Lasst die Abenteuer beginnen!

04 Feb
4. Februar 2017

In meinem Zimmer hängt ein Schriftzug: DO MORE OF WHAT MAKES YOU HAPPY. Mag man kitschig nennen, und doch ist es für mich jeden Tag die Erinnerung in die Richtung zu streben, die mich erfüllt. Welche das genau ist? Ich weiß es nicht, und vermutlich gibt es viele verschiedene Wege zu diesem Ziel, weshalb man das Segel immer wieder neu ausrichten und das Boot des Lebens in eine andere Richtung treiben lassen sollte. Eine dieser Segelsetzungen soll es diese Woche in meinem Leben geben.

Mein letztes großes Projekt, welches ich selbst begann, war SoBehindert im Jahr 2014, welches mir in der Folge ein fantastisches Jahr 2015 bescheren sollte, in dem ich mich insbesondere mit Lucas auf dem Kanal DieSmags austoben sollte. 2016 war das Jahr in dem ich den Großteil meiner Zeit in Projekte gesteckt habe, die ich abgegeben habe. Kundenaufträge. Neben dem Projekt Studium und der ersten eigenen Wohnung. Auftragsarbeiten kann ich machen, und es ist nicht so, dass ich das wirklich ungerne täte, doch da lodert nicht diese Flamme, die einen jeden Morgen aus dem Bett kickt und Abends nicht einschlafen lässt. Was wie eine Lovestory klingt ist das, was ich bei Projekten verspüre hinter denen ich voll stehe und für die ich mir mit Leidenschaft Nächte um die Ohren schlage, in denen andere feiern gehen. In ein solches Abenteuer werfe ich mich nun wieder – oder vielleicht mehr als ich es bislang je tat!

In den vergangenen drei Jahren habe ich immer wieder versucht Geschäftskonzepte für Start-up Unternehmen zu entwerfen und habe dabei versucht immer einen, soweit mein Wissen reicht, leanen Weg zu gehen. Ich bin mehrfach gescheitert, und bei jedem Scheitern habe ich wieder ein Stück dazugelernt welche Eigenschaften eine Idee haben muss, damit sie geschäftlich wie auch emotional funktionieren kann. Und dann stand ich im November vergangenen Jahres in der Küche, hatte viel zu viel Arbeit um die Ohren und keine Zeit für irgendetwas. Es fiel mir ein Problem auf, welches meine Fähigkeiten im Bereich der Webentwicklung, meine Erfahrung auf YouTube und mein Verständnis für Betriebswirtschaftliche Problemstellungen kombiniert. Es ist in meiner Wahrnehmung so trivial im Ergebnis und so komplex in der Zusammenführung der notwendigen Bereiche zugleich, dass ich davon ausging es gäbe bestimmt schon eine Lösung. Doch diese gibt es nicht.

Was folgte war ein Dezember und Januar in dem ich, unter anderem mit der Unterstützung meines privaten Unternehmensberaters – mein Bruder – die Idee evaluierte. Wir glauben auf ein Problem gestoßen zu sein, das zu lösen nicht nur wirklich sinnvoll wäre, sondern gleichzeitig betriebswirtschaftlich als Geschäftsmodell funktionieren könnte – was nicht ganz unwichtig ist, da Kühlschränke gefüllt werden möchten, wenngleich die Vision ein Problem zu lösen, und in diesem Fall Menschen zusammen zu bringen, weit mehr zählt. Jedoch wurde auch klar, dass dieses Projekt nicht neben dem Studium in einer Form umgesetzt werden kann, die sinnvoll wäre.

