Rückblick: Mein persönliches Jahr 2015

05 Jan
5. Januar 2017

In den vergangenen Jahren habe ich jedes Jahr zum Umbruch der Jahreszahl versucht die letzten zwölf Monate etwas Revue passieren zu lassen, etwas in mich zu kehren und davon zu erzählen was ich persönlich erlebt habe. Das tat ich in der Form von Podcasts. Einfach drauf los reden, um teils mehrere Stunden später zu merken wie die Zeit verflogen ist.

Nicht so 2015. Es wäre nicht so als hätte ich nichts aus diesem Jahr zu erzählen gehabt – ganz im Gegenteil – aber wie es die Umstände mit sich brachten war im Laufe des Dezembers keine Muse dafür vorhanden und die Tage zwischen Weihnachten und Silvester verbrachte ich angeschlagen an einem warmen und kuschligen Ort, an dem man freie Tage eigentlich nicht verbringen möchte. Heute, als ich diesen Text schreibe, ist der 31.12.2016. Es ist früh am Morgen um kurz nach 07:00 Uhr. Ich befinde mich in einer Bahn und reise dieses Jahr einmal mehr von A nach B. Ohne Mikrofon, ohne Raum in dem ich ungestört reden könnte. Und ich habe es wieder nicht zu einem Podcast geschafft, der mir doch so viel Freude bereitet. Deswegen schreibe ich einfach über das was mir aus 2015 noch auf dem Herzen liegt, bevor ich mich dem Jahr 2016 in einem weiteren Artikel widme.

SoBehindert

Kennt ihr noch SoBehindert, meinen YouTube Kanal, in dem ich regelmäßig über das Thema Behinderung sprach? Der im August 2014 gestartete und in der regelmäßigen Produktion im Februar 2015 eingestellte Kanal sollte Auslöser dafür gewesen sein, dass sich mein 2015 um den YouTube Konsum gedreht hat. Für diejenigen unter euch, die nicht zu der Generation YouTube gehören sei vielleicht zu erklären, dass diese Plattform viel mehr als ein Ort für unterhaltsame Katzenvideos ist, sondern sich um die Plattform eine Community und Branche gebildet hat, welche helle wie dunkle Seiten beinhaltet.

In den ersten Tagen des Jahres 2015 sollte es mich in die Videoproduktionshochburg Köln führen, in der ich mit Oguz Yilmaz (YTITTY) und Philipp Steuer für Sendertime, ein kurz danach eingestellter Kanal des MCN (Vermarktungsagentur) Mediakraft, eine kleine Videoserie produzierte. Die beiden probierten aus wie es sich anfühlt Rollstuhl zu fahren, während ich den Moderator gab. Ich muss zugeben, das war mein erster real Life Kontakt, in dem ich mich persönlich mit Größen der deutschsprachigen YouTube Szene getroffen habe, weshalb ich echt aufgeregt war, was man auch in den Wheels of Anarchy Videos sehen kann.

Ebenso im Januar stand die erste #YouGeHa (YouTuber gegen Hass) Kampagne an. Ende 2014 schlugen die Pegida Demos immer größere Wellen, sodass wir in der Wissens YouTuber Gruppe, eine Facebook Gruppe, in der die meisten in der Community aktiven deutschsprachigen YouTuber mit Wissensinhalten vertreten sind, es als sinnvoll erachteten mit unserer Reichweite ein Zeichen gegen (Fremden)hass zu setzen. Ich mit meinem SoBehindert Kanal trug damals ein Video zum Thema Toleranz bei. Die Aktion wurde dabei dezentral und gemeinschaftlich organisiert, wobei natürlich versucht wurde dritte YouTuber mit ins Boot zu holen, welche noch mehr Reichweite hatten. Die Aktion führte dazu, dass nicht nur der Spiegel, die FAZ und dergleichen, sondern auch die Tagesschau über die Aktion knapp berichtete. Die Aktion war durchaus ein Erfolg.

Im Februar war dann der Punkt gekommen an dem ich mit Claudius, der mir dankenswerterweise bis dahin primär als Kameramann bei der SoBehindert Produktion half, die regelmäßige Produktion einstellte. Dieser Schritt war geplant, denn die schulische Anforderung vor den Fachabitur Prüfungen wurde zunehmend mehr. Nachdem in den darauffolgenden Monaten gelegentlich noch Videos gekommen waren, legte ich im September 2016 das Projekt letztendlich auf Eis. Letztendlich wollte ich nicht immer ein Gesicht vor der Kamera sein, da mir die Rolle hinter der Kamera deutlich mehr Freude bereitet, und mit dem Ende meiner Schulzeit – wir drehten in der Schule – führten einige Begleitumstände dazu, dass der Kanal konzeptionell anders gestaltet hätte werden müssen.

Mein YouTube Highlight im März war ein für die Webvideo Wissens Gruppe organisiertes Treffen in Berlin, welches in den Gebäuden des UFA Labs stattfand. Wir verbrachten ein Wochenende gemeinsam, wobei ich Fabian aka Dailyknödel, Marcel von techtastisch, Mirko aka MrWissen2Go und viele weitere, die ich aus dem Netz bereits kannte, und welche Teil der #YouGeHa Aktion im Januar waren, persönlich kennenlernte. Dies war außerdem das für mich erste Treffen mit einigen Menschen, welche ich das Jahr über immer wieder treffen sollte und mit denen ich schöne Zeiten verbringen durfte.

