In eigener Sache: Zahlen, Werbung und Finanzierung des Blogs

01 Mrz
1. März 2015

Es ist schon etwas her als ich zuletzt Besucherzahlen dieses Blogs veröffentlichte. Konkret gab es die letzte Übersicht im Februar 2014 und danach nur noch einzelne Zahlen in Artikeln versteckt oder via Twitter. Zeit euch mal wieder darüber aufzuklären, was hier so geht. Außerdem ist es schon wieder eineinhalb Jahre her als in den Blog Werbung Einzug fand und mir damals ein paar Cent brachte – heute sind das ein paar mehr 😉 In der Zwischenzeit hat sich einiges getan und daraus resultieren Änderungen, die mit dem heutigen Tag Einzug in den Blog gefunden haben.

Entwicklung der Besucherzahlen
Im Januar 2014 waren 104.570 Views auf diesem Blog, was Wahnsinn war. Das müsst ihr euch mal in einzelnen Klicks vorstellen. Seither haben sich die Zahlen etwas erhöht, wobei im gesamten vergangenen Jahr die Reichweite des Blogs, im Gegensatz zu den Jahren zuvor, eher stagnierte. Erst Anfang dieses Jahres zeigte sich ein gewisser Aufschwung. Ob dieser anhält ist abzuwarten, denn Wintermonate sind bekanntlich Bastelmonate – und das Frühjahr findet hoffentlich bald Einzug in unsere Lande.

Die folgenden Zahlen sind mit Piwik ermittelt. Mit dem heutigen Tag steige ich jedoch auf Google Analytics um (Begründung im Verlauf des Artikels), dass im Schnitt 24% höhere Zahlen verzeichnete. Zählt man die Pis (Page Impressions) so waren das im Februar 2015 153.370 bei Piwik bzw. rund 190.000 bei Google Analytics.

Datum Besucher* Besuche Seitenansichten**
2014-01 40.805 (+20%) 68.957 (+23%) 104.570 (+26%)
2014-02 35.818 (-12%) 61.013 (-12%) 92.258 (-12%)
2014-03 37.387 (+4%) 63.882 (+5%) 94.588 (+3%)
2014-04 38.305 (+2%) 64.107 (+-0%) 93.788 (-1%)
2014-05 38.247 (+-0%) 64.877 (+1%) 93.702 (+-0%)
2014-06 33.029 (-14%) 55.290 (-15%) 80.438 (-14%)
2014-07 35.971 (+9%) 59.685 (+8%) 87.061 (+8%)
2014-08 42.782 (+19%) 71.657 (+20%) 105.662 (+21%)
2014-09 42.985 (+-0%) 70.371 (-2%) 101.374 (-4%)
2014-10 47.099 (+10%) 76.622 (+9%) 110.355 (+9%)
2014-11 45.923 (-2%) 73.670 (-4%) 104.222 (-6%)
2014-12 49.822 (+8%) 79.710 (+8%) 113.507 (+9%)
2015-01 58.141 (+17%) 94.468 (+19%) 132.630 (+17%)
2015-02 61.948 (+7%) 98.397 (+4%) 135.370 (+2%)

* Eindeutige Besucher (mögliche Duplikate gefiltert); ** Einmalige Seitenansichten (mögliche Duplikate gefiltert)

Werbung bislang
Seit rund eineinhalb Jahren ist in diesem Blog Google Adsense Werbung (Display- und Textwerbung) eingebunden. Außerdem verwende ich seit Spätsommer vergangenen Jahres sogenannte Affiliate Links, was bedeutet, dass ich eine Provision von rund 3% erhalte, wenn ihr über den Blog zu einem Partner-Shop gelangt und dort etwas einkauft.

Bei der Verwendung von Werbung machte ich mir bei der Einbindung darüber Gedanken was akzeptable Werbung ausmacht, worüber ich zur Einführung der Adsense Werbung auch bloggte. Nach wie vor gilt, dass dies Ansichtssache ist und die Abwägung zwischen ertragbar für den Leser und finanzieller Wert für den Autor zu treffen ist. Erreicht man jedoch eine gewisse Reichweite, wie es inzwischen bei dem Blog der Fall ist, stellt man sich natürlich schon die Frage, ob man damit nicht den einen oder anderen Euro (mehr) machen kann.

