Warum ich Ganztagsschulen gegenüber negativ eingestellt bin

14 Dez
14. Dezember 2013

Das Bildungssystem ist relativ träge, wodurch Reformen häufig einige Jahre dauern, bis sie beschlossen werden – und ein paar weitere Jahre, bis diese umgesetzt werden. Eine Idee, die sich momentan in der Umsetzungsphase befindet, sind die Ganztagsschulen. Ich glaube ich brauche nicht zu erklären, was eine Ganztagsschule ist. Was jedoch erwähnenswert ist, ist, dass es in vielen westlichen Ländern seit Jahren üblich ist, die Sprösslinge in Ganztagsschulen zu schicken – Deutschland ist da quasi Nachzügler.

Meine Schulzeit im klassischen Sinne wird in nicht allzu ferner Zeit glücklicherweise ein Ende nehmen. Nicht nur deshalb, weil Schule ja bekanntlicherweise nicht das schönste im Leben ist, sondern auch, da ich beobachten kann, wie die Ganztagsschulen aus dem Boden schießen. Okay, ist vielleicht etwas übertrieben, aber ich höre schon immer wieder von Schulen, die in diese Richtung umgebaut werden, was in meinen Augen nicht zu begrüßen ist.

Doch warum eigentlich Ganztagsschulen? Ging doch bislang mit Schulen die bis Mittag gehen auch. Man kann davon ausgehen, dass diese Entwicklung wirtschaftlich und gesellschaftlich bedingt ist. Im klassischen Familienbild von früher ging der Mann arbeiten und die Frau war für die Erziehung der Kinder und den Haushalt verantwortlich. Der Mann schaffte also das Geld her, welches für das Leben benötigt wurde. Heute ist das wohl nur noch bei den wenigsten dauerhaft der Fall. Ich würde mal behaupten, dass in vielen Familien einer der beiden Eltern Vollzeit und der andere Teilzeit arbeitet. Nicht nur weil viele Frauen nicht abhängig von den Männern sein möchten (oder umgekehrt), sondern auch, weil das Geld für das Leben schlicht und einfach benötigt wird. Um auf die eigentliche Fragestellung, wieso Ganztagsschulen sinnvoll sind, nun zurückzukommen: Desto länger die Kinder beaufsichtigt sind, desto mehr können beide Elternteile arbeiten. Und das ist wirtschaftlich gesehen ja durchaus sinnvoll.

Ich persönlich finde das Konzept Ganztagsschule jedoch nicht wirklich begrüßenswert – und das liegt nicht daran, dass ich an Altem festhalten möchte. Viel mehr habe ich ein wenig Sorge um die Gesellschaft von Morgen. Klingt dramatisch? In meinen Augen ist diese Umbaut des Schulsystems im Bezug auf die Bildung der Gesellschaft von Morgen auch nicht zu verachten.

In einer normalen Halbtagsschule sind die Schüler vormittags in der Schule, kommen mittags nach Hause, machen ihre Schularbeiten und haben nachmittags Zeit, sich mit Freunden zu treffen, zu spielen oder um es allgemein zu sagen, ihren Interessen nachzugehen. In einer Ganztagsschule hingegen sind die Schüler vormittags in der Schule, haben in der Schule ihr Mittagessen, erledigen unter Betreuung ihre Schularbeiten und können dann mit ihren Klassenkameraden z.B. Sportangebote der Schule wahrnehmen. Auf den ersten Blick nicht sehr verschieden, oder?

Der Unterschied würde ich sagen liegt in der Gestaltung des Nachmittags, welcher in meinen Augen in zwei Punkten negativ ist. Erstens ist wirtschaftlich eigenständiges Arbeiten immer mehr gewünscht. Zweitens wird meiner Wahrnehmung nach immer mehr Wert darauf gelegt, dass man mit seiner selbstorganisierten Arbeitsweise in Teams arbeiten kann. Letzteres wird, dank Gruppenaktivitäten am Nachmittag, von Ganztagsschulen gefördert. Jedoch sehe ich das Thema eigenständiges Arbeiten in Gefahr, da sich die Schüler vormittags wie nachmittags in Gruppen befinden. Diese werden erstens im Normalfall angeleitet und zweitens bilden sich Gruppenstrukturen, sodass es ein paar wenige gibt, die den Ton angeben und viele die einfach mitlaufen.