Die Folge daraus auf emotionaler Ebene: Ich bin die vergangenen Wochen jeden Tag aufgewacht und habe getan, was zu tun war – Aufträge abschließen, Prüfungen für das Studium vorbereiten und alltägliches erledigen; wobei ich dabei das Gefühl hatte jeden Tag den Spruch in meinem Zimmer bewusst zu missachten. Dies soll ab dem heutigen Tag jedoch vorerst ein Ende haben. Ich habe meine Aufträge auf ein Minimum reduziert und werde kommendes Semester nur einen Tag in die Hochschule gehen – was mehr eine soziale Komponente hat als den Wunsch zu studieren. Den Großteil meiner Zeit möchte ich mich auf das neue Projekt stürzen. Unterstützen wird mich dabei, neben seinem normal fortlaufenden Studium, mein Mitbewohner Elias im Umfeld der Softwareentwicklung und mein Bruder, der mich an manch seiner eigentlich freien Wochenenden in betriebswirtschaftlicher Hinsicht unterstützen wird. Bis Ende September ist dieser Plan gesetzt, wobei zu hoffen ist, dass wir bis dahin bereits einige Wochen am Markt sind und erstes Feedback haben, auf Basis dessen ich entscheiden kann wie es weiter geht.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt an was ich arbeiten mag, dass mir dies Wert ist mein Leben ein gutes Stück auf den Kopf zu stellen. Ich meine, es ist bestimmt nicht ganz durchschnittlich für eine Geschäftsidee mal kurzerhand sein Studium schleifen zu lassen. Doch betrachtet es aus einer anderen Perspektive: Was habe ich 21-jähriger ungebundener junger Mann mit meinem relativ studentischen Lebensniveau zu verlieren – außer ein halbes Jahr, mit dem ich an Erfahrungen gewinne, wie sie viele vielleicht nie in ihrem Leben machen?

Was das Projekt genau ist, möchte ich jedoch an dieser Stelle noch nicht in meinen Blog werfen, da ich erst einmal so weit daran arbeiten möchte bis es eine funktionstüchtige Erstversion gibt, die man vorzeigen kann. Es gibt auf dem Weg bekanntlich immer die Chance des Scheiterns, die nicht auszuschließen ist. Was ich euch an dieser Stelle aber schon einmal verraten möchte: Wir werden gemeinsam fantastische Geschichten aus verschiedenen Blickwinkeln erzählen können!

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6 Antworten
  1. Wolf Bischof says:

    Nun ja,

    wenn jeder Student auf die Idee käme, mal 1 oder vielleicht auch 2 Semester planmäßig dranzuhängen, aber eingeschrieben zu bleiben und damit die Kapazität zu blockieren, so würde jedes 6 Semester Studium 15-30% mehr Kapazität erfordern, also mehr Professoren, Gebäudeinvestitionen etc. erfordern bzw. anderen würde die Studienmöglichkeit genommen.

    Studiengebühren steuerten solchen Umwegen entgegen.

    Einer der letzten Beiträge widmete sich schon der Sinnhaftigkeit der Lehrinhalte, obschon man das meist erst rückblickend besntworten kann, wenn das Berufsleben hinter einem liegt. Wenn man studienbegleitend Praktika macht, so landet man in Aufgaben, der sich die Professoren im Semester nur 2-3 Stunden widmeten, die dann aber ganztägig über Monate neue Tiefen eröffnen. Woher will jemand heute sagen, in welchem Tätigkeitsgebiet man seine Erfüllung finden wird und wie viel Beachtung die zugehörige Vorlesung bekommen hatte?

    Wer Kalligraphie nicht kennt, der kann sagen, es gehöre nicht zu einem BWL oder Ingenieursstudium und hätte keinen Mehrwert, doch für viele wird sich die Einschätzung ändern, sobald man weiß, dass ein später bekannter Studienabbrecher genau so einer Vorlesung mehr abgewinnen konnte als seinem Kernstudium und dass diese Kunst ihn so nachdrücklich beeindrucken sollte, dass sie die Entwicklung des Computers maßgeblich beeinflussen sollte in Form skalierbarer Schriften, die 1982 unbekannt waren, als die Monitore fast nur grüne ascii Zeichen zeigten , außer die der „Besseren“ und Chefs, wo bernstein das grün verdrängte.

    Wenn denn schon die neue Herausforderung ruft, dann doch bitte ganz deren Ruf folgen. So einem Ruf zu folgen, ist ein zweischneidiges Schwert, denn es dürfte manchen Arbeitgeber zukünftig zweifeln lassen, was die Talente Ausdauer, Kontinuität, Zielverfolgung des Bewerbers angeht, wenn die Projekte zwar dynamisch angegangen, aber dann nur als halbvollendete Brachen verwaist zurück bleiben – ohne Perspektive. Und irgendwann reicht es eben nicht, ein Projekt einfach nur für beendet zu erklären, wenn man sich im Raum des Web erklärt und definiert.