Angefangen hat es mit einem Banner am rechten Rand und jeweils eine Textwerbung im und unter dem Artikel. Im Laufe der Zeit kam in der Sidebar rechts ein zweiter Banner dazu, der groß ausfällt, dafür erst sichtbar wird wenn man weiter runter scrollt. Die Affiliate Links verwende ich zwar überall wo ich sie verwenden kann, jedoch achte ich penibel darauf, dass dies nicht die Linksetzung beeinflusst. Soll bedeuten, dass wenn es ein Gerät wie im Falle des Raspberry Pi 2 Model B an anderer Stelle deutlich günstiger zu kaufen gibt, wo ich keine Provisionen bekomme, ich empfehle dort zu bestellen und die Affiliate Links nur als alternative Option erwähne. Ich persönlich mag Blogs nicht bei denen man direkt sieht, dass das Hauptziel es ist Provisionen zu generieren.

Zeit ist Geld, und beides ist knapp
Der schöne Spruch Zeit ist Geld beschreibt die zwei Ressourcen, die man als Individuum hat – oder eben nicht hat. Neben den Einnahmen aus dem Blog habe ich gelegentlich Kundenaufträge (Webseiten, Grafiken usw.), wobei ich persönlich lieber Artikel verfasse (oder an anderen Eigenprojekt arbeite) als für andere zu arbeiten. Jedoch muss für die alltäglichen Ausgaben wie auch technischen Spielereien, um mich weiter zu entwickeln, das Geld auch verdient werden und dafür reichen die Einnahmen aus dem Blog aktuell nicht aus.

Folglich habe ich mich einmal umgesehen wie man mehr Geld mit dem Blog machen könnte, damit mehr Zeit rausspringt neue Artikel zu schreiben oder bestehende zu überarbeiten. Auch in der Hinsicht, dass, wenn ich künftig mehr Hardwarethemen behandle, diese Geräte erworben werden müssen. Klassisches Crowdfunding würde sich meiner Meinung nach nicht eignen und wäre, wenn überhaupt gespendet wird, nur ein einmaliger Schub. Patreon, eine Plattform auf der Kreative nach Leistung (bspw. pro neuen Raspberry Pi Artikel) von den Nutzern entlohnt werden, erschien für mich nicht uninteressant, wobei sich natürlich die Frage stellt, wie viele von euch da mitmachen würden und folglich ob der Aufwand im Verhältnis zum Mehrwert steht. Angesichts dessen, dass ich die finanziellen Zuneigungen über die Bedanken Seite in Form von Gutscheinen oder Bitcoins aus dem letzten Jahr an einer Hand abzählen kann, ist dieses Modell nicht gerade erfolgversprechend.

Über ein weiteres Projekt, dass ich inzwischen betreue, wurde ich auf die Möglichkeit eines Vermarkters außerhalb Google Adsense aufmerksam und habe mich kundig gemacht was mit meiner Reichweite möglich wäre. Dabei musste ich zunächst feststellen, dass alle Google Analytics Zahlen haben möchten und meinen Piwik Werten weniger vertrauen schenkten, wobei man, wenn man es darauf anlegen würde, diese gleichartig manipulieren könnte. Ja, ich könnte meine Display-Werbung Einnahmen mit einem Vermarkter wohl knapp verdoppeln, wobei das im Verhältnis dazu, was in dem Bereich geht, wenn man eine Reichweite über 500.000 Pis im Monat hat, noch gering ist. Der Haken an der Sache: Es werden Werbeformen verwendet, die ich als extrem nervend empfinde. Bspw. das Wallpaper, bei dem der Hintergrund der Webseite eingefärbt wird und ein sogenanntes Superbanner mit einem Skyscraper zu einer großen Werbefläche zusammengeschlossen werden. Wenn das in den Blog gelangen würde, hätte ich absolut Verständnis für jeden, der einen Adblocker verwendet. Dieser Blog ist jedoch ein Blog, und keine Werbeseite mit etwas Blog dazwischen. Damit ist auch diese Idee, zumindest solange sich die Reichweite in der aktuellen Region befindet, nicht lukrativ genug, als dass ich euch das beim Lesen meiner Artikel antun möchte.