Neben dem oben Angesprochenen finde ich, dass es jedoch einen Punkt gibt, der noch viel drastischer ist. Die Schüler sind, da sie ja auch beaufsichtigt werden müssen, andauernd in Angeboten. Bspw. Fußball, Schach, Computerkurs. Wo mein Bedenken liegt, ist, dass keine Langeweile mehr entstehen kann. What the… ist Langeweile nun gut? Ich sage zu dieser Frage absolut ja, denn Langeweile inspiriert, Neues auszuprobieren. Und Neues, Unbekanntes zu entdecken denke ich ist ein wichtiger Teil des Entwicklungsprozesses in der Jugend, denn dadurch kann man Dinge finden, die einem Spaß bereiten. Gehen wir mal von mir als Beispiel aus. Als ich etwa elf Jahre alt war, entdeckte ich, mehr durch Zufall als geplant, das Thema Programmieren. Was heute aus mir wurde, kann man teilweise ja in diesem Blog lesen. Programmieren. Designen. Server. Und nicht zuletzt Bloggen. Ich würde mich als jemanden beschreiben, der sein Ding gefunden hat. Ich weiß inzwischen sogar so viel über das technische Zeug, dass ich, ohne je einen Kurs besucht zu haben, neben der Schule in diesem Bereich arbeiten kann. Doch das war nur möglich, da ich Zeit zum Ausprobieren hatte – da mir manchmal langweilig war. In einer Ganztagsschule hätte ich vielleicht einen Computerkurs besucht, in dem ich Ansätze dessen gelernt hätte, was ich heute kann. Raum für mehr wäre nicht gewesen, denn es gibt ja auch nachmittags Stundenpläne anstatt komplett frei einteilbarer Zeit.

Man kann nun argumentieren, dass das ja nicht bei jedem der Fall ist. Und warum mach ich mir deswegen auch Gedanken um die Gesellschaft von Morgen? Wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe, wissen schon heute die wenigsten am Ende ihrer Schulzeit, was sie studieren möchten bzw. welche Ausbildung sie anfangen sollen. Bei Gymnasiasten mehr als bei Realschülern. Kann Zufall sein, dennoch denke ich, dass dies mit dem Zeitpensum zu tun hat, dass man in die Schule investiert. Oder anders ausgedrückt: Die Menge der Zeit, in der man eigene Interessen finden kann. In meinen Augen muss Arbeiten weitestgehend Spaß machen. Entsprechend muss man jedoch erst einmal herausfinden, was einem Spaß macht. Und genau das denke ich kann man nur herausfinden, wenn man Zeit dafür hat. Und diese wird durch Ganztagsschulen meinen Bedenken nach eine Rarität.

Fassen wir also zusammen: In meinen Augen besteht durch Ganztagsschulen die Gefahr, dass ein noch größerer Teil der Schüler weniger gut selbstständig arbeiten kann und insbesondere noch weniger Zeit hat, Dinge zu finden, die ihnen Spaß machen. Diese Umstellung des Bildungssystems wird zu Gunsten der aktuellen Wirtschaft vorgenommen. Die Frage die ich mir stelle ist die, ob es im Verhältnis steht, die Individualität der Gesellschaft von Morgen aufs Spiel zu setzten, um heute eine bessere Wirtschaftsleistung zu erreichen. Mein persönliches Votum ist ein klares Nein.

Seht ihr das genauso wie ich, oder ganz anders? Ab in die Kommentare mit euren Meinungen!

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11 Antworten
  1. Micha says:

    Hallo Jan,

    ich bin mit 41 Jahren nun schon eine ganze Weile aus der Schule heraus und habe selbst keine Kinder.

    Ich kann Deiner Ansichtsweise durchaus einiges abgewinnen. Ich habe viele Kollegen mit Kindern in allen Altersstufen und sehe, daß sich viele, ja sehr viele in Jugendgruppen einbringen oder an sonstigen Aktivitäten mit außerhalb des Unterrichts teilnehmen. Dafür wäre praktisch keine Zeit mehr.

    Machen wir uns nichts vor, ich habe eine gute Bildung genießen dürfen und viele der gelehrten Dinge haben mir beim Erlernen weiterer Dinge geholfen.
    Aber leider muß ich auch sagen, daß mich Schule fast überhaupt nicht auf das Leben vorbereiten konnte.
    Viele Dinge, die man außerhalb eines Lebens als Schüler brauchen kann, erlernt man zwangsläufig auf die harte Tour NACH dem Schülerleben, schlicht durch „Learning by Doing“. So auch der Tenor meiner Kollegen mit Kindern.

    Auch mag nicht jeder Einfluß von Lehrerseit für Kinder „gut“ sein. Ich will damit sagen, daß ein „aufgehoben sein“ an der Schule (auch am Nachmittag) nicht automatisch eine Verbesserung sein muß, weil ja „mehr gelernt würde“ o.ä..

