Beeinflussung des Mikrokosmoses statt der Masse

07 Dez
7. Dezember 2013

In den vergangenen Wochen schrieb ich hier in meinem Blog über Glück, der Definition vom Sinn des Lebens und einen Sinn, den ich meinem Leben momentan gebe. Die Freiheit zu haben, Neues zu erschaffen. Indem ich beispielsweise hier schreibe, Projekte wie Raspifeed.de programmiere usw. Doch die Frage ist doch dahinter: Wen kann man mit diesen Inhalten erreichen?

Nehmen wir meinen Blog als Beispiel. Damit erreiche ich momentan primär eine Zielgruppe: Technisch interessierte Bastler, da ich hier recht viele Worte über den Raspberry Pi verliere. Inzwischen sind es rund 1.400 Leute, die täglich auf meine Texte stoßen. Auf euch, die meine Texte lesen, habe ich, wenn auch nur in einem kleinen Maße, Einfluss, denn ihr lest mein Geschriebenes und bildet dadurch eine eigene Meinung. Gleichzeitig nehmt ihr über den Text auch ein Stück meiner Meinung mit in eure auf.

Wenn ich ein Produkt gut heiße, ist es wahrscheinlicher, dass ihr es auch gut findet. Insbesondere kommt diese Bindung zustande, wenn man z.B. einen Blog häufig ließt und die Person, die ihn schreibt eine große Reichweite in dessen Szene hat. Dann entsteht eine gewisse persönliche Bindung, wodurch ein Vertrauen in die Meinung der Person entsteht. Bestes Beispiel aus der Tech-Szene ist Carsten Knobloch, der primär auch Caschys Blog (Stadt-Bremerhaven.de) schreibt. Dieser hat in der deutschsprachigen Tech-Szene inzwischen schon einen beträchtlichen Einfluss. Er ist ein sogenannter Influencer. Und das, obwohl er nur ein paar Worte in einem Blog veröffentlicht (und seit kurzem auch eine Stimme in seinem Podcast hat ;-)). Ich kenne seinen Blog nun bestimmt schon fünf Jahre und dieser Einfluss hat sich im Laufe der Zeit entwickelt.

Doch ist es überhaupt erstrebenswert viel Zeit (und Geld) zu investieren, um Andere mit seinen Visionen und/oder Meinungen zu erreichen? – Da doch sowieso nur wenige aus der Masse herausstechen, denn schließlich sind wir nicht alle ein Steve Jobs, der es geschafft hat, die momentan wohl erste und in dieser Intensität wahrscheinlich noch immer einzigartige Technikmarke zu erschaffen, deren technische Geräte zugleich Lifestyle Produkte sind.

Warum also nicht einmal ganz klein ansetzen: Im Mikrokosmos. Ich glaube diesen Begriff des Mikrokosmoses habe ich aus der deutschen Übersetzung der Biografie über Steve Jobs, geschrieben von Walter Isaacson, aufgegriffen und seither blieb mir dieses Wort im Kopf. Mit dem Mikrokosmos wurde das direkte Umfeld beschrieben. Familie, Verwandte und Freunde. Mit den kleinen Dingen des Lebens können wir auf alle in unserem Umfeld einen gewissen Einfluss üben und dadurch das Dasein um uns herum etwas bunter gestalten. Und damit meine ich die kleinen Dinge wie mit einem Lächeln durch die Welt gehen, an kleine Gestiken denken, oder sich um sein Gegenüber ernsthaft und interessiert zu kümmern.

Die Frage ob es erstrebenswerter ist, eher zu versuchen, in einem kleineren, persönlicheren Personenkreis seinen Einfluss zu erwirken, oder eher mehr Leute beeinflussen zu können, kann man denke ich nicht pauschal klären. Beispielsweise finde ich, um auf den Beginn des Artikels zurück zu kommen, die Vorstellung, dass 1.200 Leute jeden Tag über meinen Blog stolpern schon faszinierend. Insbesondere wenn man sich das bildlich vorstellt. Noch viel faszinierender finde ich das, was z.B. ein Steve Jobs geschaffen hat. Doch kommt immer wieder die Frage auf, wie weit man selbst mit genug Herz und Engagement kommt. Ob es sich lohnt, dafür die eigene Lebenszeit zu verwenden, oder ob es nicht erstrebenswerter ist, sich mehr um das persönliche Glück zu kümmern. Im Mikrokosmos.

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