Mehr Werbung, aber in Maßen
Schlussendlich habe ich mich entschieden den Ertrag des Blogs in zwei Schritten zu versuchen zu steigern. Bislang gab es folgende Werbeeinblendungen von Google Adsense auf verschiedenen Geräten:

  • Desktop: Medium Rectangle oben rechts, Large Skyscraper in der Sidebar unten und je einen Text-Werbung-Block im und unter dem Artikel
  • Tablet: Je ein Square oben rechts und in der Sidebar unten und je einen Text-Werbung-Block im und unter dem Artikel
  • Mobile: Keine Werbung

Seit dem heutigen Tag sind ein paar weitere Werbeformen, weiterhin von Google Adsense, integriert. Außerdem wurden die bereits zuvor bestehenden Werbeplätze in deren Form und Inhalt leicht verändert, sodass sie mehr Ertrag pro Klick abwerfen sollten.

  • Desktop: Medium Rectangle oben rechts, Large Skyscraper in der Sidebar unten und je einen Text-Werbung-Block im und unter dem Artikel. Außerdem auf den Artikelseiten unter dem Logo ein Leaderboard
  • Tablet: Ein Square oben rechts und in der Sidebar unten einen dynamischen Slot, der je nach Verfügbarkeit verschiedene Werbungen ausspielt. Außerdem je einen Text-Werbung-Block im und unter dem Artikel
  • Mobile: Je einen Text-Werbung-Block im und unter dem Artikel, die in ihrer Größe dynamisch ausfallen

Im zweiten Schritt werde ich versuchen weitere Shops, die ich großteils bislang auch schon verlinke, für Affiliate Links zu gewinnen. Damit habt ihr höchstens eine breite Auswahl an Shops, die ich immer verlinkte – sonst ändert sich für euch nichts, aber es sollten ein paar Cent mehr rein kommen, die in Hardware für entsprechende Artikel gesteckt werden können.

In diesem Sinne hoffe ich, dass nachvollziehbar ist warum sich die Werbung in diesem Blog etwas verändert hat und die kommenden Monate werden zeigen ob dadurch so viel mehr in die Kasse fließt, dass mehr Hardwareprojekte und mehr Artikel (momentan außerdem abhängig von Schule) möglich sein werden.

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26 Antworten
  1. Christian says:

    Top!
    Solange Werbung nicht über dem wichtigen Text aufploppt, und auch ungefragt Ton abspielt, habe ich damit keine Probleme, solange da Geld in deine Kasse für diese sehr guten Artikel reinkommt 😉

    Viele Grüße

    Antworten
  2. Jake says:

    Werbung im Internet, eine schwere Sache.
    Ich selber setze seit Jahren Adblock (Edge) und mittlerweile Disconnect als Browser Addon ein um mir das lästige Einblenden von Werbung und das Tracken meines Surfverhaltens zu unterbinden. Ich möchte einfach nicht auf meine Privatsphäre verzichten.
    Leider bedenken die meisten Leute nicht, das Werbeeinblendung = Tracking ist.
    Der Blog Betreiber bekommt eine kleines Taschengeld, der Werbehoster sammelt dafür die Persöhnlichen Daten (meist über mehrere Webseiten hinweg !) der Blog Besucher ein und erstellt daraus ein eindeutiges Profil. Das wiederum kann er dann weiterverkaufen, damit bei meinem nächsten Besuch von einem Online Shop mir auch das passende Angebot gezeigt wird. Auch wenn ich den Shop vorher noch nie besucht habe.
    Ist es nicht scary das ein Shop Betreiber schon vorher alles von dir weiß, auch wenn du noch nie da warst ?

    Meine Meinung daher ist ein klares nein zu jedem Tracking oder zu jeder Werbeeinblendung. Wer eine Webseite/Blog/Forum betreiben möchte der sollte auch in der Lage sein die Kosten dafür zu tragen.

    Affiliate Links dagegen halte ich für legitim und sehe da weniger ein Problem, solange ,wie hier, auch darauf hingewiesen wird.

    Antworten
    • Jan Karres says:

      Du lässt bei deiner Betrachtungsweise den Faktor Zeit unter den Tisch fallen. Eine Webseite oder einen Blog zu betreiben, abgesehen von themenspezifisch benötigen Produkten, die in den Content einfließen, kostet nicht viel Geld. Viel mehr kostet es enorm viel Zeit, die deiner Darstellungsweise nach „natürlich“ ohne Aufwandsentschädigung erbracht werden soll, was im Umkehrschluss jedoch auch bedeutet, dass eine Webseite/ein Blog deiner Meinung nach nie eine Arbeit in Form von lebensunterhalt bringenden gesellschaftlich anerkannte und notwendige Arbeit darstellen kann, was wiederum zur Folge hat, dass der Content einen Blogs in dessen Tiefe immer stark limitiert sein müsste.

