Odroid C1: Raspberry-Pi-Konkurrent mit mehr CPU und RAM

07 Jan
7. Januar 2015

Der südkoreanische Hersteller Hardkernel bringt mit seinem Einplatinencomputer Odroid C1 einen leistungsstärkeren Konkurrenten zum Raspberry Pi auf den Markt, der sich preislich jedoch im selben Preissegment ansiedelt.

Der Bastelrechner Odroid C1 hat als Herzstück, dem Prozessor, einen ARM-Cortex-A5 (ARMv7). Dieser beinhaltet vier Kerne mit einem Takt von jeweils 1,5 GHz. Dem wird der Mali 450 MP2 Grafikprozessor mit OpenGLS-ES-Unterstützung (Dekodierung von Videos) zur Seite gestellt. Der DDR3 Arbeitsspeicher ist 1 GB groß. Als Massenspeicher, bspw. für das Betriebssystem, steht neben einem microSD-Karten Slot (bis zur Klasse UHS-1) auch ein Slot für aufsteckbare eMMC-Module (max. 64 GB) zur Verfügung.

Das Board beinhaltet vier USB-2.0 Ports sowie einen USB-OTG Port. Für die Netzwerkanbindung ist eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle verbaut. Mittels eines Micro-HDMI-Anschlusses können Bild und Ton an einem Display ausgegeben werden. Einen separaten Audio Ausgang gibt es hingegen nicht. Außerdem bietet das Board 40 GPIO-Pins für Ein/Ausgabe, I2C, SPI, UART und Analog-Digital-Wandler. Im Weiteren beinhaltet der Odroid C1 eine serielle Schnittstelle, eine Echtzeituhr (RTC-Chip) sowie einen Infrarotempfänger. Die Stromversorgung erfolgt über einen 5V/2A DC Power Jack Anschluss.

Als Betriebssysteme stehen momentan Android 4.4.2 wie auch Ubuntu 14.04 zur Verfügung. Welches Speichermedium zum Booten genutzt werden soll lässt sich über einen Schalter konfigurieren. Mit den Abmessungen 85 mm x 56 mm ist der Rechner etwa so groß wie der Raspberry Pi B+. Außerdem befinden sich die Bohrungen ebenfalls an der selben Position.

Der Hersteller Hardkernel listet den Bastelrechner mit 35 US-Dollar, was dem Listenpreis des Raspberry Pi B+ entspricht. Falls man nicht beim Hersteller im Ausland bestellen möchte, wobei weitere Versandkosten anfielen, gibt es als Distributor den deutschen Händler Pollin. Dieser listet das Gerät zum Zeitpunkt als der Artikel erschien für 44,00€, wobei der Einplatinencomputer dort noch nicht verfügbar ist.

Auf dem Blatt macht Odroid C1 den Anschein ein echter Konkurrent für den Raspberry Pi zu sein. Insbesondere angesichts des Preises. Mit dem leistungsstärkeren CPU und GPU sollte sich der Rechner sowohl im Serverbetrieb als auch für Medien Center Distributionen eignen. Ob dem, entsprechend der Software, letztlich so ist müssen Leistungstests noch zeigen.

Hardkernel hatte im Juli 2014 einen Raspberry-Pi-Klon angekündigt und kurzzeitig verkauft. Der Vertrieb musste jedoch eingestellt werden nachdem Broadcom den freien Verkauf des BCM2835 (GPU) nach kurzer Zeit beendete, wobei Spekulationen im Raum stehen, dass die Raspberry Pi Foundation Druck auf den Hersteller ausgeübt habe. Folglich könnte der Odroid C1 als Revanche gegen die Raspberry Pi Foundation gesehen werden.