Der April sollte ebenso nicht ohne SoBehindert Aktivität vergehen. In München haben wir mit dem Café Netzwerk eine Medienpädagogische Einrichtung des Kreisjugendring München-Stadt, welche mit TubeMunich ein regelmäßiges YouTuber- und Zuschauer-Treffen in München veranstaltet. Außerdem wurde vom Café Netzwerk für die in München beheimatete Galerie 90 anlässlich des 10-jährigen Jubiläums von YouTube eine Ausstellung vorbereitet in der auch aktuelle YouTube Projekte vorgestellt wurden. Darunter auch SoBehindert, über das ein kleines Video eigens für die Ausstellung produziert wurde. Zur etwa gleichen Zeit wurde in Dresden eine weitere Ausstellung organisiert in der SoBehindert ebenso ein Teil war. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich es zu keiner der beiden Ausstellungen selbst geschafft habe, um mir ein eigenes Bild der dort gebotenen Präsentation zu bilden.

In Juni stand der Isarnetz Blog Award in München an. Im Rahmen der Münchner Webwoche, eine Veranstaltungsreihe für Münchens Unternehmen und Organisationen in der digitalen Welt, werden jedes Jahr regional ansässige Projekte ausgezeichnet. Zu diesem Award schlug Steve von BreakoutTV meinen Kanal SoBehindert vor. Einige von euch wissen, dass ich nicht nur mit Video etwas anfangen kann, sondern auch, wenn nicht insbesondere, mit Softwareentwicklung. So habe ich einen trivialen Bug in der Abstimmung gefunden, sodass ich mir beliebig viele Stimmen hätte geben können. Da die Abstimmung rein von der Reichweite abhängig war und die Konkurrenz schlicht eine größere Reichweite hatte, war die Versuchung schon groß. Letztlich habe ich, wie zu erwarten, nicht gewonnen. Es war dennoch ein netter Empfang im Rathaus München.

Der September sollte mich für SoBehindert einmal mehr nach Köln führen. Dort wurde die JAM-Webshow (Junge Aktion Mensch) aufgezeichnet, bei der ich zu Gast sein durfte. Kurzum handelte es sich dabei um den Versuch der Aktion Mensch einen YouTube Kanal aufzuziehen, der Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen sollte. Das Problem daran war nur, dass die Produktion eine günstige TV-Produktion war, und somit weit von dem entfernt, was auf YouTube zu dieser Zeit funktionierte. Schauspieler, vorgeschriebene Texte, Ideen von Erwachsenen, ein Studio und noch vieles mehr, was ein Großteil der Authentizität zunichte machte. Für mich war dies trotzdem eine interessante Erfahrung, da ich so erstmals ein Teil einer TV-Sendung werden durfte – nur, dass diese eben auf YouTube ausgestrahlt wurde.

Im November sollte ich auf Grund des SoBehindert Projektes, welches zu diesem Zeitpunkt bereits eingestellt war, noch einmal überraschend eingeladen werden, denn das Projekt sollte mit dem Pädi ’15 (Pädi – Der pädagogische Interaktiv-Preis) als eine der besten Websites des Jahres für Jugendliche ausgezeichnet werden. Veranstaltet wird diese Preisverleihung jedes Jahr vom Studio im Netz in Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat/Stadtjugendamt der Landeshauptstadt München, Kulturreferat der Landeshauptstadt München/Medienforum und weiteren öffentlichen Institutionen. Spannend war zudem, dass fast alle anderen ausgezeichnete Projekte von Firmen entwickelt oder produziert wurden. Und dazwischen ich mit meinem Hobbyprojekt. Ein sehr schöner Abschluss des Projektes SoBehindert für das Jahr.

Das war mein Jahr 2015 aus der Perspektive des SoBehindert Projektes. Wer denkt dies sei schon viel gewesen, dem sei gesagt, dass dies nur eine Perspektive auf das was ich über die Plattform YouTube erleben durfte, war. Der Großteil, der sollte nicht in direkter Beziehung zum SoBehindert Projekt stehen.

Broadmark

Ein eigenes kleines Kapitel in diesem Rückblick bekommt Broadmark. Broadmark war und ist vermutlich nach wie vor das reichweitenstärkste Webvideo Magazin in DACH. Ich kannte das Magazin auf Grund meiner Aktivität mit SoBehindert und fand es spannend, dass dahinter zu dieser Zeit primär mit Lukas und Julian zwei 18 bzw. 19-jährigen standen. Im Januar kam der Tag an dem Broadmark twitterte, dass sie einen „WordPress- und Server-Experten“ suchen würden. War ich beides nicht, aber mit meinem Wissen über Softwareentwicklung dachte ich sei dies eine gute Möglichkeit mit den Jungs einmal in Kontakt zu kommen. Dazu sei gesagt, dass ich zu dieser Zeit definitiv keine Zeit hatte, neben SoBehindert Produktion, Blog schreiben, Jobs und nicht zuletzt Fachabitur vorbereiten. Nichtsdestotrotz schaffte es Julian mich dazu zu überreden ihnen bei Broadmark unter die Arme zu greifen. Ich ging davon aus, dass dies in zwei drei Tagen Arbeit erledigt sei. Es wurden jedoch die Abende mehrerer Wochen daraus, da sich das Magazin in einem solch desolaten Zustand befand, dass man es innerhalb kürzester Zeit nachhaltig von der Bildfläche hätte verschwinden lassen können.

Letztlich führte diese Zusammenarbeit dazu, dass ich auch für die Becker-Banse UG, der Unternehmung von Lukas und Julian hinter Broadmark, immer wieder arbeitete und im Jahr 2015 als Teil von Broadmark in die eine oder andere YouTube Veranstaltung kam, wofür ich mir ansonsten eine andere Zugangsmöglichkeit hätte suchen müssen.