      Im Endeffekt läuft das entweder auf nicht nachhaltige journalistische Arbeit oder native Ads hinaus, die du dann ertragen müsstest – selbst mit Adblocker.

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      • Jake says:

        Die „Bezahlung“ für deine wirklich gute Arbeit hier ist klar eine andere Sache, für die ich selber auch keine perfekte Lösung habe. (Amazon Wunschliste, Flatter, Paypal usw. wären eine Option)

        Ich finde es nur bedenklich mit meinen Privaten Daten (zwangsweise) zu Zahlen, nur weil du (sorry das soll kein Angriff auf dich sein, das Problem haben viele Autoren auch) keine Lösung für das Problem gefunden hast. Meine Privatsphäre ist mir einfach zu wichtig dafür.

        Bezahlen im Internet für „Geistige Arbeit“ hat sich leider noch nicht durchgesetzt, nächsten Monat will die SZ (Zeitung) eine Bezahlschranke für Artikel im Internet einrichten.
        Ich gehe davon aus das dies in die Hose gehen wird.
        Hauptsächlich liegt es daran, weil jeder diese „Geistige Arbeit“ anders einstuft.

        Ich habe mal in einem Blog eine sehr gute Hilfe für die Einrichtung meiner Firewall gefunden und war so happy, dass ich geschaut habe ob ich dem Autor eine Aufwandsentschädigung zukommen lassen konnte, da er den Blog als Werbung für sich und als Geldeinnahmequelle deklariert hatte.
        Leider waren die Preise die man Angeben konnte nur 20$+ angegeben, und das war es mir dann doch nicht wert. Der Autor sah das klar anders…

        Um noch mal klar darauf zurück zu kommen. Ich finde deine Arbeit hier herausragend und ich finde das sollte auch be-/entlohnt werden. Aber ich würde mich freuen wenn ich entscheiden kann wie ich dich bezahle und nicht zwangsweise mit meinen Persönlichen Daten.

        Jake

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        • Jan Karres says:

          Genau da sind wir an dem Punkt der „Währungen“. Die Währung der Daten wird von vielen angenommen und kann drittverwertet werden. Mein Versuch mit der Bedanken Seite in diesem Blog mit der Möglichkeit von Gutscheinen oder für die technischeren in Bitcoin zu „bezahlen“ wird so gut wie nicht angenommen. Bezahlschranken finde ich ebenfalls nicht den richtig weg, da Wissen prinzipiell meiner Ansicht nach möglichst für jeden zugänglich sein sollte. Jedoch sieht man an dem Beispiel Netzpolitik.org sehr konkret in welche Richtung es damit bei der Finanzierung geht.

          Schlussendlich ist Werbung der Weg über den Geld fließt – im Gegensatz zu den anderen. Ein werbefreier Blog wäre mir um ehrlich zu sein auf viel lieber.

          Das Thema der Privatsphäre an diesem Punkt anzuführen finde ich nicht ganz stringent, außer du blockst damit alle Analytics und Social Media Tracker mit weg, hast für alle Anwendungen auf deinem Rechner Firewallregeln über dessen Daten Senderechte definiert und nutzt die großen Player, allen voran Google und Facebook, in keiner weise. Das selbe gilt natürlich für deine Smartphone Nutzung, die entsprechend restriktiv sein sollte und nicht auf iOS oder von Google ausgeliefertem Android basieren. Wenn dem nicht so ist werden nämlich auf anderen Wege die Daten über dein Verhalten gesammelt und der Ansatz ist quasi für die Katz‘.

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          • Jake says:

            Ich bin erst seit kurzem gelegentlich auf deinem Blog und habe bislang dein Bedanken Post noch nicht gefunden. Vielleicht solltest du ein „Trailer Link“ zu dem Posting in jedem Beitrag haben. („Wenn dir der Beitrag gefallen hat dann kannst du hier sehen wie du dich bedanken kannst“).
            Nicht jeder ließt auch alle Postings die du erstellt hast.

