Raspberry Pi 2 kommt nicht vor 2017

09 Aug
9. August 2014

Am 14 Juli. 2014 veröffentlichte die Raspberry Pi Foundation das neue Model Raspberry Pi B+. In der Ankündigung auf RaspberryPi.org betonte man dabei, dass es sich hierbei nicht um einen Raspberry Pi 2 handelt, sondern um eine finale Evolution des B-Modells. Jedoch wünschen sich viele Bastler einen Leistungsstärkeren Raspberry Pi, der einen stärkeren CPU und mehr RAM beinhaltet. Außerdem wird häufig ein Gigabit-LAN gewünscht.

In einem Podcast von RasPi.Today (nicht mehr online) sagte Eben Upton, Gründer der Raspberry Pi Foundation, dass es prinzipiell Pläne für eine leistungsstärkere Platine gäbe, ein Raspberry Pi 2 jedoch frühestens 2017 vorstellbar sei. Er sähe noch „genügend Leben“ in der ersten Raspberry Pi Generation und die Foundation wolle sich vorerst auf eine Weiterentwicklung der Software bemühen, da sie darin noch einiges Potenzial sehen würde.

Update: Der Raspberry Pi 2 wurde entgegen der Ankündigung im Februar 2015 angekündigt. Einen Artikel zum vorgestellten Modell findet ihr im Blog.

„Wir finden nach wie vor Komponenten auf System-Stufe, die sich optimieren lassen und die für einen wirklich sinnvollen Leistungsschub sorgen können“ – Upton

So kündigte Upton einen offeneren Software-Stack an, wodurch die Möglichkeiten im Bereich der 3D-Grafiken am Raspberry-Pi-Desktop wesentlich verbessert werden könnten. Außerdem arbeite man an einem eigenen Webbrowser, der eine vollständige HTML-Unterstützung biete und folglich auch in der Lage sein solle HD-Videos auf YouTube abzuspielen. Laut seiner Aussage sei das Ziel im Bereich der HTML5-Multimedia-Anwendungen eine Performance zu realisieren, die von einem normalen Desktop-PC kaum zu unterscheiden sei. Ob dies mit dem ARM1176JZF-S Prozessor wirklich möglich ist wird sich noch zeigen.

Nebenbei sei erwähnt, dass die Raspberry Pi Foundation an einem Raspberry Pi Touchscreen Display arbeitet, der noch dieses Jahr in Produktion gehen soll.

Raspberry Pi Fans, die auf eine leistungsstärkere Version gehofft haben, werden also vorerst vertröstet. Wenn einem die große Community nicht ganz so wichtig ist, weil man technisch versierter ist, sollte man sich andere Einplatinencomputer ansehen. So käme, wenn es primär um bessere Rechenperformance geht, der Banana Pi oder der Cubietruck in Betracht.

Wie sieht es bei dir aus: Reicht dir die Performance des aktuellen Raspberry Pis oder hast du bereits andere Einplatinencomputer ausprobiert um weitere Experimente zu realisieren?

Quellen: Raspi.Today (offline), Winfuture
Dir hat der Artikel gefallen?
Teile ihn mit deinen Freunden!
12 Antworten
  1. Oliver says:

    Ich überlege ja, meinen Raspi durch nen Intel NUC DN2820FYKH als Homeserver zu ersetzen… Gigabit-LAN, Sata und Platz im Gehäuse und ein etwas leistungsstärkerer Prozessor.

    Hast du dir das Teil schon mal angeguckt?

    Viele Grüße!