    Vielleicht sollte mal ein ernsthaft definiertes und somit abgestecktes Projekt mit Zielen und Meilensteinen von Anfang bis Ende verfolgt werden, als etwas anzustoßen, Erfolge zu feiern, um es dann einschlafen zu lassen und 1 Jahr später eine Erklärung zu liefern, wie das Interesse schwand, um es für tot zu erklären und zumeist parallel X oder Y zur neuen Marschrichtung zu erklären.

    Auf Dauer führt das zu keinem nachhaltigen Erfolg, sondern zu laufend neuen Kicks aus neuen Projekten und Ideen, zumal ich mich frage, woher eigentlich das dazu erforderliche Handwerkszeug kommen soll.

    Studium, dann bitte auch studieren – sonst exmatrikulieren.
    Ob all dieses hin und her, rein und raus auf Dauer einen Personalchef beeindruckt oder eher zweifeln läßt, kommt auch auf dessen Lebensweg an, aber zu Beginn eines Studiums beurteilen zu können wollen, welche Lehrinhalte wie überflüssig sind und das Studium zugunsten einer unternemerischen Findung zu vergessen, dürfte in Summe die Vorstellung eines Bewerbers schwächen.

    Es wird Zeit, erwachsen zu werden und mit eigenem Geld und auf eigenes Risiko zu spielen und sich darüber bewusst zu sein, womit man da spielt. Ich vermisse schlichtweg die abgewogene Bewertung und Entwicklung und sehe stattdessen Euphorien des Neuen, der Projekte, die dann auch irgendwann den Reiz des Neuen und die Euphorie verloren haben werden.

    Ich finde diese Neuigkeiten eher erschütternd, wie schnell ein einst so begehrtes Studium auf dem Altmetall landete oder „geparkt“ wurde. Ein ziemlicher Luxus.

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    • Jan Karres says:

      Zunächst möchte ich dir für diesen ausführlichen Kommentar danken. Ein argumentativer langer Kommentar ist etwas, das für sich genommen bereits einen Wert hat.

      Sinnhaftigkeit der Lehre
      Den Sinn einer Lehre in ihrer Gänze wird man erst nach dem Abschluss dieser und der Erfahrung, die man danach sammelt, sehen. In diesem Punkt stimme ich dir zu. Jedoch mag ich in meinem persönlichen Fall zu bedenken geben, dass ich mit 15 Jahren meinen ersten Entwickler Nebenjob hatte und seit nun rund vier Jahren neben dem Studium selbstständig mit Unternehmen verschiedener Größenordnungen in dem Umfeld arbeite – teils bis zu 40 Stunden in der Woche neben der Schule bzw. Hochschule. Dabei arbeite ich immer wieder mit Vollzeit-Berufstätigen zusammen, weshalb ich behaupten würde in den vergangenen Jahren abseits der Lehre die gelebte Realität in einer Art kennengelernt zu haben, wie sie vielleicht etwas untypisch für das Stadium des Studenten ist und ich somit in gewissem Maße eine andere Einschätzung gegenüber der Lehre hervorbringen kann als der Durchschnitt in meinem Alter. Zudem ergibt sich daraus bei mir auch ein sehr klares Bild in welche Richtung mich der Weg nach dem Studium, in welcher Form auch immer dieses beendet wird, führen wird und das Studium dient mir nicht zur Orientierung, sondern zum Erzielen eines sozial angesehenen Scheines und zur Vertiefung meines inhaltlichen Spektrums – in den Vorlesungen in denen ich mich nicht langweile.

      Ganz oder gar nicht
      Ich weiß nicht, ob du bereits selbst unternehmerische Erfahrungen in deinem Werdegang gesammelt hast. Alles auf eine Karte zu setzen halte ich nicht für den richtigen Weg, sondern eine Risikostreuung vorzunehmen, wobei man eine Konzentrierung auf eine Thematik anstreben sollte. Oder, wenn wir den persönlichen Weg nun wirklich betriebswirtschaftlich als Humankapital betrachten und ein Gleichnis zum Finanzhandel aufstellen: Würdest du dein ganzes Geld in eine Finanzanlage stecken, wenn dir bekannt ist, dass diese eine mittlere Risikobewertung trägt? Ich vermute diese Frage würdest du eher verneinen.