YouTube

Abseits des SoBehindert Projektes veränderten die Kontakte, die ich dank YouTube knüpfen durfte, mein Jahr 2015 nachhaltig, was ihr im folgenden Abschnitt lesen könnt.

Anfangen sollte es damit, dass ich im April 2015 erstmals mit Steve, dem damaligen Organisator von TubeMunich, zum Geburtstag essen ging und mich zunehmend mit ihm austauschte. Abseits davon, dass ich, wie ich erzählt habe, einige Kontakte in die Szene außerhalb von München bereits hatte.

Mitte Mai sollte ich ein Video namens Behinderte im Fernsehen – so geht das falsch mit den Jungs von DieSmags produzieren, welches wir eigentlich schon im Januar im Rahmen einer der YouTuber Treffen geplant hatten. Ich glaube, dass ich damals am Tag vor dem Dreh bereits bei Lucas, einem der beiden DieSmags Jungs, aufschlug. Wir liehen etwas zusätzliches Kamera Equipment aus, und produzierten an einem Samstag dieses Video. Die Produktion dieses Videos sollte nicht nur ein verdammt toller Drehtag gewesen sein, sondern auch ein gewisses Beschnuppern, denn zuvor habe ich mit Lucas und Kev lediglich auf den TubeMunich Treffen mal geredet. Und nicht nur das. Es sollte auch der Beginn einer richtigen Freundschaft mit Lucas werden. Einer der wenigen Menschen mit denen ich immer wieder die Zeit vergesse. Eigentlich grundlose Telefonate enden heute nach wie vor meist erst nach mehreren Stunden. Von einem Menschen mit dem ich nur ein paar Worte wechselte wurde innerhalb eines halben Jahres ein Freund bei dem wir beide das Gefühl hatten uns bereits diverse Jahre zu kennen, da in vielerlei Themen ein solches Selbstverständnis herrscht, wie ich es noch selten zuvor erlebte. Und das, trotzdem wir unterschiedlicher eigentlich kaum sein könnten.

Ebenso im Mai war die Gang Tour München, ein kommerzielles Event einer Gruppe bekannter YouTuber, zu der Steve Lucas und mich „zum Essen gehen“ mitgenommen hat. Diese Anführungsstriche kommen deswegen zustande, da es alles war, außer essen gehen. Zunächst, bevor es in Richtung Club ging, wo ich mich dann auch verabschiedet habe, war ich mit einem Großteil der dort anwesenden großen YouTuber auf einem kleinen Hotelzimmer auf dem vorgeglüht wurde. Dabei wurde über allerlei Themen gesprochen, wie das eben so üblich ist. Unter anderem erzählte einer der bekannten YouTuber, den ich nicht namentlich kannte, wie geil das Fangirl, welches ihn gerade besuchte, im Bett gewesen sei. Alter: Bitte nicht fragen! Das ist auch ein Teil von den YouTube Sternchen. Die modernen Rockstars, deren Moral man mögen muss.

Juni. Die Fachabitur Prüfungen waren vorbei und somit wieder mehr Zeit für verrückte Projekte. Lucas hat für Jackie, eine Freundin mit eigener Band namens Ruvy Red, ein Musikvideo drehen wollen, dass er spontan und ohne jeden Plan aufgenommen hatte. Zu dieser Zeit waren wir bereits auf einer Ebene, auf der ich sein Ansprechpartner war, wenn es um Unterstützung im Video Umfeld ging. Nichts ahnend wie chaotisch das Material sein könnte, war ich bei dieser Aktion natürlich dabei. Letztlich schnitten wir zu zweit rund 17 Stunden, fast non-stop, an diesem Video (er hatte davor das Material bereits gesichtet). Ich weiß noch, dass ich danach erstmal zwei Tage gebraucht habe, um wieder ordentlich auf die Beine zu kommen, doch das war eine tolle Erfahrung, die unheimlich viel Freude bereitete und uns ein Stück mehr verband.

Mitte Juni fand der Webvideopreis 2015 in Düsseldorf statt. Das war und ist auch heute quasi der Bambi der Deutschen Webvideo Branche. Ehrlich gesagt ärgerte ich mich im März den Einsendeschluss verpasst zu haben, da ich auch im Nachhinein vielleicht gar nicht so schlechte Chancen in der Kategorie Newcommer mit SoBehindert gehabt hätte. So war ich weder nominiert noch habe ich Tickets für das Event gehabt, weshalb Lucas, Kev, ein anderer Freund und ich bereits gebucht hatten, an diesem Wochenende gemeinsam in den Europa Park Rust zu fahren. Doch eine Woche vor der Veranstaltung erhielt ich eine E-Mail des Veranstalters, dass sie mich und Claudius einladen wollen würden. Tja, Lucas und Kev wollte ich jedoch auch nicht sitzen lassen mit unserem Rust Trip, weshalb ich ganz frech fragte ob ich denn noch zwei Freunde mitbringen könnte. Und das konnte ich. So stornierte ich von heute auf morgen alles für den Freizeitpark, und keine Woche später fanden wir uns auf dem Deutschen Webvideopreis im Bereich für geladene Gäste wieder. Auf der Veranstaltung traf ich nicht nur meine Bekanntschaften aus der Wissens YouTuber Gruppe und alle Größen, die ich selbst auf YouTube ansah, wieder, sondern machte auch einige neue persönliche Bekanntschaften. Insbesondere Anna aka missIMPULSIV, eine junge Dame aus der Schweiz, mit der ich seit Anfang Mai schrieb. Anna hatte selbst einen kleinen Kanal, und war insbesondere bei vielen SoBehindert Videos in den Kommentaren aktiv. Doch viel mehr kannte sie diverse Menschen im Webvideo Umfeld und ist eine äußerst direkte, kommunikative und wirklich herzliche junge Dame, welche man einfach ins Herz schließen muss. Über sie sollten Lucas, Kev und ich auch auf den darauffolgenden Veranstaltungen diverse Menschen kennenlernen mit denen wir unheimlich schöne Tage verbringen sollten, die wir ohne sie vielleicht nie kennengelernt hätten. Danke dafür Anna! Auf dem Webvideopreis gelangten Lucas und Kev so auch auf die Aftershow Party im Düsseldorfer Fernsehturm, auf deren Gästeliste wir nicht standen. Eine Party, von denen die beiden noch heute schwärmen – und bei der ich nicht Party Mensch immer noch glücklich bin damals nicht mitgegangen zu sein.

