Raspberry Pi 2: Windows 10 IoT Preview veröffentlicht

30 Apr
30. April 2015

Der Raspberry Pi 2 Model B wurde überraschend im Februar dieses Jahres veröffentlicht und mit diesem angekündigt, dass es eine Microsoft Windows 10 Version für den Einplatinencomputer geben wird. Gestern Abend veröffentlichte Microsoft in einer Keynote auf seiner Entwicklerkonferenz die ersten Builds von Windows 10, darunter auch die für den Raspberry Pi 2 angekündigte Version. Was die Absicht der für den Raspberry Pi 2 veröffentlichten Version ist, was sie kann und den aktuellen Entwicklungsstand zeige ich in diesem Artikel auf.

Offizieller Name und Absicht von Windows 10 für den Raspberry Pi 2

Die für den Raspberry Pi 2 veröffentlichte, angepasste Version des Betriebssystems von Microsoft hört auf den Namen „Windows 10 IoT Core Insider Preview“. Daraus wird deutlich, was Microsoft mit der Raspberry-Pi-Unterstützung bezwecken möchte: Der Einplatinencomputer soll mit dem Betriebssystem als Entwicklungsplattform für „Internet of Things“-Appliances genutzt werden. Folgerichtig kündigte Microsoft außerdem an, dass sie eine Partnerschaft mit der Arduino-Plattform eingegangen seien.

Aktueller Entwicklungsstand

Microsoft betonte in dessen Ankündigung den unfertigen Zustand der neu veröffentlichten Windows-Variante. Daher ist noch mit Fehlern und Bugs wie auch teils fehlenden Treibern zu rechnen. So gibt es bereits einen GPIO-Support, wohingegen das offizielle Kamera Modul der Raspberry Pi Foundation wohl noch nicht ansprechbar ist. Durch die Veröffentlichung einer solchen Version möchte Microsoft frühestmöglich Feedback von Entwicklern sammeln und die Rückmeldung in kommenden Updates berücksichtigen, sodass die Plattform zum finalen Release auf dem Raspberry Pi aktiv zum Einsatz kommt.

Windows ohne grafische Oberfläche – und Shell

Wie bereits vorab erwartet hat die Windows 10 IoT Variante für den Raspberry Pi wenig mit der Windows-10-Oberfläche am Desktop zu tun, da es sich um eine sogenannte IoT-Core-Version handelt. Das bedeutet, dass es aus Ressourcengründen keinen klassischen Desktop gibt, sondern der Mini-Computer direkt in eine universale Windows-App bootet. Außerdem soll die aktuelle Version keine richtige Shell bieten. Technisch nutzt das Betriebsystem jedoch den gleichen Kern und die selben Treiber wie die anderen Windows-10-Versionen und kann plattformübergreifende Apps (vermutlich Windows RT Apps gemeint) ausführen.

„There’s no desktop and no real shell on Windows 10 for Raspberry Pi, so they made a really slick web backend and it seems trivial to use their UI libraries to draw elements on screen.“ – Steve Teixeira at Microsoft

Ausprobieren: Ab sofort zum Download verfügbar

Die Windows 10 Insider Preview Version ist ab sofort bei Microsoft zum Download erhältlich. Da es sich um eine frühe Entwickler Version handelt, ist diese, wie für das Unternehmen typisch, in dem Windows 10 Insider program, bei dem man sich anmelden muss, herunterzuladen. Die aktuell erhältliche Version ist, genau so wie voraussichtlich die finale Version, kostenlos. Die stabile Version soll später über das Windows Developer Program for IoT erhältlich sein.

Da der Prozess der Anmeldung und Installation des Betriebssystems, was nur von einem Windows Rechner aus funktioniert, nicht gerade intuitiv gelöst ist, hat Tony von Einplationencomputer das Vorgehen in seinem Blog ausführlich erklärt.

IMHO: Glück gehabt, dass es eine IoT Version ist

Meiner Meinung nach ist es gut, dass das für den Raspberry Pi veröffentlichte Windows eine IoT Version ohne Desktop-Oberfläche ist. Wäre dies der Fall gewesen hätten sich vermutlich ganz andere Zielgruppen für den Raspberry Pi angefangen zu interessieren und wären in kürzester Zeit von den Möglichkeiten enttäuscht worden, da der Einplatinencomputer am Ende des Tages eben ein Rechner zum Basteln und kein reines Gerät für alle Endverbraucher ist.

Der Raspberry Pi ist eine der in meinen Augen besten Plattformen um in die wunderbare Linux-Welt gefahrlos einzutauchen und bietet damit die Möglichkeit zu verstehen wie ein Computer grundlegend funktioniert, wie ich in dem Artikel 7 Gründe, warum du dir einen Raspberry Pi kaufen solltest erläuterte. Dadurch, dass weiterhin für die meisten Linux Raspbian das Betriebssystem der Wahl für den Raspberry Pi bleiben sollte, bleibt dieser Grundgedanke gewahrt.

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9 Antworten
  1. Flo says:

    Nun muss ich doch mal fragen: Du schreibst „eine der besten Plattformen“, welches sind die anderen besten Plattformen ? Und welche sind nicht die besten ?

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    • Jan Karres says:

      Das liegt natürlich im Auge des Betrachters. Es gibt andere Einplatinencomputer an denen sich viel über Linux lernen lässt, genau so jedoch auch VMs.

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  2. Stefan Natter says:

    Kurze Frage, meinst du das Apps wie Eventghost und VoxCommando auf einem Pi mit Windows 10 IoT laufen werden? lg

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  3. ludwigschoder says:

    Hast du den Pi2 schon getestet? Hab da arge Probleme die GPIOs zum laufen zu bekommen

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