Archiv Monat: August, 2016

5 Jahre JanKarres.de als Blog

24 Aug
24. August 2016

Vor fünf Jahren habe ich mal überlegt ob es diesen Artikel geben würde. Ich bezweifelte es. Heute sitze ich mit meinem Rechner auf dem Schoß auf einem Sofa und schreibe darüber, dass ich heute vor fünf Jahren anfing in diesem Blog zu schreiben. Fünf Jahre, das ist ein halbes Jahrzehnt, über 1.800 Tage oder auch rund ein Viertel meines bisherigen Lebens. So lange schreibe ich bereits in diesem Blog über Themen, die mich bewegen.

Fünf Jahre bloggen

Angefangen hat alles vor fünf Jahren als mein Bruder in Berlin ein Praktikum in einem Start-up absolvierte, worüber ich Aman kennenlernte, der mich damals dazu motivierte anzufangen, wie ich in meinem ersten Artikel Warum bloggt es? schrieb. Das erste Jahr des Blogs war nicht nur mäßig geschrieben, sondern die Leser pro Tag waren an zwei Händen abzuzählen. Wenn ich heute auf so einige Artikel zurückblicke, dann muss ich schmunzeln was ich damals schrieb. Das war 2011.

Im Jahr 2012 kam der Raspberry Pi bei mir an und damit das Thema, für das meinen Blog die meisten von euch wahrscheinlich gelesen haben. Der Einplatinencomputer, über den ich in diesem Blog in drei Jahren über 160 Artikel schrieb und damit vielen von euch – so sagen es mir die Kommentare – weiterhelfen konnte. Rund 190.000-mal in einem Monat wurde dieser Blog zu seinem Höhepunkt aufgerufen. Das ist für ein Nischenthema nicht nur nicht gerade wenig, sondern wenn ich mir die deutschsprachige Raspberry Pi Szene ansehe, so sollte mein Blog der reichweitenstärkste Raspberry Pi Blog in deutscher Sprache (bis August 2015) gewesen sein.

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Lieben dürfen wie man liebt. Nicht selbstverständlich.

11 Aug
11. August 2016

Ich sah gerade einen Film. Einen Film, der mich einmal mehr zum Nachdenken darüber brachte wie wunderbar es doch ist, dass wir in der heutigen Zeit leben. Der Film The Imitation Game spielt in den 1940er-Jahren. Europa, nein, die Welt, stand in Flammen. Nazi-Deutschland war auf dem Vormarsch und ermordete Millionen von Menschen. Grauenvolle Taten, die teils dadurch ermöglicht wurden, dass die Deutschen Enigma, ein Verschlüsselungssystem für Funknachrichten, hatten, welches über Jahre als nicht knackbar galt und das selbst mit heutiger Technik nicht einfach zu entschlüsseln ist. Um den Krieg zu wenden, war es von nicht unbeachtlicher Wichtigkeit den Funk der Deutschen abhören zu können und somit taktische Manöver zu planen. Alan Turing war einer der Menschen, der an der Entschlüsselung arbeitete und letztlich erfolgreich war. Er schaffte es jedoch nicht nur für den Krieg relevante Teile von Enigma zu entschlüsseln, sondern hielt diesen Erfolg auch in militärischen Kreisen geheim, sodass die Gefahr einer offensiven Verteidigungsstrategie nicht ausgeschöpft wurde, was womöglich zur Folge gehabt hätte, dass Deutschland schnell auf andere Verschlüsselungen gewechselt und der Krieg somit einen anderen Verlauf genommen hätte. Turings Errungenschaft war auch die Turingmaschine, welche eine wichtige Grundlage für das was wir heute in unseren Hosentaschen mit uns tragen, Computer, darstellt.

Man möge meinen, es sei ein Mann der die Welt ein Stück verändert hat und damit ein Leben in Erfüllung hätte leben sollen. Sein Leben endete jedoch im Alter von 41 Jahren durch einen Selbstmord. Der Grund bestand darin, dass in den 1950er-Jahren Homosexualität in Großbritannien strafbar war. Wenn man überlegt, dass es in unserer heutigen Gesellschaft eine legitime – und doch teils noch immer schräg betrachtete – Verhaltensweise ist lieben zu dürfen wen man begehrt, so ist es erschreckend, dass erst 1967 (England und Wales), 1981 (Schottland) und 1982 (Nordirland) Homosexualität straffrei wurde. Turing stand vor der Wahl einer Haftstrafe, die ihm seine erfüllende Arbeit genommen hätte, und einer Hormontherapie zur Sterilisierung, die ihn letztlich in den Suizid trieb.

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Das wahre Problem von Anschlägen

03 Aug
3. August 2016

Im vergangenen Monat sind in Deutschland drei unschöne Dinge geschehen. Dinge, bei denen Menschen ums Leben kamen. Dinge, über die groß berichtet wurde. Dinge, die in manchen Köpfen bestimmt noch lange verharren. Du erinnerst dich trotzdem nicht mehr, nein? Vielleicht liest du diesen Artikel einige Wochen, Monate oder gar Jahre nachdem er erschienen ist. Vielleicht just an dem Tag, an dem er erschien. Unabhängig davon wann du ihn liest, kann es durchaus sein, dass du es wieder vergessen hast, denn die drei Ereignisse sind mindestens schon vor 10, 12 und 16 Tage geschehen. Ich meinte den Angriff in einer Regionalbahn bei Würzburg am 18. Juli 2016 mit einer Axt und einem Messer, den Amoklauf in München am 22. Juli 2016 mit einer Glock 17 Handfeuerwaffe, wie auch den Sprengstoffanschlag in Ansbach am 24. Juli 2016, bei dem der Täter eine Rucksackbombe mit Metallsplittern bei sich trug.

Zu der Zeit des Amoklaufs in München war ich selbst in der Stadt unterwegs. Am anderen Ende der Stadt, auf einer Veranstaltung mit vielen Social Media affinen Menschen. Zumindest was die Bedienung dieser Medien anbelangt. Keine viertel Stunde nachdem die ersten Schüsse gefallen sein müssen kamen im Minutentakt neue Meldungen direkt über Twitter in die Runde bei uns. Schnell ergab sich das Bild, als sei nicht nur an einem Ort in München etwas passiert, sondern mindestens an drei Orten. An einem weiteren Ort ist letztlich tatsächlich etwas passiert – eine Massenpanik, dadurch, dass wohl viele Menschen über die wahren Geschehnisse gelesen haben und daraufhin Dinge sahen, die nicht der Realität entsprachen.

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