Zwei Wochen später, Ende Juni, war mit dem XXL Tuberday im Moviepark Bottrop ein YouTuber Event auf dem wir unsere neu gefundenen Freunde schon wieder sehen sollten. Nach dem Tag im Freizeitpark führte uns der Weg Abends nach Köln, wo wir gemeinsam einige Stunden verbrachten. Ich kann gar nicht in Worte fassen, was das für ein Gefühl war, doch es war ein solch geborgenes und schönes Gefühl neue Freunde gefunden zu haben, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu oft erleben durfte. Der dazu von Lucas entstandene Vlog ist technisch bestimmt nicht das beste Video geworden, doch es war eines der Videos, das mir emotional auch heute, über eineinhalb Jahre später, immer wieder große Freude bereitet.

Juli. Steve nahm Lucas, Kev und mich einmal mehr zu einer Veranstaltung in München mit. Das Treffen der jungen Produzenten am Rande des Filmfest München im Bayrischen Landtag war eine Diskussionsrunde, welche abseits von YouTube geführt wurde, und viel mehr über Filmemacher ging. Filmemacher, das bedeutet häufig sehr viel Kreativität und sehr wenig Aufmerksamkeit für diese Werke. Und entsprechende chronische Unterfinanzierung. Diese Diskussion war ein interessanter Einblick in eine für mich damals neue Welt. Anschließend zur Diskussion gab es einen Empfang auf dem Balkon des Landtags in dem wir die letzten Gäste waren, die zum Sonnenuntergang das Gebäude erst verließen. Ein Abend, der mir persönlich sehr in Erinnerung blieb.

Der August war gekommen und damit hatten Lucas und Kev Sommerferien in ihrer Schule. In der Zwischenzeit haben Lucas und ich, wie ihr gerade gelesen habt, so einiges in meinen Augen nennenswertes erlebt. Und auch ganz vieles anderes, was nicht nennenswert war bzw. den Rahmen eines solchen Rückblicks sprengen würde. Ich wurde den vergangenen Monaten ein Teil des YouTube Kanals DieSmags. Ich habe Struktur, ein Konzept, ein Corporate Design und einiges anderes in den Kanal der beiden gebracht. Zugleich produzierte ich selbst SoBehindert nicht mehr aktiv, weshalb wir uns entschlossen, dass ich künftig ein „offizieller“ Teil des DieSmags Projektes werden sollte. Unser Ziel war es Lucas und Kev als cute Boys auf YouTube zu platzieren, wobei wir unserem Anspruch treu bleiben wollten nicht jedem populären Unsinn nachzurennen, sondern einen eigenen Stil an Videos zu produzieren. Letztlich haben wir das bis November 2015 versucht, und unser Ziel verfehlt. Die Schule spannte die beiden ein und mehr Kreativität als Struktur führte dazu, dass wir es nicht schafften, so wie ich das mit SoBehindert geschafft habe, regelmäßig Videos zu produzieren.

Gamescom und Videodays. Dies waren zwei weitere parallele Events, welche im August stattfanden und bei denen ich mit dem Café Netzwerk und einigen anderen Münchner YouTubern vor Ort war. Die Organisation dieser Gruppenreise war… eine Katastrophe. Wir waren nicht wie geplant in Köln, sondern ca. eineinhalb Stunden davon entfernt auf dem Land auf dem nur bis 20 Uhr Busse fuhren. Kurzum habe ich mir via Airbnb eine Unterkunft in Köln besorgt und ein Bahnticket zurück nach München. Vor Ort auf der Veranstaltung traf ich erstmals persönlich die Broadmark Redaktion, habe mich bei der Abschlussveranstaltung mit Lucas auf die Bühne vor 15.000 Menschen geschlichen, habe kurzfristig Hannes, eine Bekanntschaft von Lucas und Kev aus Fehmarn und super netten Typen, in meiner Airbnb Unterkunft aufgenommen, war auf der Studio71 Aftershow Party und habe noch vielerlei mehr Spaß erlebt. Alles in allem bin ich die Tage ständig zwischen Lucas & Kev, YouTube Freuden, den Jungs und Mädels vom Café Netzwerk wie auch Broadmark im Presse Bereich gependelt. Eine anstrengende und zugleich echt schöne Erfahrung mit so vielen Menschen, wie man sich vielleicht vorstellen kann.