      Dies hat natürlich volkswirtschaftlich in der Erzielung eines optimalen Ergebnisses bezogen auf die Auslastung von Hochschulen eine negative Auswirkung. Solang dies innerhalb des Systems möglich ist, sehe ich daran jedoch keine moralische Verwerflichkeit. An dieser Stelle ist auch an den Bologna-Prozess zu erinnern, in dem versucht wird genau diesen Faktor auf ein ausgewogenes Maß zu reduzieren. Zudem sei zu bedenken, dass ein nicht geringer Anteil der Studenten länger als die Regelstudienzeit studieren, da sie die Anforderungen im ersten Anlauf nicht immer schaffen. Lt. dem Statistischen Bundesamt haben im Jahr 2015 nur 37,2% der Studenten ihr Studium in der Regelstudienzeit beendet. Nach drei Semestern kann ich von meiner Leistungsbilanz sagen, dass ich alle regulären Fächer (vsl. auch im dritten Semester) im Erstversuch mit im Schnitt einer eins vor dem Komma abgelegt habe und bereits einen Kurs aus einem höheren Semester vorgezogen habe.

      Ausdauer
      Du schriebst ich würde viele Projekte anfangen und schnell wieder einstellen, und dass sich dies negativ auf das Thema Ausdauer hinsichtlich künftiger Arbeitgeber auswirken könnte.

      An dieser Stelle habe ich erneut keine Kenntnis darüber in welcher Branche du beruflich beheimatet bist, was die Perspektive vermutlich essenziell beeinflusst. Im Medien und Informatik Umfeld sind die Iterationen zu Entscheidungen über Projekte allgemein deutlich kürzer als in einer Vielzahl anderer Branchen. Wenn etwas in einigen Monaten nicht abhebt, so ist Einstellen nicht selten, auch im voll professionellen Umfeld. Das ist ein besserer Weg als etwas am Leben zu halten, das keine Aussicht auf eine deutliche Skalierung aufweist.

      Hinsichtlich meiner Projekte möchte ich dir einmal meine Übersicht von Projekten ans Herz legen, aus welchen ich dir die Projektzeiträume gerne an dieser Stelle gerne noch einmal kommentiert aufzeige:

      Voocler (2011 – 2013): In dieser Zeit habe ich das mit 16 Jahren gestartete Projekt über 1,5 Jahre entwickelt. Ohne Milestones, Releases o.ä. mangels Erfahrung in diesem Alter, weshalb das Projekt anschließend eingestellt wurde, da es auch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive keine Aussicht auf Erfolg mehr gab.

      JanKarres.de als Blog (2011 – 2016): In fünf Jahren aktivem Bloggen schrieb ich rund 480 Artikel. Davon drei Jahre regelmäßig über den Raspberry Pi und andere Einplatinencomputer über 180 Artikel, womit ich den mit bis zu 190.000 Leser im Monat vermutlich reichweitenstärksten deutschsprachigen Raspberry Pi Blog aufbaute. Als der Zenit des Themas überschritten war (siehe Google Trends und andere Analysewekzeuge), schrieb ich trotz betriebswirtschaftlich eingeschränkter Sinnhaftigkeit weiter, bis ich mich persönlich dazu entschloss dieses Kapitel zu beenden.

      Raspifeed (2013 – heute): Ergänzend zu dem Blog über den Raspberry Pi baute ich eine zentrale Anlaufstelle für Raspberry Pi Artikel im Rahmen des nach deutschen Rechts möglichen auf, welche in der Zwischenzeit über 1,1 Millionen Aufrufe auf Raspberry Pi Blogs realisieren konnte.

      Mediee (2012 – heute): Meine kleine „Agentur“ mit der ich, wie oben bereits erwähnt nun mehr rund vier Jahre selbstständig für Kunden arbeite.