            Ja, ich habe mein Browser durch Plugins oder generelle Einstellung abgedichtet um so wenig wie möglich an Informationen zu senden.
            Meine echte IP wirst du hier im Blog ebensowenig finden wie gesetze cookies oder andere Tracking Maßnahmen. Mein G+ Account hab ich vor Jahren abgelegt und mein FB Account war nie mit meinen echten Daten gefüllt und ist ebenfalls seit Jahren „gelöscht“.
            Mein Android Phone läuft mit Cynogenmod und auch dort habe ich so wenig wie möglich an Google gesendet. Kontakte und Backups gehen auf die OwnCloud Termine liegen lokal, durch root hab ich mir ein Adblocker eingespielt.
            Ledeglich der Playstore wird mit meinen Daten „betrieben“.

            Sicher ist keine der Schritte oben eine 100% Lösung um nicht getrackt oder wirklich Anonym zu sein, aber ich finde es Fatal von der Facbook Generation zu denken „Hey ich kann mich nicht 100% schützen, also sende ich gleich alle Daten selber“ oder auch „warum Verschlüssel oder Anonymisieren ? Ich hab doch nichts zu verbergen!“

            Ich möchte gerne selber bestimmen was mit meinen Daten passiert und das wird schwer wenn diese über Grenzen hinweg an Firmen weiterverkauft werden.

        • Rey says:

          Kurzes Vorwort: Ich bin selbst ein Teil der (Online-) Werbeindustrie (früher im Verkauf eines relativ großen Vermarkters in Deutschland, jetzt als Entwickler) und kenne mich mit dem Thema Werbung/Tracking/Geld verdienen mit Werbung ganz gut aus.

          Fakt ist, dass Werbung in den meisten Fällen nervt und ich diese selbst oft genug ausblende. Fakt ist aber auch, dass Leute wie Jan oder andere Blogbetreiber immens viel Zeit/Geld aufwenden, um für dritte durch Teilen ihrer Erfahrungen/Tipps die Welt zu verbessern und wir uns mit Sicherheit einig darüber sind, dass dies auch in der ein oder anderen Form vergütet werden sollte.

          Die „sauberste“, jedoch auch aufwendigste und unsicherste Möglichkeit wären hier die bereits genannten Spenden über normale Überweisungen, oder Micro-Payments über Dienste wie flattr.com oder patreon.com. Aber wenn man ehrlich ist: ohne eine große Fan-Base ist diese unwirtschaftlich, da auch diese Art der Bezahlung zum einen beim Zahlenden als auch bei dem jeweiligen Blogbetreiber immense Aufwände in Form von Zeit verursacht.

          Die andere Variante ist eben Werbung. Diese kommt in unterschiedlichen Geschmacksvarianten vor und kann unterschiedlich „nervig“ sein (vgl. Banner rechts und Popups auf diversen anderen Seiten). Ich selbst finde die Werbung auf diesem Blog hier relativ „moderat“ und Jan hat sich entsprechende Gedanken über die unterschiedlichen Werbeformen gemacht, die er hier zur Anzeige bringen möchte. Darüber hinaus hat er mit Google AdSense einen relativ guten Vermarkter erwischt, der in einem Großteil der Fälle auch nur qualitiv „hochwertige“ Werbung ausspielt. Will heißen: auch im Werbemarkt gibt es ziemlich starke Grenzen und Meinungen über das, was gute Werbung von schlechter Werbung unterscheidet und ich habe nicht geringsten Bedenken, dass hier jemals auf dem Blog eine Werbung zur Anzeige gebracht wird, die den eigentlichen Inhalt überdeckt, sich „dazwischen mogelt“ oder direkt irgendwelche Videos abspielt oder Töne von sich gibt. Diese wird man im übrigen heute nur noch auf Porno- oder sonstigen dubiosen Seiten finden, da keinem ernsthaft zu nehmenden Kunde (ich sehe hier z.B. Werbung von Cisco) daran gelegen ist, mit seiner Werbung abzuschrecken oder anderen Menschen damit auf den Keks zu gehen. Und genau an diesem Punkt setzt tracking an.