Weiter ging es im September mit dem XXL Tuberday im Heidepark. Ein weiteres YouTube Event. Ein weiterer Freizeitpark. Weitere schöne Tage. Diesmal mit Lucas, Kev und Clemens(Alive) und unseren ganzen anderen YouTube Freunden wie Anna, Manuli, Julia, Hannes, Manuel, Tim und dergleichen. An diesem Abend hatten die anderen ihr Weggehen auf unsere Hotelzimmer verlagert, weshalb ich ausnahmsweise mal beim „Feiern“ dabei war und mich an deren Zustand köstlich amüsiert habe. Allgemein habe ich in diesem Jahr für mich noch einmal gemerkt, dass Feiern etwas ist, dass mir persönlich keine Freude bereitet. Es ist langweilig für mich. Das habe ich akzeptiert und halte mich somit aus diesen Aktivitäten einfach heraus.

Im Oktober wurden die Tage kürzer, der Wind rauer und die Temperaturen kälter. Ein schöner Grund einmal raus in wärmere Länder zu kommen. Lucas hat einen ehemaligen Lehrer, der via Crowdfunding versucht hat ein veganes Restaurant in Griechenland zu starten. Dafür benötigte er einen Crowdfunding Film, welcher in Griechenland produziert werden sollte. Nachdem Kevin nicht mit wollte – es war teils unter der Woche zu Schulzeiten – zogen Lucas und ich mit Michail Paloglou, seinem ehemaligen Lehrer, los. Drei Tage waren wir in Griechenland in denen wir rund 20 Orte mit Michail, der in Griechenland heimisch ist, sahen. Dabei fuhren wir von Thessaloniki bis Athen und wieder zurück, was über 1.000 km waren. Drei Tage hatten wir Tag wie Nacht kaum Schlaf und filmten gefühlt non-stop. Danach brauchte ich erst einmal einige Zeit wieder auf die Beine zu kommen, jedoch war das eine der verrücktesten und zugleich spannendsten Erfahrungen, die ich 2015 machen durfte. Und das Video, das daraus entstand, wurde auch ganz nett.

Die letzte gemeinsame Einladung mit Lucas im Jahr 2015 machte der Bayerische Rundfunk im November, welche ihm an Land gezogen wurde. Eine zunächst unscheinbare Einladung, doch wir waren in einer Runde voller Intendanten und anderen teils entscheidenden Menschen des BR gelandet, die YouTube besser verstehen wollten. Trotz eines großen Interesses des Publikums ist in der Folge nichts Weiteres entstanden, denn für Umme, was deren Wunsch war, habe ich 2015 nicht mehr gearbeitet.

Der Abschluss des Kapitels YouTube im Jahr 2015 machten Mo, Nico und Raphi von Niramo Productions. Drei Jungs, die wir Ende des Jahres über TubeMunich kennengelernt hatten. Die Jungs produzierten gelegentlich, alles andere als regelmäßig, Videos, welche sie auf YouTube veröffentlichten. Videos, welche einen angenehmen technischen Anspruch hatten – abseits des zunehmend mehr kommenden Trash-Contents auf YouTube – und das mit günstigstem Equipment. Mittlerweile haben Lucas und ich uns ebenso in eine Richtung entwickelt in der wir klar von YouTube Videos weg wollten hin zu Geschichten, die wir in Kurzfilmen erzählen wollen. Dabei hatten wir positive Anteile, welche die Niramo Productions nicht hatten und genauso hatte die Jungs, insbesondere in filmischer Hinsicht, mehr Erfahrung als wir. Kurzum ging ich auf die Jungs zu ob wir in Zukunft nicht gemeinsam produzieren wollen, was wir 2016 auch taten. Damit einher ging auch, abseits davon, dass für Lucas und Kev schulisch gegen Ende des Jahres viel zu tun war, dass wir uns aus der YouTube Community zum Ende des Jahres 2015 Stück für Stück zurückzogen.

Alleine von dem was ich an dieser Stelle nun je kurz angerissen habe, waren es 23 nennenswerte Aktionen, die ich dank YouTube im Jahr 2015 erleben durfte. Aktionen, um die ich äußerst dankbar bin, da ich dadurch so viele interessante Menschen kennenlernen und so vieles mit diesen erleben durfte, wie ich es mir im Jahr zuvor nie erträumen hätte können. Ich, der Junge vor seinem Rechner, der Informatik Stubenhocker, kam so unheimlich viel herum, und es bereitete mir so viel Freude, dass ich gar nicht weiß, wie ich meine Dankbarkeit für diese Erlebnisse zum Ausdruck bringen soll. Natürlich sind viele der Bekanntschaften, die ich machen durfte, nur an der Oberfläche und auch mit vielen Menschen, mit denen ich doch so einiges erlebte, lebte es sich schnell wieder auseinander, aber ein paar Menschen blieben. Ein paar, mit denen man sich wirklich nachhaltig wohl fühlt und auf die man sich immer wieder aufs Neue freut.

Vorträge und andere Events

Abseits der Produktion und der menschlichen Komponente hat mich YouTube 2015 auch auf Bühnen gebracht. So habe ich im März erstmals bei den Gautinger Internet Tagen in einem Saal voller Medienpädagogen einen Vortrag gehalten, in dem ich über das Projekt SoBehindert erzählte. Das war eine wahrliche Herausforderung für mich, bei der ich trotz top Vorbereitung redlich aufgeregt war. Mit den Steve Jobs Präsentationstechniken im Hinterkopf gestaltete ich den Vortrag, was dazu führte, dass ich auf und nach der Veranstaltung via Twitter mehrfach zu hören bekam, dass mein Vortrag der spannendste der Veranstaltung gewesen sei. Das gab dem Selbstvertrauen einen Kick.

