Ökosystem? Nein Danke!

28 Dez
28. Dezember 2013

Mitte diesen Jahres kaufte ich mir ein Apple Macbook Pro. Wie ich in einem Artikel über meine ersten Eindrücke des Mac OS X Betriebssystems bereits erzählte, war in meinem Umfeld, als ich mit einen Macbook um die Ecke kam, ein gewisses WTF in den Gesichtern zu lesen, da ich iOS gegenüber kritisch eingestellt bin, was häufig mit Apple im Allgemeinen gleichgesetzt wird. Also hatte der Apple-Hater Jan ein Macbook Pro. In dem benannten Artikel sagte ich, dass ich nach ein paar Wochen Nutzung definitiv kein Apple Fanboy wurde, jedoch von manchen Funktionen des Betriebssystems begeistert sei.

Nach einem halben Jahr Nutzung muss ich sagen: Missen möchte ich mein Macbook Pro definitiv nicht mehr. Jedoch bietet es nicht nur Vorteile, sondern hat auch ein paar Schattenseiten. Was mir Gefällt ist der Workflow unter Mac OS X, dass er einen schnellen Ruhezustand hat, es viele praktische Programme in schöner Optik gibt und insbesondere, dass Mac OS X auf UNIX basiert, was eine schöne Oberfläche mit den Vorzügen von Shell vereinigt. Letzteres fehlt mir bei Windows inzwischen richtig, da ich immer mehr über die Konsole erledige. Was jedoch in meinen Augen für Windows und gegen das Macbook spricht, ist ganz klar das Preis-Leistungs-Verhältnis, denn zum Schneiden eines Videos brauch ich das Macbook Pro nicht wirklich heranziehen. Da lobe ich mir meinen Tower PC mit Windows auf dem sich ebenfalls die Adobe Programme zum Schneiden wieder finde – und das in angenehmer Geschwindigkeit. Okay, ich vergleiche hier Tower der Marke Eigenbau mit einem mobilen Gerät. Dennoch wäre das Preis-Leistungs-Verhältnis bei einem iMac auch ein signifikant Schlechteres im Vergleich zu meinem jetzigen Tower.

Dem sei aber noch nicht genug. Ich nutze neben Windows für rechenintensive Anwendungen und Mac OS X für das Alltagszeug auch noch Linux bzw. Debian. Dieses kommt auf meinem Server und meinem Raspberry Pi, wie auch Cubieboard2 zum Einsatz. Sofern man keine grafische Oberfläche braucht und folglich einen Serverbetrieb anstrebt, ist für mich Linux/Debian die erste Wahl. Freie Software mit, solang man eben nicht auf hübsche Oberflächen angewiesen ist, fast unbegrenzten Möglichkeiten.

Wie sieht es nun mobil aus? Ein Tablet brauch ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht wirklich, da ich bei Bedarf mein Macbook Pro einfach mitnehme. Jedoch habe ich natürlich ein Smartphone. Wie Eingangs erwähnt, bin ich aufgrund des geschlossenen Systems alles Andere als ein Freund von iOS. Android wird gefühlt zwar auch langsam immer geschlossener, dennoch ist dieses System aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten zur Individualisierung das Mittel der Wahl. Ich meine, ich kann mir aussuchen wie die Oberfläche des Launchers aussieht, die Apps sind im Gegensatz zu iOS kein Einheitsbrei und ich kann Apps nutzen, die nicht im Playstore sind – ohne Rooten (Android) bzw. Jailbreaken (iOS).

Fassen wir zusammen: Momentan nutze ich Windows (7), Mac OS X (10.9), Debian (7.1) und Android (4.2). Dabei versuche ich von jedem System dessen Vorteile zu nutzen.

Man spricht jedoch gern davon, dass man ein Ökosystem verwendet. Sprich: Zum Macbook verwendet man ein iPad, iMac und natürlich ein iPhone. Die Idee dahinter ist, da auf allen Geräten ein zueinander kompatibles System ist bzw. bei Apple ja sogar alle Geräte vom selben Hersteller kommen, dass eine bestmögliche Nutzererfahrung erreicht wird. Wie man an meiner Nutzung sieht, verwende ich keine technische Monokultur – ganz im Gegenteil. Ob meine Geräte alle zusammenarbeiten: Aber natürlich!

Ich denke es ist eine Frage des Bastelns. Da ich technisch nicht ganz unwissend bin, kann ich mir die Schnittstellen, an denen die verschiedenen Systeme miteinander kommunizieren gut einrichten. Ganz davon abgesehen wird es immer mehr zum Standard, dass zumindest eine der Desktop Plattformen und iOS, wie auch Android versorgt werden. Schwieriger wir es, wenn man Software sucht, die auf Windows und Mac OS X gleichermaßen gut läuft. Aber mit etwas Zeit zum Suchen findet man auch hier passende Stücke 😉

Fazit: Ein Ökosystem ist, wenn man etwas Zeit investiert und technisches Geschick mitbringt, meiner Meinung nach sogar negativ, da jedes System seine Vorteile birgt. Folglich finde ich, sollte man von jedem System dessen Vorzüge nutzen.

Also ärgert eure Freunde nicht so sehr, wenn es zu Weihnachten ein Apple Gerät gab, obwohl ihr ein Anti-Appler seid und genauso natürlich umgekehrt.

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4 Antworten
  1. weissertiger2 says:

    Jetzt könnte man ja noch argumentieren: Wenn man iOS schon schlecht findet, weshalb dann Apple weiterhin unterstützen?

    Aber ich lass das mal so dahingestellt. Will mir ja keine Feinde schaffen. Auch finde ich deinen letzten kursiven Worte spitze. Ich zu meinem teil geniesse jetzt die Ferien und später das Neujahr.

    Gruss,
    Markus

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  2. Alexander says:

    Interessant – meine Kombination sieht momentan ziemlich ähnlich aus 😉
    Das mit dem Videoschneidem am MacBook kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen. Obwohl meines bereits gut 3 Jahre ist, habe ich damit bisher alle Hochschul-Projekte gut damit meistern können, selbst Full-HD-AVCHD-Videoschnitt. Klar ist das Rendern im Vorschaumodus mangels Cuda-Karte nicht optimal, trotzdem kann ich gut damit arbeiten (Premiere Pro CS5). Das einzige, was beim Arbeiten am Macbook gegenüber der PC-Nutzung natürlich einschränkt, ist der Bildschirm, der bei meinem Modell nur 13″ ist. Fürs mobile schneiden und zur groben Anfertigung eines Rohschnitts hat es allerdings bisher immer gereicht, der Rest wird dann sowieso auf speziellen Schnittrechnern erledigt (gerade die Nachbearbeitung in AfterEffects und das Rendern des fertigen Films dauert selbst auf meinem Tower ewig ;)).

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    • Jan Karres says:

      Dieses Problem hat sich seit gestern erledigt, da ich nun 16 GB RAM und eine SSD in dem Macbook habe. Nun ist auch Full-HD-AVCHD-Videoschnitt angenehm 😉

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