          Vor ein paar Jahren gab es einmal den Trend ALLES zu tracken und Leute regelrecht mit Re-Targeting-Kampagnen zu verfolgen. Aber auch damals gab es schon gewisse Datenschutz-Gesetze und Vorschriften, die ein wirkliches „personalisieren“ verhinderten. Heute wird in der Regel eher davon abgesehen, da man auch in der Werbeindustrie mittlerweile verstanden hat, dass solche Werbung eher schadet denn hilft. Ich gebe Jake recht, wenn er sagt, dass ihm seine Privatsphäre wichtig ist. Deshalb ist es auch wichtig zu wissen, was Tracking wirklich ist und wie Tracking funktioniert:
          In der Regel ruft jemand eine Seite auf und bei dem Laden einer Werbeanzeige wird ein Cookie gesetzt, das eine eindeutige ID enthält, anhand derer der Nutzer identifiziert werden kann. Weiterhin wird verzeichnet, zu welcher Uhrzeit und auf welcher Seite der Webseiten-Aufruf des Nutzers mit der ID XYZ geschehen ist. Bei einem erneuten Aufruf einer Seite mit einer Werbung des gleichen Vermarkters wird nun gecheckt, ob ein derartiges Cookie bereits existiert oder nicht. Falls ja wird der nächste Webseitenaufruf verzeichnet, ansonsten wir ein Cookie angelegt usw. Nach einigen Aufrufen entsteht so ein anonymisiertes Bewegungsprofil des Nutzers. Auf der anderen Seite werden Umfragen an einzelne Nutzer herausgegeben (sieht man oft als Popup der Firma Nugg.ad), in denen gebeten wird, Angaben über Geschlecht, Alter, Brutto-Monatsverdienst, etc zu machen.
          Zuletzt werden dann die Bewegungsprofile der unbekannten Nutzer (ohne Umfrageergebnisse) mit den Bewegungsprofilen der „bekannten“ Nutzer (mit Umfrageergebnissen) abgeglichen und es wird über die These „Ein Nutzer der sich so und so im Internet verhält wird in etwa die gleichen Interessen, ein gleiches Geschlecht und eine ähnliche Lebenssituation haben, wie ein anderer Nutzer, der sich genauso verhält“ ein Matching hergestellt, was dann wiederum als „Tracking“ oder „Targeting“ an Werbekunden verkauft wird, da diese nur diejenigen Nutzer mit ihrer Werbebotschaft behelligen wollen, die auch für das jeweilige Produkt relevant ist, da sie so Kosten sparen können (Beispiel: „Tamponwerbung von O.B.“).
          Meiner Meinung nach hat Targeting immer noch sehr viel mehr von „Kaffeesatzlesen“ als man meinen sollte. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass diese Annahmen nicht wirklich exakt sind und eher nur eine Trefferquote von knapp 10%-25% haben.

          Man sieht also: der Eingriff in deine Privatsphäre ist gelinde gesagt ziemlich gering und Targeting halb so „gruselig“ wie es immer dargestellt wird. 😉

          Darüber hinaus schaue ich mir lieber Werbebildchen von Cisco an als Tamponwerbung von OB-Teens.

          Falls es übrigens jemanden interessiert, was einer der führenden Targeting-Dienstleister der Welt alles so über einen mein zu „wissen“ bzw. wie dieser einen selbst einschätzt, kann man das hier nachsehen: http://mtm.nuggad.net/

          Beste Grüße und vielen Dank für den tollen Blog,
          Rey

          Antworten
          • Jan Karres says:

            Ich danke für deinen ausführlichen Kommentar, der das Thema, meinem empfinden nach, in einer verständlichen Form aufbereitet hat. Ich sehe das häufig noch etwas technisch abstrakter 😉

          • Jake says:

            Wollen wir das hier nicht ausufern lassen 😉 Da auch schon alles gesagt wurde, denke ich.
            Deshalb nur ein letzter kurzer Hinweis von mir.

            Die Werbeindustrie ist leider nicht immer so „schön“ und „freundlich“ wie du es hier darstellst Rey.

            Techniken Wie „Ever Cookies“ (Besucher können über mehrere Webseiten auch nach löschen von Cookies wieder identifiziert werden. Kurz den cookie bekommst du „nie“ mehr weg) , HTML5 DOMstorage, HTML5 indexedDB, auslesen von Browser Plugins, installierten schriftarten, Java Script, History sniffing, HTML5 Canvas…
            All das wird heutzutage von den großen Vermarktern genutzt um klare de-anonymisierte Profile zu erstellen.
            Eine Trefferquote von 10-25% war vielleicht zu Zeiten des Netscape Browsers realistisch, heute ist die Wiedererkennungsrate viel höher !

            Danke aber Rey für deine ausführliche Erklärung.

