

Dies sollten die Standard-Operationen sein, die man regelmäßig in Verzeichnisstrukturen benötigt. Ich wünsche viel Spaß beim Anzeigen, Kopieren, Verschieben, Umbenennen und Löschen von Dateien auf dem Raspberry Pi!

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4 Antworten
  1. Andi says:

    ls -R
    für rekursiv (kleiner Typo)

    Antworten
  2. Marcel S. says:

    Hallo,

    kann mir jemand sagen wie ich ein bestimmten Pfad oder Verzeichnis finde. ich muss wissen wo auf meinem raspberry der installierten no-ip client ist um den autostart anzupassen. ich brauche als den genauen Pfad. Wie kann ich mir das anzeigen lassen.?

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