Im November wurde ich im Cafe Netzwerk für einen Raspberry Pi Workshop eingeladen, wobei ich ebenso Medienpädagogen in einer sehr kleinen Runde dieses Thema näherbringen sollte. Daraufhin folgt im Dezember ein Workshop unter dem Titel „YouTube in der Jugendarbeit“ in Dresden, und ebenso im Dezember eine Podiumsdiskussion zur politischen Teilhabe von Jugendlichen durch Medien, insbesondere benachteiligter Jugendlicher, im Münchner Rathaus. Aus letzterem ergaben sich wiederum in Workshop Möglichkeiten für 2016.

Diese Möglichkeiten vor Menschen zu sprechen und zu lernen, wie man sich und seine Themen präsentiert habe ich als äußert wertvoll empfunden. Es war jedes mal wieder eine Überwindung sich vor eine Gruppe von Menschen, die womöglich mehr als man selbst wissen, zu stellen und souverän über Themen zu referieren. Doch von mal zu mal gewinnt man an Selbstvertrauen und mittlerweile freue ich mich auf jede Gelegenheit wieder Workshops halten zu dürfen.

Blog

Im Jahr 2015 gab es diesen Blog auch noch neben der Vielzahl an Aktivitäten, die im YouTube Umfeld stattfanden. So gilt es als Highlight die Projektwoche Hausautomation im Februar hervorzuheben. In meiner mittlerweile ehemaligen Schule hatten wir ein- bis zweimal im Jahr eine Projektwoche, in der wir uns mit bestimmten Themen beschäftigten. Ich war als Schülersprecher an der Planung mit beteiligt, sodass ich es mir eingerichtet habe gemeinsam mit zwei Jugendlichen aus der Schule die Woche damit zu verbringen, mich mit dem Thema Hausautomation auf dem Raspberry Pi zu befassen. Daraus entstanden sind die vier Artikel und ein Video für diesen Blog.

Außerdem habe ich über Twitter gefragt, ob es Menschen in München gäbe, die Interesse hätten mit Hardware am Raspberry Pi zu basteln. Über diesen Weg habe ich Alex, einen zu diesem Zeitpunkt bereits längeren Leser meines Blogs, kennengelernt. Er studierte gerade sein Master in München fertig, ist etwas älter als ich und thematisch liegen unsere Interessen ein gutes Stück auseinander. Und doch sind wir bei gesellschaftlichen Themen und Diskussionen immer wieder an der Meinung des anderen Interessiert. Gebastelt mit der Hardware am Raspberry Pi haben wir nie. Stattdessen trafen und treffen wir uns immer wieder in verschiedenen deutschen Städten in denen wir zufälligerweise immer wieder zur selben Zeit sind. Ein sehr netter Mensch mit interessanten Perspektiven auf das Leben, den ich dank dieses Blogs erst kennenlernen durfte.

Im August 2015 wurde der Blog zudem vier Jahre alt. Drei Jahre davon habe ich in aller Regel wöchentlich mit wenigen Lücken über Einplatinencomputer und insbesondere den Raspberry Pi geschrieben, wegen dessen mich bis heute wohl die meisten von euch lesen. Drei Jahre regelmäßig basteln bedeutet nicht nur viele Artikel, sondern auch viel Energie, die in das Thema Raspberry Pi floss. Letztendlich hat sich bereits im Laufe des Jahres mein Interesse an dem kleinen Rechner verringert, und ich schrieb zunehmend suchmaschinenoptimierte Artikel, welche ich nur noch schrieb, um damit Klicks zu generieren, aber nicht, da es mir Freude bereitete. Schlussendlich habe ich im August nach drei Jahren beschlossen das Thema im Blog nicht mehr regelmäßig zu behandeln und nicht mehr alle Kommentare zum Raspberry Pi zu beantworten, was dazu führte, dass bedeutend weniger Artikel im Blog veröffentlicht wurden. Einerseits finde ich das schade, zum anderen muss man wahrscheinlich einfach auch mal einen Schlussstrich ziehen, um sich neuen Abenteuern widmen zu können.

Reisen

Bis 2015 bin ich kaum gereist. Es war mir immer lieber zuhause vor meinem Rechner zu sitzen, an meinen Informatik Projekten zu schrauben und mich mit allerlei in meinen Augen spannenden Themen zu beschäftigen. Doch nicht nur YouTube hat mich aus der Stube herausgebracht, sondern ich hab mir auch vorgenommen mich abseits von diesen ungeplanten Reisen ein wenig hinauszubewegen. Letztlich waren diese Reisen manchmal so gelegen, dass ich nicht noch mehr mit meinen neuen YouTube Bekanntschaften erleben konnte. Doch letztlich hat diese Kombination meine Zeit so gefüllt, dass ich von Juli bis einschließlich September meiner Erinnerung nach die Anzahl der Tage an denen ich zuhause war an einer Hand abzählen konnte. Und das war gut so!