  3. Smokielicious says:

    Leider wieder eine gute Seite mehr die durch Google analytics das endlose tracken im Web unterstützen muss. Schade eigentlich das Google hierbei der wahre Gewinner ist. Dein piwik Ansatz war mir sympathischer. Ebenfalls schade das dies die wenigsten begreifen.
    DIe zuvorigen Kommentare sollen aber das Lob deiner guten Artikel nicht schmälern!

    Antworten
    • Jan Karres says:

      Sehe ich nicht anders. Ein Grund, warum ich bislang Piwik verwendete. Wenn es aus Sicht der Vermarkter jedoch nicht anders geht sehe ich mich gezwungen mich diesem zu beugen. Außerdem: Die Werbung ist auch von Google. Wer weiß was die da alleine schon alles mitnehmen an Daten 😉

      Antworten
      • Jake says:

        Sorry, da muss ich noch mal einhaken…

        „Wer weiß was die da alleine schon alles mitnehmen an Daten“

        Es interessiert dich also nicht die Bohne, Hauptsache du bekommst dein Geld ?

        Ich will deine wirklich gute Arbeit hier nicht kaputt machen oder dich trollen oder dergleichen.

        Aber sorry, so eine Aussage geht mal gar nicht !

        Antworten
        • Jan Karres says:

          Ich betrachte in diesem Fall die Thematik sehr stark aus technischer Sicht, da das Tracking schlussendlich ein technischer Datenanalyseprozess ist. Und ich in diesem Bezug ist Google nicht der transpareste Partner, was jedoch auch nachvollziehbar ist, da die Art der Datenanalyse deren Geschäft und Technologie ist.

          Du hast das Problem in ähnlicher Form jedoch bei so gut wie jeder Vermarktung. Außer es handelt sich um datenschutzfreundiche Werbemittel mit minimalem Tracking, die jedoch in der meisten Bereichen des Internet auf wirtschaftlicher Ebene nicht mehr funktionieren.

          Ich denke anhand dessen, dass ich über Jahre Piwik genutzt habe, solang es aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll war, sollte zeigen, dass ich mir um das Thema durchaus Gedanken mache, ich dieses jedoch auch in der Verhältnis zum Nutzen stelle.

          Jedoch gebe ich zu, die Wortwahl war etwas flappsig.

          Antworten
  4. Aki says:

    Beachtliche Besucherzahlen!
    Mich würde auch interessieren wie die Besucher auf deinen Blog kommen. Die meisten wahrscheinlich über Suchmaschinen? Betreibst du dafür aktiv SEO?

    Ich habe erst vor einem Monat mit dem bloggen angefangen und darum interessiert mich wie etablierte Blogs wie deiner, auf sich aufmerksam machen. 🙂

    Lieben Gruß,
    Aki

    Antworten
    • Jan Karres says:

      Rund 70% der Besucher finden den Weg auf die Webseite über eine Suchmaschine, gefolgt von 25% direkt und der Rest sind Verlinkungen. SEO betreibe ich höchstens On-Page, wobei ich es auch dort nicht „aktiv“ vorantreibe, sonder es allenfalls beim Schreiben im Kopf etwas mitläuft. Man braucht anfangs viel Geduld. Wenn du ältere Artikel in der Kategorie Blog mal nach Zahlen durchwühlst wirst du merken, dass die ersten eineinhalb Jahre fast kein Traffic auf diesem Blog war.

      Antworten
  5. Phil says:

    Erstmal vielen Dank für den sehr guten Blog und den Aufwand, den Du damit treibst.

    Ich lese hier vor alles was raspberry pi betrifft und finde die Anleitungen echt klasse.

    Persönlich finde ich Finanzierung durch die Community angenehmer als Werbung – und würde mich auch selbst daran beteiligen. Quasi als Ausgleich zum Adblocker 😉

    Vielleicht lässt sich bei 25% Direktbesuchern ja auch mit Finanzierung durch Community etwas machen – flattr, paypal, you name it.

    Viele kommen wahrscheinlich – wie ich – auch öfter bzw. immer wieder hierher, da so ein Gerät ja auch nie ausgereizt ist. Und wenn doch, ist der nächste benötigte Artikel: Wie kriege ich meine Konfigurationen vom alten auf den neuen raspi?

    Von daher hast Du mit dem Themenspektrum und der Zielgruppe vielleicht mehr crowdfundingpotential als Du denkst.

