Raspberry Pi Touchscreen Display offiziell vorgestellt

08 Sep
8. September 2015

Die Raspberry Pi Foundation veröffentlichte das lange erwartete und ursprünglich bereits für Ende 2014 geplante offizielle 7-Zoll-Touchscreen-Display. Die Besteller der ersten Version müssen Teile des Produktes noch selbst zusammenbauen. Angeschlossen wird der Monitor über ein Flachbandkabel am DSI-Port des Raspberry Pis, womit das erste offizielle Zubehör, das diese Schnittstelle nutzt, vorgestellt wurde.

Hardware

Das offizielle Touchscreen Display für den Raspberry Pi verfügt über ein 24-bit RGB Farbdisplay mit einer Auflösung von 800×480 Pixel auf einer Bilddiagonalen von 7 Zoll im etwa 16:9 Format und zeigt die Inhalte mit 60 FPS an. Die Touch Funktionalität wurde mit einem 10 Multi-Touch Punkte kapazitiven Touchscreen realisiert und setzt damit auf eine aktuelle Technologie. Auf der metallenen Rückseite des Displays sind Bohrlöcher zur Befestigung des Touchscreen Display Broads und des Raspberry Pis vorhanden.

Die sichtbare Bildschirmfläche beträgt 155 x 86 mm, wobei auf Grund des Bildschirmrands eine Gesamtgröße von 194 x 110 mm bei einer Tiefe von 20 mm erreicht wird. Falls der Raspberry Pi auf der Rückseite montiert wird, wächst die Tiefe der Konstruktion weiter an. Das Gewicht des offiziellen 7 Zoll Raspberry Pi Touchscreen Displays liegt bei 277 Gramm.

Das Touchscreen Display ist nicht nur mit dem neuen Raspberry Pi 2 Model B kompatibel, sondern lässt sich auch mit den älteren Modellen B+ und A+ verwenden. Wie bei neuer Hardware der Raspberry Pi Foundation üblich muss die Software des Raspberry Pis aktualisiert werden, damit das Display verwendet werden kann. Außerdem ist anzumerken, dass das Display den HDMI-Anschluss frei lässt, wodurch an diesen bei Bedarf zusätzlich ein zweiter Bildschirm angeschlossen werden kann.

Stromversorgung des Touchscreen Displays

Die Anbindung des Touch Displays an den Raspberry Pi über das Flachbandkabel am DSI-Port beinhaltet nicht die Stromspeisung des Gerätes. Diese muss separat erfolgen, wobei es hierfür drei Möglichkeiten gibt.

  • Separate Stromversorgung: Mit eigenem Netzteil (nicht im Lieferumfang enthalten) über das Board des Displays
  • USB link: Das Netzteil wird am Board des Displays angeschlossen und mittels eines USB-zu-microUSB Kabels die Stromversorgung an den microUSB-Port des Raspberry Pis weitergegeben
  • GPIO jumpers: Verbindung eines 5V und eines GND Ports des Raspberry Pis mit dem Board des Displays

Trotzdem das offizielle Raspberry Pi Touchscreen Display eine Stromversorgung über eine der drei Methoden benötigt, soll seine Leistungsaufnahme bei nur 2,25 Watt liegen, womit er sich für Projekte, die auf eine Stromversorgung über eine Batterie angewiesen sind, eignet.

Preis und Verfügbarkeit

Das Display ist ab sofort für 60 USD zzgl. Steuer und Versand bei dem Raspberry Pi Foundation eigenen Swag Store (nicht mehr erhältlich), bei RS Components und Farnell verfügbar. Andere Shops sollen bereits im Laufe der Woche beliefert werden. Bei pi3g, Versand aus Deutschland, ist der Touchscreen Display für 81,95€ (Stand 10. September 2015) inzwischen erhältlich, wobei der Aufpreis merklich ist.

Dabei wird das Display sowohl ohne Rahmen als auch mit einem schwarzen, grünen, türkisen, lilanen, roten und orangen Rahmen angeboten. Der Aufpreis für den Rahmen ist aktuell, da alle Varianten bereits ausverkauft sind, nicht ersichtlich.

Die erste Version des Raspberry Pi Touchscreen Displays muss außerdem in Teilen selbst montiert werden, was in späteren Versionen bereits ab Werk erledigt sein soll. RasPi.TV hat ein Video veröffentlicht, in dem er die Montage der Komponenten demonstriert.

Qualitätsmerkmale und Schwierigkeiten in der Entwicklung

Der Raspberry Pi Foundation war es laut eigener Aussage wichtig, dass die Farbdarstellung, die Qualität der einzelnen Bildpunkte, der Kontrast und die Blickwinkel des Touchscreen Displays gut seien. Zugleich sollte das Display jedoch auch preiswert und auf lange Zeit produziert werden. Letzteres war einer der größeren Herausforderungen, da viele Manufakturen keine Produktionslaufzeiten garantierten und die Foundation damit mittelfristig mit der Entwicklung eines neuen Touchscreen Displays konfrontiert gewesen wäre. Schlussendlich fand die Raspberry Pi Foundation mit Inelco Hunter, die in Großbritannien produzieren, einen geeigneten Partner.

Dieser Punkt und weitere technische Schwierigkeiten hatten zur Folge, dass das Display nicht wie geplant sechs Monate in der Entwicklung brauchte und somit Ende 2014 auf den Markt kam, sondern erst im frühen Herbst 2015.

Softwareunterstützung für Kivy cross-platform Applications

Softwareseitig wird mit dem Python GUI development system für cross-platform Applications Kivy eine Basis geliefert auf der in Python Anwendungen entwickelt werden können. Kivy ist eigentlich in Smartphones und Tablets im Einsatz, jedoch nun auch auf dem Raspberry Pi verwendbar.

Die Anwendung ist im Raspbian Image nicht vorinstalliert, sondern muss von dem Benutzer selbstständig nachinstalliert werden.

Quellen und Bildquellen: Raspberry Pi Foundation, Heise Online
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4 Antworten
  1. Jörg Neumann says:

    Wir wurden heute beliefert! Das heißt ab sofort auch für den Endverbraucher verfügbar: https://raspiprojekt.de/kaufen/shop/erweiterungsmodule-raspberry-pi/7-zoll-touchscreen-dsi.html

    Antworten

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  1. […] Display im September 2015 ein offizielles Display für den Raspberry Pi Einplatinencomputer vor, wie ich berichtete. Das Gerät sieht von den Spezifikationen erst einmal mäßig aus und stellt sich auch in der […]

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