Im Juli, zur besten Reisezeit für diese Region, war ich mit meinem neun Jahre älteren Bruder zwei Wochen in Norwegen. Durch den großen Altersunterschied haben wir im jugendlichen Alter nicht wirklich viel miteinander unternommen, da sich unsere Interessen ein ganzes Stück unterschieden. Doch nach Norwegen wollten wir beide, weshalb wir gemeinsam mit seinem Auto durch das Land fuhren. Ab München ging es über Hamburg und Hirtshals nach Kristiansand, Stavanger, Odda, Bergen, Geiranger und über Oslo wie auch Kopenhagen wieder zurück nach München. Das waren zwei Wochen, in denen wir gefühlt echt viele Stellen von diesem wundervollen Land gesehen haben. Und es waren 14 Tage, in denen ich weitestgehend vom Netz abgeschaltet habe. Das war zu diesem Zeitpunkt auch dringend notwendig. Die Monate zuvor habe ich parallel mein Fachabitur geschrieben, diesen Blog regelmäßig befüllt, Videos über Monate hinweg regelmäßig produziert, bin in die YouTube Szene eingetaucht, habe nebenher Jobs erledigt, um das alles zu refinanzieren, mich an der Schule als Schülersprecher engagiert und in großen Teilen die Abschlussfeier auf die Beine bestellt. Puh, rückwirkend weiß ich nicht mehr wie ich das alles unter einen Hut gebracht habe. Jedoch weiß ich auch, dass ich in diesem Urlaub unheimlich viel auf den Fahrtwegen geschlafen habe und im Wachzustand in der ersten Woche ständig von einem eigenartigen Gefühl des nicht produktiv seins begleitet war. Es war also mehr als richtig einen harten Cut für diese zwei Wochen einzulegen. Das einzige technische Spielzeug, das mich in diesen zwei Wochen begleitet hat, war eine Kamera mit der ich täglich zwei bis drei ausgewählte Fotos zur Erinnerung geschossen habe, und welche ich erst nach der Reise veröffentlichte.

Nach Norwegen ging es für mich im August und September in klimatisch nur wenig angenehmere Gebiete. Ich begab mich nach Oxford um dort vier Wochen lang Englisch zu lernen. Zu diesem Zeitpunkt war meine Fähigkeit die englische Sprache zu erfassen und in dieser zu kommunizieren sehr mäßig. Das mag auch damit zusammenhängen, dass ich meine komplette Schulzeit über einen Lehrer hatte, der den Englischunterricht äußerst demotivierend gestaltet hatte und ich somit eher ein negatives Gefühl mit der Sprache verbunden hatte. Die Erfahrung in der EF Sprachschule in Oxford war dabei sehr gemischt. Ohne auf Details einzugehen gab es vielerlei Punkte, wegen denen man sich teils nicht besonders gut aufgehoben gefühlt hat. Nichtsdestotrotz hatte ich ab der zweiten Woche mit Leo einen Lehrer, der einen für mich wirklich guten Unterricht gestaltete und mit dessen Anschub ich Gefallen an der Sprache gefunden habe. Heute, eineinhalb Jahre später, ist es mir mehr oder minder egal ob man in Deutsch oder Englisch kommuniziert. Häufig würde ich sogar sagen, dass ich Englisch bevorzugen würde, auch wenn das Verständnis einen Tick länger dauert als in meiner Muttersprache Deutsch. In diesen vier Wochen war ich auch ein Wochenende auf eigene Faust in London und habe über zehn Attraktionen besichtigt. Insbesondere The View from the Shard bei einem romantischen Sonnenuntergang ist etwas, das bei mir emotional hängen blieb.

Weitere Projekte

Von Mai bis Juni 2015 habe ich den ersten ernsthaften Versuch gewagt ein Projekt in die Richtung Start-up aufzustellen. Unter dem etwas zufälligen internen Projektnamen Geile Scheizze habe ich mit David, einer langjährigen Netzbekanntschaft, und Elias, einem ehemaligen Klassenkameraden und Helfer für viele meiner Projekte, versucht eine Music-on-Deamand Plattform (so etwas wie Spotify) für Netzmusik zu konzipieren. Netzmusik ist Musik, welche von den Künstlern kostenfrei unter offenen Lizenzen im Internet veröffentlicht wird. Der Markt ist begrenzt, und somit auch das Wachstumspotenzial. Das war von Anfang an klar, weshalb ein entsprechendes Geschäftsmodell gefunden werden musste. Auf dem Weg zum Validieren des Marktes und der Geschäftsidee habe ich im Gespräch mit einem der Netzmusiker jedoch einen kritischen Punkt gefunden, der die Idee zum Kippen brachte. Letztlich sind wir aber mit einem vertretbaren Aufwand, wie ich das gerne nenne, erfolgreich gescheitert. Wir haben durch diese Erfahrung einiges lernen können und konnten bereits 2016 unsere gewonnenen Erfahrungen in weiteren Projekten verwenden.

Schule und Studium

Das Thema Schule sollte ein Thema sein, das mich 2015 in dieser Form ein letztes mal begleiten würde. Es war das Abschlussjahr meines Fachabiturs. Im Laufe des Jahres wurde erwartungsgemäß der Anspruch immer höher. Mein Ziel war es mich das letzte Jahr mehr auf Schule anstatt auf Projekte zu konzentrieren. Tja, was daraus wurde habt ihr oben gelesen. Letztlich verlief es trotz der vielen anderen Aktionen danke meiner Disziplin trotzdem gut. Vor den Abschlussprüfungen wusste ich, dass ich kaum schlechter als 2,0 im Schnitt werden kann, weshalb ich mich dazu entschied erst zwei Wochen vor den Abschlussprüfungen, aber dafür dann voll fokussiert, mit den Vorbereitungen anzufangen. Mein unliebsames Fach Englisch lief besser als erwartet und die anderen wie erwartet, sodass ich ohne massiven Aufwand bei einer eins vor dem Komma herauskam. Letztlich in meinen Augen nur der Schlüssel zur nächsten Tür: Dem Studium.

