Langeweile ist die Mutter der Kreativität

21 Dez
21. Dezember 2013

Vergangene Woche schrieb ich in dem Artikel über meine Einstellung zu Ganztagsschulen, dass ich Langeweile positiv finde. Auf das Warum ging ich nur im Speziellen ein, weshalb ich denke, dass dieses Thema einen eigenen Beitrag verdient hat. Den Titel dieses Beitrages schnappte ich im verlinkten Video von Doktor Allwissend auf, welcher das Thema auf eine humorvolle Art behandelt.

Vielleicht sollte man sich einleitend die Frage stellen, was Langeweile eigentlich ist. In Wikipedia wird die Langeweile wie folgt beschrieben, was ich ganz passend finde. Doch warum überhaupt eine Definition für etwas, dass jeder kennt? Ich für meinen Teil habe mir vor dem Schreiben dieses Artikels schon Gedanken darüber gemacht, wie man dieses Gefühl in Worte fassen kann, da es für mich ein nicht ganz greifbares Gefühl ist.

Langeweile […] ist das unwohle Gefühl, das durch erzwungenes Nichtstun hervorgerufen wird oder bei einer als monoton oder unterfordernd empfundenen Tätigkeit aufkommen kann.

Ich würde diese Worte noch erweitern, indem ich Langeweile beiläufig als eine Phase beschreiben würde, in der die eigene Kreativität nicht so präsent ist, wie sie in der meisten Zeit ist. Doch halt, der Titel des Beitrages sagt doch, dass Langeweile die Mutter der Kreativität sei…

Die Tage der meisten von uns werden vollgestopft von Aufgaben und Verpflichtungen sein. Dabei bleibt selten Zeit über nicht Alltägliches nachzudenken, und damit meine ich nicht den nächsten Urlaub, der nicht unbedingt alltäglich ist, sondern über Dinge, die ansonsten nicht in den eigenen Horizont fallen. Dinge, wie den Sinn des Lebens. Dinge, wie völlig neue Ansätze, Probleme zu lösen, die ansonsten immer nach Schema F gelöst werden. Dinge, wie einfach mal ins Blaue rein zu handeln. Das ist meiner Meinung nach diese wundervolle Eigenschaft, die Langeweile in sich birgt. Sie inspiriert, neue Wege zu beschreiten. Zunächst gedanklich und später nicht selten auch praktisch.

Ich selbst kenne dieses Gefühl seit inzwischen ein paar Jahren nur noch selten, da ich immer einen Ideenpool habe, aus dem ich schöpfen kann (der Tag mit 24 Stunden ist einfach zu kurz für mich ;-)). Aufgaben die ich mir selbst gebe. Projekte. Arbeit. Bloggen. Und nicht zuletzt ein gewisses Gefühl, den schulischen Verpflichtungen nachkommen zu müssen.

Jedoch geht das wohl nicht jedem so, denn einige aus meinem gleichaltrigen Umfeld scheinen viel Zeit in Chillen zu investieren – was darunter zu verstehen ist, war mir zugegebenerweise längere Zeit gar nicht so ganz klar. Aber manche nutzen die Langeweile auch um Dinge auszuprobieren. Beispielsweise viel mir auf, dass eine Klassenkameradin alle ein, zwei, jedoch maximal drei Tage andere Fingernägel Lackierungen hat. Auf dem Gebiet Beauty bin ich alles andere als bewandert, jedoch kann ich mir vorstellen, dass man nicht wenig Zeit investieren muss, um Fingernägel zu entlackieren und wieder neu zu lackieren. Und wenn ein Muster in diesen Lackierungen enthalten ist, wird das bestimmt noch mehr Zeit und filigrane Arbeit beinhalten, da man ja in mehreren Schichten arbeiten muss. Nachdem ich diese Gestaltungswechsel ein paar Wochen beobachtet hatte, fragte ich sie einfach mal, wie viele Fingernagellacke sie denn hätte, woraufhin sie (neben der Zahl) meinte, dass dies mehr oder weniger ein Hobby sei, denn ansonsten wäre es an den Nachmittagen doch langweilig. Zunächst muss ich zugeben, dachte ich schon, dass das ein „eigenartiges“ Hobby ist. Doch dann dachte ich mir, ist es doch dasselbe was ich mache, nur in anderer Form. Denn mal ehrlich, es ist auch etwas eigenartig, mit was für technischem Zeug ich mich in der Freizeit beschäftige. Und inzwischen sogar an dieser Stelle einiges darüber schreibe. Also warum nicht als nächsten Schritt das Wissen über Nagellack Variationen mit anderen Teilen – und wenn nicht unbedingt mit der nächsten Freundin, die vielleicht nicht gerade ein Fingernagellack Fan ist, dann mit YouTube Videos oder so 😉

Ich finde dies zeigt schön, ausgegangen von dem Gedanken der Langeweile, wie daraus Kreativität entstehen kann. Wie es durch Langeweile möglich ist, Dinge zu finden, an denen man Freude findet.

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1 antworten
  1. phimema says:

    Habe das gerade heute wieder gemerkt. Nachdem seit gestern richtig langweilig war, habe ich meine kreative Seite entdeckt und einfach mal ein paar kleine Skizzen gezeichnet.
    So etwas habe ich bisher eigentlich nie gerne getan und normalerweise bin ich auch nicht sehr gut im Zeichnen. Doch das, was ich heute gezeichnet habe, wird wahrscheinlich einen Ehrenplatz auf meinem Schreibtisch einnehmen.
    Man merkt also wirklich: Ist einem langweilig (und das passiert mir auch nicht so oft), fallen einem manchmal die besten Dinge ein und auf.

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