Im Folgenden ein übersichtlicher Vergleich zwischen Odroid C1, Banana Pi und Raspberry Pi B+:

Odroid C1Banana PiRaspberry Pi Modell B+
Größe85 mm x 56 mm92 mm × 60 mm85,60 mm × 53,98 mm
CPUARM Cortex-A5 (4 x 1,5 GHz)ARM Cortex-A7 (2 x 1 GHz)ARM1176JZF-S (700 MHz)
GPUARM Mali 450 MP2ARM Mali 400 MP2Broadcom VideoCore IV (shared VRAM)
Arbeitsspeicher1GB1GB512 MB SDRAM
USB 2.0 Anschlüsse424
OTG micro USB Anschlüsse11
SATA1
Speicherkartenslot für BetriebssystemmicroSD, eMMC-ModuleSDmicroSD
Eingebauter Speicher (NAT)
DisplayMicro-HDMIHDMIHDMI
Netzwerk10/100/1000 MBit Ethernet-Controller10/100/1000 MBit Ethernet-Controller10/100 MBit Ethernet-Controller
Bussysteme40 GPIO Pins26 GPIO Pins40 GPIO Pins
Infrarot EmpfängerJaJaNein
Echtzeituhr (RTC-Chip)JaNeinNein
MikrofonNeinJaNein
Energieverbrauch5V 2A (max. 10 Watt)5V 2A (max. 10 Watt)5V 2A (max. 10 Watt)
StromquelleDC Power JackMicro USB AnschlussMicro USB Anschluss
Betriebssystem (vorinstalliert)
Preiseff. ca. 39,00€ca. 35,00€ca. 32,00€
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8 Antworten
  1. AJ says:

    Oh wunderbar! Bei mir daheim werkelt bereits ein Odroid U3 als Server. Allein schon wegen der Gigabit Anbindung würde ich mir den C1 ebenfalls anschaffen. Was die Performance mit Kodi/XBMC angeht, müsste man da erstmal abwarten… Danke für diesen Artikel!

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  2. Mathias says:

    Danke für den Beitrag. Ich bin auch gespannt auf die Performance mit Kodi/XBMC angeht.

    lg. Mathias

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  3. Julian says:

    Hi, ich hab mir schon einen C1 zugelegt und bin derweil von der Performance begeistert. Kodi hab ich schon mal kurz an getestet und auch als schneller empfunden. Einzig der fehlende 1-wire support nervt aber daran wird auch schon gearbeitet.

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  4. AxelR says:

    Läuft auf der Kiste tatsächlich ein VOLLWERTIGES Ubuntu 14.04?! Mich würde außerdem interessieren, ob man an das Board auch irgendwie Composite Video zum Laufen bringt. Würde das Board gerne zu Testzwecken im Büro einsetzen und da ist das Composite Video zwingend erforderlich. Über GPIO wäre auch kein Problem, ich habe fähige Elektroniker im Haus (selbst zwei Linke Hände). 🙂

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    • Julian says:

      Hi, Ubuntu ist vollwertig mit Desktop und allem drum und dran. Ganz toll ich schon alleine der Bootvorgang, innerhalb von 10 Sekunden ist das ding gebootet und bereit.
      Bezüglich Composit Video hab ich keine Ahnung ob das geht. Schau mal im Odroid Forum http://forum.odroid.com/ , vielleicht gibts da hinweise dazu.

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  5. Michael L says:

    Danke Dir Jan für die Vorstellung…

    Ich habe eigentlich ein wenig darauf gewartet, daß man sich durchringen könnte, den kleinen Flitzern endlich einen SATA Port zu spendieren.
    Die vier Kerne und die Taktfrequenz sind an sich alleine schon ein tolles Argument — zudem bei diesem Preis. So kann man das dann auch durchaus mal als VPN-Server o.ä. einsetzen. Für einen „vollwertigen“ Mikroserver (Server im klassischen Sinn) ist für mich das Cubietruck unter Debian immer noch erste Wahl, da es (a) mit 2GB RAM mehr als genug für Apps und Filecaching und (b) eben einen SATA Port bietet.
    Daß dabei auch die zwei Kerne genug sind, hat mich selber überrascht.

    Aber letztlich kommt es eben immer darauf an, was man denn gerne machen will.

    Weiß jemand, ob es für die Odroids Python-Support für die GPIOs gibt?

    Gruß

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  1. […] Man kann jedoch davon ausgehen, dass ein Konkurrenzdruck dafür verantwortlich ist. Mit dem Odroid C1 steht noch ein recht direkter Raspberry Pi Konkurrent in den Startlöchern. Weitere Platinen, wie […]

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