Außerdem habe ich, der alles andere als ein Party Mensch ist, die Abschlussfeier in unserer Schule nur mit der Hilfe von Marlies, einer Klassenkameradin aus meiner Klasse (bis sie wegen den Prüfungen nicht mehr mit planen konnte), mehr oder minder im Alleingang organisiert. Das Ergebnis war ein verhältnismäßig großer Stress für einen Abend, an dem die anderen ihren Spaß hatten, es „Bierleichen“ gab und ein geliehenes Mikrofon geklaut wurde. Alles nicht so toll. Letztendlich bin ich aber trotzdem im Plus herausgekommen und es war eine Erfahrung bei der ich gelernt habe sich diese Mühe nicht mehr zu geben, wenn die anderen nicht mehr mitziehen. Nichtsdestotrotz gab es etwas Positives: Ich stand mal wieder auf der Bühne, habe die Moderation durch den Abend machen können und dafür, wie für die gesamte Organisation, von Eltern und der Schulleitung ehrlich anerkennende Worte erhalten.

Nach der Schule, der Abschlussfeier und meinen Reisen, sollte das Studium beginnen. Ich habe mich letztendlich für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule München entschieden, was ich bereits mehrere Jahre anvisiert hatte. Mit der Hoffnung auf interessantere Inhalte und Menschen als in der Schule bin ich voller Motivation gestartet. Es hatte aber nicht lange gedauert, bis mich die Realität wieder einholte. Meine Kommilitonen sind äußerst nette Menschen und inhaltlich ist das Studium für mich definitiv passend, aber… ich glaube ich habe schon zu viel von der Realität abseits des Bildungswesens gesehen und habe eine intrinsische Motivation, wie es der Durchschnitt nicht hat. Informatorische Vorlesungen besuche ich aus sozialen Aspekten, um Fachbegriffe und Vorlieben des Professors zu lernen. Nicht aber, um für mich wirklich Neues zu lernen. Und die betriebswirtschaftliche Seite schwankt zwischen: Dafür habe ich schon ein Verständnis und Das ist heiße Luft und interessiert mich nicht. Schon nach drei Monaten im Jahr 2015 fragte ich mich, warum ich das eigentlich mache. Die Antwort, die am ehrlichsten ist: Scheine sind in Deutschland gesellschaftlich nach wie vor sehr angesehen, weshalb man kaum drum herum kommt eine solche Art von Bildung mitzumachen. Das ist nicht befriedigend, sondern ich muss mich dazu motivieren das durchzuhalten.

Menschen, die 2015 für mich bewegten

Schlussendlich möchte ich noch einmal ein paar Menschen erwähnen, die mein Jahr 2015 ausmachten. Heute, Ende 2016, als ich diesen Artikel schreibe, habe ich zu Vielen doch gar nicht mehr so viel Kontakt als noch vor einem Jahr. Ich sitze mittlerweile nicht mehr im Zug, sondern in Köln bei Lucas, Mo und Hannes, um mit ihnen Silvester auf 2017 zu verbringen. Und vielleicht ist es nicht verkehrt, dass vieles wieder vergänglich ist, und nur wenig bleibt. Doch das, was bleibt, ist das, was über eine schöne Zeit hinaus geht, und eine gewisse innere Verbundenheit verkörpert.

  • Lucas: Von einer Unterhaltung auf einem TubeMunich Treffen zu einem wirklich guten Freund, bei dem es sich so anfühlt als würden wir uns schon viel länger kennen, als wir uns eigentlich erst kennen
  • Kev: Der relaxte Teil von DieSmags
  • Steve: Der junge Mann, über den ich die ersten Einblicke in die YouTube Szene bekommen durfte
  • Anna aka MissImpusliv: Eine unheimlich herzliche junge Dame, die durchaus ein paar meiner Ansichten verändert hat, wofür ich dankbar bin, obwohl ihr das wahrscheinlich nicht bewusst ist
  • Die Schweizer Bande (wovon die meisten nicht aus der Schweiz kommen): Anna aka MissImpusliv, Manuli aka LittleManuli und Manuel aka Darky
  • Hannes aka Hilgu: Ein junger Mann mit interessanten Einstellungen und Ansichten zu dieser Welt
  • Julia aka MaainstreamTV und Sarah: Für miterleben eines alkoholischen Erlebnisses im Heidepark
  • Lukas und Julian: Die Jungs hinter Broadmark und der Becker-Banse UG
  • Melvin Klein: Kennengelernt als Autor bei Broadmark, jemand mit dem ich wenig direkt Kontakt hatte, der jedoch immer eine positive Ausstrahlung in den Raum brachte, wenn er da war
  • Fabian aka Dailyknödel: Der junge Mann, der mich als Zuschauer erstmals auf YouTube brachte und dessen Wiedersehen und kurze Gespräche auf diversen Veranstaltungen mich immer wieder erfreut
  • Claudius: Der Unterstützer ohne den SoBehindert wahrscheinlich anders ausgesehen hätte
  • Marlies: Für die Hilfe bei der Abschlussfeier in der Schule
  • Meli: Eine nette junge Dame, mit der man sich gut unterhalten konnte, wenn sie denn erreichbar war
  • Said und Sabrina vom Cafe Netzwerk: Diejenigen, welche in München erst die Plattform für die YouTuber Community bereitgestellt haben
  • Alle weiteren YouTuber mit denen ich viele tolle Abende bei TubeMunich und auf anderen Veranstaltungen verbringen durfte
  • Pauline: Eine Zuschauerin unseres DieSmags Kanals, mit der ich immer wieder nette Unterhaltungen haben durfte
  • Verena: Eine junge Dame, die ich dank SoBehindert kennenlernte, mit der ich viel schreiben durfte
  • David Haase: Als langjähriger Gefährte für Projekte durch das Netz
  • Elias: Mr. immer zuverlässig und Unterstützer bei jedem noch so absurdem Projekt

… und eine Menge weiterer Menschen, die ich an dieser Stelle gar nicht alle aufzählen kann. Danke für die tollen Erlebnisse 2015!

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