    Das das Geld zweier Berufstätiger in vielen Familien „nötig“ ist, das sehe ich bis zu einem gewissen Grad ein. Allerdings, vergleiche ich das mit meiner Kindheit, so sind eher die Ansprüche gewachsen. 2 Autos sind Standard, teure Gadgets und Klamotten aufgrund des Konsumdruckes in den Cliquen an der Schule etc.pp.. Es fällt den Eltern auch oft schwer „nein“ zu sagen, weil sie selbst dem selben „Druck“ unterliegen.
    Status wird vielfach nur noch über Geld und die nach außen sichtbaren Symbole gemessen. Schnellebig und oberflächlich ist unsere Gesellschaft geworden.

    Kinder, und da darf man mich gerne „altmodisch“ oder „chauvinistisch“ schimpfen, brauchen in gewissem Alter ihre Mütter wie auch ihre Väter. Punkt. Und die Eltern sollten Bezugspunkt und Maßstab sein, nicht die Schule und irgendwelche Lehrer alleine.
    Wenn Kinder aber wie ihre Eltern nach einem „harten Arbeitstag“ am Abend nur noch wenig Zeit miteinander verbringen, kann das nicht gut sein.
    Darauf, daß Schulen alleine Werte vermitteln, da hofft man – deutlich sichtbar – vergebens.

    Gut, Deutschlands soziale Landschaft sieht nicht überall gleich gut aus. Man darf Berlin und Hamburg sicher nicht mit der bayrischen oder schwäbischen Provinz vergleichen.
    Es mag sein, daß manche Kinder womöglich besser in Ganztagsschulen untergebracht sind, als „auf der Straße“. Ob sie dort allerdings mehr lernen und gleichzeitig zu anständigen Mitgliedern einer Gesellschaft werden — hmmm, fraglich.

    Eines darf man nicht vergessen: nehmen wir bspw Frankreich, so konnte sich diese Gesellschaft über viele Jahre mit dem Schulsystem auseinandersetzen und damit wachsen, bzw sich verändern. Auch in Deutschland wird dies nicht von heute auf morgen passieren und eine Veränderung der Schullandschaft wird auch eine, m.E. nicht unerhebliche, Veränderung der Gesellschaft mit sich bringen.

    Ein schwieriges Thema, und ich will damit schließen.

    Ich lese vor allem Deine RasPi Artikel sehr gerne, freue mich aber sehr von Dir auch einmal über so etwas zu lesen.

    Gruß und schöne Feiertage,
    Micha

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    • Jan Karres says:

      Ein schwieriges Thema, sehe ich auch so. Eine perfekte Lösung denke ich gibt es nicht. Ich denke es ist viel mehr die Frage für welche Lösung sich die Gesellschaft entscheidet. Nebenbei bemerkt: Schön auch mal einen solch ausführlichen Kommentar lesen zu dürfen – fasst ein Blog Beitrag 😉

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      • Robert Kraus says:

        Hallo Jan. Verfolge Deinen Blog, seit ich Dich in der Raspberry-Facbook-Gruppe gesehen habe.
        Zu diesem Beitrag muss ich aber auch mal meinen Senft dazu geben.
        Ganztagsschulen bedeuten nicht zwingend, dass die Kinder den ganzen Tag Unterricht haben, sondern dass sie nach den Schulstunden noch betreut werden. Dazu zählt, dass Kinder miteinander Hausaufgaben machen können und dabei einen Lehrer als Ansprechpartner bei Problemen haben können; dass sie mit Essen versorgt werden; dass sie Ihren eigenen Interessen in Interessengemainschaften nach gehen können (z.B.: Sport oder auch EDV im EDV-Raum).
        Das Hauptproblem bleibt aber die Betreuung. Leider ist es oftmals notwendig, dass beide Elternteile in die Arbeit gehen. Nicht nur wegen der Geldgeilheit der Konsumgesellschaft sondern einfach auch wegen der Absicherung im Alter.
        Eine Frau (oder Mann), der nicht arbeitet, oder nur einen 400 Euro-Job hat, zahlt nichts in die Rentenkasse ein – also bekommt diese Zeit nicht an seine Rente angerechnet (!!). (Stell Dir mal vor, der arbeitende Elternteil muss die Rentenbeiträge des zuhausebleibenden Elternteils zusätzlich einzahlen, wie wäre dann die Einstellung zur Ganztagsbetreuung).
        Und Altersarmut ist ein aktuelles Thema, welches immer größer wird.
        (gleich noch ein Punkt: was macht eine Frau, welche bei der Erziehung zuHause blieb und dann im alter vom Mann geschieden wird? Und das bei der aktuellen Reform der Unterhaltszahlungen….)
        Es ist doch wesentlich einfacher, wenn eine Schule eine Ganztagsbetreuung anbietet – was ja nicht heißt, dass man diese auch jeden Tag nutzen muss.
        Wenn die Mutter (bleiben wir mal beim klassichen Bild) an 2 Tagen in der Woche arbeitet und an den anderen 5 Tagen (inkl. Wochenende) zuhause ist und die Erziehung selber „ausüben“ kann, so ist das wesentlich leichter zu handhaben, als wenn sie jeden Tag punkt 12 Uhr fluchtartig ihren Halbtagsjob verlassen muss nur um noch rechtzeitig den Schützling abholen zu können oder Ihm sein Essen zu kochen (wir reden hier ja von Grundschülern und nicht von 16jährigen „selbsversorgunsfähige“ Jugendlichen).
        Ich wohne z.B.: in einer ländlichen Gegend. Wir haben keine öffentlichen Verkehrsmittel (ausser Schulbusse). Auch zur Arbeitsstelle kommt man nur mit dem eigenen Auto (25 – 100!!!km einfache Fahrt zur Arbeit sind bei uns keine Besonderheit), weshalb nur ein zweites Auto als Option bleibt.
        Man benötigt 2 Gehälter, zumindes ein Vollzeit- und ein Halbtagsgehalt.
        Wie Du in Deinem Blog – und Kommentare dazu – bereits geschrieben hast/haben: Das Problem Ganztagsbetreuung ist sehr vielschichtig…
        Gruß
        Robert

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        • Jan Karres says:

          Ich kann die Problematik aus dieser Sicht durchaus nachvollziehen. Damit meine ich sowohl das Rentenproblem, wie auch der Bedarf nach zwei Gehältern als auch die Fahrwege. All das ist im meinem Umfeld, wie bei, so nehme ich es zumindest an, Vielen ein Thema.

          Dennoch habe ich bei dem Artikel die Sicht der Kinder und Jugendlichen einfenommen. Und an diesem Punkt sagst du, zurecht, dass Nachmittags nicht unbedingt Schule ist – was ich auch nicht behaupten wollte. Jedoch ist das Nachgehen der Interessen meines Erachtens nach, entgegen deiner Ansicht, eben nicht so möglich, da man in einem System voller Angebote steckt und eben nicht die Langeweile zur Entfaltung hat. Und in einer dauernden Gruppensituation gehen meines Erachtens nach auch Fähigkeiten verloren (wie beschrieben) – ganz davon abgesehen, dass man in Gruppen weniger ausprobiert, als wenn man alleine oder mit wenigen vertrauten Personen ist.

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          • Robert Kraus says:

            Aus dieser sich gebe ich Dir recht. Es setzt aber auch voraus, dass man den Antrieb hat etwas auszuprobieren.
            Vielle Kiddies in meinem Bekanntenbereich sitzen aber in jeder freien Minute vor Ihrer Konsole und daddeln rum.
            Etliche dieser Kiddies sind nicht mehr in der Lage z.B.: bei einer Familienfeier – bei der die Konsole mal aus ist – sich mit „realen“ Spielsachen zu beschäftigen. Die haben irgendwie keine Phantasie oder die Fahigkeit sich selbst zu beschäftigen.
            Diese Kiddies würden vermutlich bei Langeweile eher anfangen rumzuhängen als sich irgendwie für etwas zu interessieren.
            Ein Gegenbeispiel kann ich von unserem Gymnasium geben. Dort gibt es eine EDV-Gruppe (ausserhalb der Unterrichtszeit). Diese Programmieren in Phyton Anwendungen für das OLPC-Projekt (OneLaptopPerChild). Da wurde sich in der Gruppe für ein Projekt entschieden (in diesem Fall eine Quiz mit Tieren). Ers wurde erarbeitet, wie die Struktur der Daten aussehen soll, was das Quiz können soll u.s.w. Der Lehrer hat Grundkenntnisse der Programmierung vermittelt und dann die Schüler machen lassen. Es bideten sich Gruppen, welche für den Quellcode zuständig sind, andere für die grafische Darstellung. Die Schüler arbeiten absolut frei. Der Lehrer steht nur bei Fragen zur Verfügung (bzw. Unterrichtet neu hinzugekommenen die Grundkenntnisse) und achtet, dass sich die Schüler nicht irgendwo verlaufen und das Projekt zuerfällt.
            Die Gruppe hatte nun schon mehrere Auftritte bei „Kongressen“ und hat auch schon Preise eingefahren.
            Es freut uns auch, dass wir inzwischen 3 Dieser Schüler bei unserem Linux-Stammisch als feste Besucher begrüßen konnten.