      SoBehindert (2014 – 2016): Mit rund sieben Monaten aktiver Produktionszeit das kürzeste Projekt, was mit unter an gesetzten Milestones hängt. Zu erkennen ist, dass eine Videoproduktion etwas ist, das einen unheimlich hohen sowohl zeitlichen als auch finanziellen Aufwand mit sich bringt, welcher ohne Refinanzierung nur bis zu einem gewissen Grad tragbar ist. Zudem ist im Webvideo Umfeld ein Lebenszyklus von 6-9 Monaten für Projekte, die nicht abheben, eher schon zu lange. Und dieses Projekt konnte und sollte strukturell betrachtet nie abheben.

      Ich möchte dich nach dieser Darstellung fragen, ob anhand dieser Projekte nicht doch eine (deutliche) Ausdauer erkennbar ist. Zudem würde ich mich freuen Beispiele anderer Persönlichkeiten kennenzulernen, die Projekte dieser Art über einen solchen Zeitraum umgesetzt haben, wobei die Projekte nicht betriebswirtschaftlich abgehoben haben dürfen.

      Eigenes Geld
      „Es wird Zeit, erwachsen zu werden und mit eigenem Geld und auf eigenes Risiko zu spielen und sich darüber bewusst zu sein, womit man da spielt.“

      Zu dieser Aussage möchte ich ergänzen, dass ich aus einem alles andere als wohlhabenden Elternhaus komme und ich seit ca. meinem 16. Lebensjahr Projekte immer auf eigenes Risiko umsetze und alles was nicht zur Grundversorgung des Lebens (Miete, Heizung, Nahrungsmittel) gehört aus meiner eigenen Arbeit refinanziere. Dies umfasst ein einfaches Abendessen im Restaurant, Reisen und Eintritte genauso wie hohe vierstellige Aufwendungen für die SoBehindert Videoproduktion und das was in der Folge noch entstand. Würde ich meine Mittel nur für notwendige Geschäftsausstattung und Technik investieren wäre ebenso die Grundversorgung auf eigenen Beinen kaum ein Thema.

      Diese Finanzierung und daraus entstehende Projekte werden nur möglich, da ich mir ein Handwerkszeug ohne Ausbildung, Studium o.ä. angeeignet habe, welches vermutlich in deinen Augen nur ein geringwertiges Ansehen hat, mit dem man selbstständig zu branchenüblichen Stundensätzen für Kunden arbeiten kann.

      Entsprechend ist das von dir bezeichnete „begehrtes Studium“ für mich, wie oben bereits erwähnt, in der Hauptsache das Mittel zum Zweck, um einem gesellschaftlichen Bild zu entsprechen. Wenn es jedoch einen anderen Weg gibt, so bin ich, wie du in dem Artikel liest, ebenso bereit diesen in Angriff zu nehmen. Ob dieser zum Erfolg oder Misserfolg führt wird man nur wissen, wenn man es ausprobiert hat.

      Ich freue mich auf deine Rückmeldung unter dem Kontext, der dir womöglich in den Ausschnitten, die ich aus meinem Leben in diesen Blog stelle, nicht bekannt war.

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  2. Eckhard says:

    Hey Jan,

    als „gebundener“ 41-Jähriger kann ich dir nur raten, weiter so.

    Unser Wirtschaftssystem versucht zwar uns einzureden, dass dieser Individualismus unproduktive Zeitverschwendung sei, aber lass dich nicht beirren. Die Zeit, Erfahrungen in dieser Hinsicht machen zu dürfen, kommt nicht wieder.

    Bin gespannt

    Eckhard

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    • Jan Karres says:

      Danke für deine Worte, Eckhard. Da kann ich nur zustimmen: Wenn nicht jetzt, wann dann? Ungebunden bzw. mir kaum Verantwortung in Hintergrund, mit niedrigen Lebensstandard und kaum etwas zu verlieren. Und wenn man damit auf die Schnauze fallen sollte einfach wieder aufstehen, sich vielleicht etwas abklopfen und mit dem gewonnen Wissen das nächste Projekt des Lebens, egal ob es ein Studium oder ein Start-up ist, in Angriff nehmen.