    Beste Grüße,

    Phil

    Antworten
    • Jan Karres says:

      Betrachtet man die Tatsache, dass in der Sidebar die Bedanken Seite verlinkt ist und darüber nur alle paar Monate eine kleine Spende rein kommt wage ich das Potenzial für eine Leserfinanzierung momentan zu bezweifeln. Auch wenn es diverse, mir sogar teils namentlich aus den Kommentaren bekannte, Stammleser gibt.

      Antworten
  6. Huskynarr says:

    Erstmal Danke dafür das du die Nr. 1 Hilfe für die ersten Stunden mit meinem Pi warst. 🙂

    Leider kennst du dich wieviele in der Werbung nicht aus.
    Google zahlt nur CPC aus, leider kein TKP.
    Du hast zwar schöne unaufdringliche Werbung, aber wesentlich effektiver und mehr rausholbar wäre bei eTKP.
    Die meisten bieten nur diese penetranten und eben unbeliebten Layer an.

    Wenn du willst zeig ich dir mal ein paar Anbieter.

    Übrigens, damit du nicht googlen musst was CPC und TKP sind.
    http://huskynarr.de/werbearten/

    Ansonsten, ich habe keinen Adblock mittlerweile mehr und hab dich auch als RSS Feed abonniert. 🙂
    Freue mich weiterhin auf deine Artikel.

    Grüße Huskynarr

    Antworten
    • Jan Karres says:

      Mein Wissen über Vermarktung ist in der Tat beschränkt – deines scheint mir jedoch auch 😉 Google Adsense bietet sehr wohl über das Bidding TKP Kampagnen und hat, wie es sich für einen Adserver gehört, eine Priorisierung nach Effektivität. TKP Kampagnen, die ordentlich Erträge bringen, werden meines Wissens nach hauptsächlich auf „Premium Content“ gebucht, wofür mein Blog noch zu klein ist. Das war auch der Hintergrund warum ich vorerst bei Google Adsense bleibe.

      Antworten
      • Huskynarr says:

        Das mit dem TKP wusste ich bei Google auch noch nicht. Problem beim Realtime Bidding oder auch grundlegendem Bidding ist, das viele kleine User sich nicht mehr lohnen und hier CPC hingehauen wird, das dann effektiv dem Werbetreibenden weniger bringt. Jedoch dem Werber und der Vermarktungsplatform viel.

        Das Problem mit dem Premium Marketing kenne ich zu gut.
        Leider kann man hier auch rausfliegen was mir anfang des Jahres passiert ist.

        Antworten
  7. alxy says:

    Interessieren würde mich, wieviel da am Ende des Monats in absoluten Zahlen rauskommt – das fände ich mal spannend. Diese Zahlen veröffentlicht kaum jemand, aber da du hier ja relativ transparent bist, würde mich das wirklich auch mal sehr interessieren!

    Antworten
    • Jan Karres says:

      So gern ich dir diese Frage konkret beantworten wollen würde ist das leider nicht möglich, da eingesetzte Partnerprogramme es nicht erlauben Einnahmen eindeutig zu kommunizieren. Das wird auch der Grund sein wieso so wenig andere dies klar kommunizieren.

      Antworten
  8. Jürgen says:

    Werbung ist okay, solange sie nicht die Benutzung der Seite stört, wie z.B. Overlays oder automatisch abgespielter Sound. Es ist selbstverständlich, dass man für Leistung bezahlt. Das gilt natürlich auch für diesen Blog. Die Bezahlung erfolgt entweder direkt, z.B. via Paypal oder indirekt via Werbung. Wem seine Privatspähre so kostbar ist, wie Jake, der muss dann halt diesen Blog meiden. Bei Aussagen wie „Wer eine Webseite/Blog/Forum betreiben möchte der sollte auch in der Lage sein die Kosten dafür zu tragen.“ frage ich immer gerne, ob der der diese Aussage macht seine Arbeitsleistung kostenlos anbietet. Aber es wird ja gerne mit zweierlei Maß gemessen, gell?!
    So und jetzt klicke ich mal auf einen Werbelink (am liebsten ja auf Werbung der Finanzindustrie, weil die relativ teuer ist und ich dort gerne Schaden anrichte 😉 ).

    Antworten
  9. Gregtek says:

    Ich kann es kaum erwarten bis sich digitale Währungen (bitcoin und Co.) etablieren und man so durch Micropayments (Paywalls) oder Tipping das Bloggertum stützen kann.

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