    Antworten
  2. phantomaniac says:

    Tja, die Überlegung für was anderes ist schon da.
    Hatte/habe zwei Raspis im Einsatz. Einen für XMBC. Da überlege ich tatsächlich, ob ich ihn gegen etwas anderes mit vernünftigen Netzwerkanschluss und Power für DTS Decodierung austausche (dauert noch bis ich meine Soundanlage ersetzen werde…)
    Der andere war früher als Datengrab und Bittorrent-Sync im Einsatz, um meine Bilder und Documente auf 3 Rechnern (Festplatten) zu sichern, egal wo ich eines hinzufüge. Das wird aber durch mein neues NAS überflüssig. Leider hat das keinen Bittorrent-Sync client…. (aber bald, hoffe ich mal). Für letzteren Raspi werd ich mir wohl bald mal ne Kamera bestellen und den vor die Haustür installieren. 🙂

    Antworten
  3. Paul says:

    Also ich wünsche mir schon seit langem ein leistungsstärkeres Pi.
    Aber 4 Jahre darauf warten lohnt nicht. Vor allem sind in 4 Jahre die neu hinzugewonnenen MHz nicht relevant.

    Antworten
  4. Alexander says:

    Ich finde dieses Verhalten der RPi Foundation absolut löblich! Anstatt wie wohl viele andere Hersteller jedes Jahr mehrere neue Geräte zu veröffentlichen, optimieren sie die alten Modelle weiter (sowohl hardwaretechnisch [z.B. 512MB RAM statt 256MB], als auch wie im Artikel erwähnt softwaretechnisch). Gerade von den softwaretechnischen Optimierungen haben dann auch Besitzer von allen erschienen RPi-Versionen etwas. Hier erkennt man wieder einmal, dass es den Entwicklern nicht nur darum geht, mit den Platinen möglichst schnell möglichst viel Geld zu scheffeln und die Käufer zu jährlichen Neukäufen anzuregen (wie z.B. viele Smartphone-Hersteller). Hier wird also genau das gemacht, was viele von Smartphone-Herstellern schon lange verlangen: Mehr Updates, weitere Unterstützung älterer Modelle und Pflege der bestehenden Software. Leider sind viele Konsumenten an die kurzen Lebenszyklen von Geräten gewöhnt worden, sodass dieses Vorgehen altmodisch erscheint. Warum einen Ein-Kern-Prozessor verwenden, wenn es doch schon 8-Kerner gibt? Warum nur 512MB RAM, wenn 2GB nicht mehr die Welt kosten? Warum 100MBit-LAN, wenn 1GBit verfügbar ist? Ganz einfach: Weil das für die meisten Dinge reicht. Vor allem, wenn die eigesetzte Software darauf optimiert ist. Sieht man z.B. bei den iPhones: Das aktuelle 5S hat eine Dual-Core-CPU und 1GB RAM. Bei Android-Geräten würden viele Besitzer eines aktuellen Smartphones über solche Daten lachen, das sei wirklich von gestern etc. Und trotzdem laufen die Dinger butterweich (ich will Apple hier allerdings nicht an sich loben, sondern nur veranschaulichen, dass Hardware nicht alles ist).
    Ich werde auch in Zukunft viel Freude an meinen Pis haben, auch wenn sie auf den Datenblättern mickrig aussehen. Das was aktuell darauf läuft, wird auch in 10 Jahren noch darauf laufen – und zwar genau so gut (oder besser) wie jetzt.

    Antworten
    • Jan Karres says:

      Sofern man nur wenig auf einem Pi laufen lassen möchte stimme ich dir zu, dass die Leistung völlig ausreichend ist. Möchte man etwas mehr Anwendungen parallel laufen lassen, dann ist wäre ein leistungsstärkeres Model meiner Meinung nach schon wünschenswert.

      Antworten
      • phantomaniac says:

        Kann hier nur zustimmen. Es ist zwar kein Problem und Kostet auch nicht die Welt, jeweils einen RPi für etwas eigenes laufen zu lassen (Raspbmc, Owncloud, SANE für Drucker und Scanner). Ist jeweils auch völlig ausreichend. Aber nicht so effektiv, als wenn man alles auf einem hätte. Naja. Der Wunschzettel wäre groß, aber ich würd eher auf den Grafikprozessor (und damit Raspbmc, dafür gibts wohl eh mal was spezielles) verzichten, und dafür nen Dualcore (reicht IMHO dann völlig), schnelleres Lan und nen SCSI Anschluss wünschen.