            Die größte Gefahr einer Ganztagsbetreuung finde ich in der Art, wie diese gestaltet wird. Eine solche Betreuung wie oben beschrieben kostet entweder viel Geld, oder man benötigt eine große Menge von Ehrenamtlichen.
            Vermutlich würden aber die meisten Ganztagsbetreuungen eher zu einem reinen „aufräumen“ der Kinder (hauptsache weg von der Straße) werden, dei denen dann Deine Sicht voll zutreffen würde.
            Gruß
            Robert

          • Jan Karres says:

            Ich möchte lediglich noch einmal deinen Punkt zum Beginn des letzten Kommentars mit den Konsolen aufgreifen. Ich bin in diesem Punkt relativ überzeug davon, insbesondere weil ich aus meinem privaten Umfeld da auch Beispiele kenne (um nicht zuletzt auch mich zu nennen, der zwischenzeitlich recht viel gespielt hat), dass dies zunächst wirklich in ein Art Phantasielosigkeit führt, doch auf Dauer denke ich, dass auch diese Jungs und Mädels merken, dass es mehr als nur diese virtuelle Gaming Welt gibt und auf neue Ideen kommen.

  2. Thomas says:

    Hi Jan,

    deinen Beitrag kann ich so unterschreiben. Dieses Jahr werde ich mein Abitur schreiben und habe mir auch schon Gedanken zu Ganztagsschulen gemacht. Was du schreibst, wollte ich auch schon einmal in einen Blogbeitrag packen, aber das kann ich mir ja jetzt sparen 😉

    Wie du auch habe ich mir fast alles, was ich über Programmierung, Computer, Netzwerke, Server etc weiß, selbst beigebracht mit Hilfe weniger Bücher und des Internets. Niemand in der Familie hätte mir das beibringen können.

    Auf einer Ganztagsschule hätte ich nie die Mittel oder die Gelegenheit gehabt, das alles zu lernen. Vielleicht hätte ich am Wochenende ein bisschen Zeit dafür gehabt, aber unter der Woche – keine Chance.

    Ich finde es traurig, dass mehr und mehr Eltern ihre Kinder quasi während der Woche weggeben und nur noch am Wochenende wirklich sehen. Was ist das für ein Familienleben? …

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  3. Stefan Grottenthaler says:

    Hallo Jan,
    ich teile deine Meinung in dieser Hinsicht.

    Warum ich Ganztagsschulen ablehne ist ganz einfach das, man keine Zeit mehr hat individuell seinen Sachen nachzugehen und auch diese aus zuprobieren. Somit können Stärken und auch Schwächen jeden einzelnen sich nicht gezielt ausprägen oder auch nicht gezielt gefördert werden.
    In meinen Augen ist nicht nur die gesellschaftliche Vorgabe schuld daran, dass es immer mehr Ganztagsschulen gibt, sondern auch der Umstand, dass es ein sinkendes Lohnniveau vorzufinden ist bei gleichzeitiger Inflation, die im Bereich Immobilien in Ballungsräumen zum Beispiel weit über dem Durchschnitt liegt und somit Familien auf das Geld angewiesen sind.

    Viele Grüße Stefan

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  4. Mach es selber! says:

    Dem kann ich ebenfalls nur Zustimmen. Habe 1979 meinen ersten Computer selber gebaut – auch aus „kreativer Langweile“.
    Weil die Politik aber Ja-Sager als Bürger will, werden Ganztagesschulen gefördert. Da kann man die jungen Menschen viel besser „auf den rechten Weg“ bringen…
    Ach ja: Denken bitte der Obrigkeit überlassen 😉

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  5. Richhard says:

    Ich finde Ganztagsschulen auch blöd. Schließlich will man vor allem als Kind oder Jugendlicher noch seine Freizeit genießen. Durch Ganztagsschulen wird einem nur sehr viel Wissen eingetrichtert, aber man verpasst den ganzen Spaß am Leben

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  1. […] Woche schrieb ich in dem Artikel über meine Einstellung zu Ganztagsschulen, dass ich Langeweile positiv finde. Auf das Warum ging ich nur im Speziellen ein, weshalb ich […]

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