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  3. Tom says:

    Hi Jan,

    ich habe mich gefreut Deinen Beitrag zu lesen und war etwas schockiert über den Inhalt des ersten feedbacks. Als jetzt 50 jähriger beschäftigter, mehr oder weniger hochbezahlter Ingenieur kann ich nun auch auf etwas Lebenserfahrung zurückblicken.

    Aus meiner Sicht ist offensichtlich, dass derjenige, der etwas findet was ihn mit Leidenschaft erfüllt – auch in beruflicher Hinsicht -, am Ende immer mit mehr Energie und Freude leben wird. Dass hierbei auch Scheitern, Neuorientierung und Neuanfang dazugehören, versteht sich von selbst. Ich wünsche Dir, dass Du da Deinen Weg findest.

    Gleichzeitig wird dieser Mensch auch der Gesellschaft mehr zurückgeben als jemand der stur irgendwelchen engen Vorgaben nach dem Motto ‚das gehört so‘, ‚das haben wir immer schon so gemacht‘, ‚wenn das jeder machen würde‘ folgt.

    Zu behaupten die Unis würden durch nicht aktiv studierende belastet erscheint zwar zunächst naheliegend, ist aber unzutreffend, da nicht aktiv studierende auch (fast) keine Ressourcen der UNI verbrauchen. Das sehen die Unis ähnlich, z.B. http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/scheinstudenten-warum-manche-sich-einschreiben-aber-nicht-studieren-13928373.html.

    Zum Thema Studium ist ganz klar zu sagen, dass leider die wenigsten Vorlesungen lohnen (aktuell studieren meine beiden Kinder). Interessanterweise (wenn auch nicht überraschenderweise) korrelieren nach meiner (natürlich vollkommen subjektiven) Erfahrung Durchfallquote und Interesse der Professoren an der Vorlesung näherungsweise reziprok.

    Also drücke ich die Daumen und wünsche Dir viel Erfolg. Ich habe auch den Eindruck, dass die Strategie den neuen Weg mit viel Energie zu versuchen aber den alten (Studium) noch nicht ganz hinter sich zu lassen, durchaus angemessen ist.

    Ich freue mich auf das, was wir hier noch lesen werden, danke für das was Du der Community schon gegeben hast und wünsche Dir alles Gute,
    Tom

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    • Jan Karres says:

      Danke für deinen schönen Kommentar, Tom.

      Ich glaube vorheriger Kommentar von Wolf ist, ohne das angreifend oder in ähnlicher Weise zu meinen, ein gutes Beispiel für eine Einstellung, die in Deutschland nicht wenig verbreitet ist. Eine „Kultur des Scheiterns“ ist häufig nicht Teil des kulturellen Verständnisses, welches hierzulande gelebt wird, was meiner Meinung nach auch mit ein von einer Vielzahl von Gründen dafür ist, dass Innovation im deutschsprachigen Raum eher seltener wird. Probieren, auf die Schanze fallen, wieder aufstehen und wieder probieren halte ich für den besseren Weg, auf dem man persönlich wie auch meiner Meinung nach in vielen Fällen inhaltlich mehr mitnehmen kann.

      Die Korrelation dürfte, wenn man beachtet, dass Menschen soziale Wesen sind, relativ eindeutig sind. Fühlt man nicht in dem sozialen Umstand nicht wohl, wozu die Ausstrahlung des Lehrenden einen bedeutenden Teil beiträgt, so sinkt zwangsläufig die Motivation und in der Folge die erbrachte Leistung.

      Das Studium wird aus mehrerlei Gründen nicht von heute auf morgen eingestellt. Bereits vor dem Beginn des Studiums war für mich klar, dass wenn ich etwas lohnenswerte sehe, in das es sich meiner Meinung nach lohnt, Energie zu investieren, so werde ich versuchen dies durchzuziehen. Jedoch werde ich den Plan B dann erst beenden, wenn der neue Weg funktioniert und zudem ein weiterer Plan B existiert. Ein Fallback braucht es nun einmal nicht nur für ordentliche Server, sondern umso mehr für die Gestaltung des persönlichen Lebens 😉

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