        Antworten
      • Alexander says:

        Klar – wenn etwas wirklich parallel laufen soll wird es wegen dem Single-Core eng. Allerdings kommt man bei geschätzten 90% aller Programme auch ohne Multi-Threading prima zurecht. Solange nicht mehrere Programme wirklich gleichzeitig die CPU auslasten, ist alles in Ordnung. Hab mir den 2ten Pi eigtl nur gekauft, da eine Echtzeitdecodierung von Funkthermometern mit rtl_fm + Python-Script den Pi dabei stark auslastet und mein erstes Model B noch 256MB RAM hatte. Ansonsten laufen auf dem anderen zig Programme parallel, die meiste Zeit sowieso im Idle.
        Die Kombination durch einen einzigen Dual-Core-PC ersetzen wäre zudem schwierig, da sie aufgrund der Einsatzzwecke eine andere räumliche Aufstellung benötigen.

        Antworten
  5. Andrej says:

    Eine sehr wichtiger Schritt! Das ist so unfassbar, dass das erst jetzt kommt. Die Benutzer wissen gar nicht, was man aus Optimierung oder anders geschrieben Code rausholen kann.
    Lieber alles größer und besser auslegen und weiterhin beschissen programmieren, damit lässt sich nämlich Geld verdienen. Anstatt neue Produkte zu entwickeln sollte das Geld viel öfter in die Optimierung gesteckt werden, die Updates dürfen dann auch gerne was kosten, die das Geld weiterhin fließt.

    In der Grafik engine Entwicklung bringt die Stelle, wo die codezeile steht manchmal Mikrosekunden. Macht man das mehrere male lässt sich sehr viel optimieren und vor allem lassen sich auch bugs beheben, mit denen der User heutzutage gezwungen wird zu leben wenn er Produkt A oder B kauft.

    Auf die Optimierung sag ich nur;)

    Antworten
  6. Jan | slmft.de says:

    Kann mich auch nur Alexander und Andrej anschliessen.

    Beispiel XBMC: Was da z.B. die Kollegen popcornmix und milhouse + die jungs von openelec an Performance rausholen an ist schon sehr geil.

    Sowas sehe ich z.B. bei den schnelleren Pi alternativen cubie etc. so gut wie gar.
    Da kann die Hardware noch so schnell sein, ohne Community und fähige Entwickler tut sich da nicht wirklich viel. Soweit ich weiss läuft zb. XBMC auf den Alternativen noch nicht wirklich rund.

    Ich kriege auch ein Hals wenn ich sehe was die Smartphone Hersteller an Geräte raushauen die dann dann mit Glück ein Update bekommen und dann nicht weiter gepflegt werden.
    Das erstreckt sich leider auch über die anderen Technikbereiche …

    Da lobe ich mir bis jetzt Apple. Übersichtliches Portfolio, Jedes Jahr 1 Produktupdate und trotzdem updates für die letzten 3? Produkte. Dafür finde ich den höheren Preis mehr als gerechtfertigt. Other story 😉

    Antworten
  7. Dennis says:

    Also ich freue mich schon den Raspi 2, auch wenn ich nicht zu der Fraktion gehöre, die ein leistungsstärkeres Modell verlangt. Für meine einfachen Anwendungen reicht mir der Raspi B völlig aus, aber wenn der Raspi 2 erscheint gibt es wohl trotzdem ein Upgrade. Den B+ habe ich allerdings bisher ausgelassen, da er für meine Anwendungen keinen entscheidenden Vorteil bietet durch mehr USB Ports, Micro SD etc.

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] letzten Jahres kündigte Eben Upton, Gründer der Raspberry Pi Foundation, noch an, dass es vor 2017 keinen Raspberry Pi 2 geben wird. Heute erschien eben dieses Gerät. Kurzum hat der Raspberry Pi 2 Model B (im Folgenden Raspberry […]

Antworten

Kommentar verfassen

JanKarres.de © 2007-2018