Rückblick: Mein persönliches Jahr 2016

07 Jan
7. Januar 2017

Der Rückblick auf mein persönliches Jahr 2015 wurde unheimlich umfangreich. Es war vermutlich auch das Jahr in meinem bisherigen Leben, in dem ich am meisten erleben durfte. Und das hauptsächlich dank meines YouTube Kanals und den Menschen, die ich auf diesem Weg kennengelernt habe.

Bereits gegen Ende des Jahres, ich habe mich nicht nur mit SoBehindert aus dem YouTube Kosmos zurückgezogen, sondern auch mit Lucas, Kev, Mo, Nico und Raphi sollte es weg von klassischem YouTube Content gehen, war mir klar, dass das Jahr 2016 ein anderes werden wird. Ein Jahr, in dem ich vermutlich nicht mehr so viele Erlebnisse machen werde. Und die Erlebnisse, die ich machen sollte, sollten andere werden.

Eine eigene Wohnung

2015 lebte ich die vergangenen Jahre gemeinsam mit meiner Mutter in Olching, einer Vorstadt von München. Sie hatte ihre Arbeit in der Nähe und ich fuhr jeden Tag nach München in die Schule bzw. zuletzt in die Hochschule. Das Zusammenleben war vollkommen in Ordnung, und ich wäre vermutlich auch die kommenden Jahre während des Studiums nicht darauf gekommen etwas daran zu ändern. Meine Mutter hat jedoch seit mittlerweile mehreren Jahren einen neuen Partner, Helmut, der ebenso in Olching wohnt. Trotz der örtlichen Nähe, kam verständlicherweise der Wunsch auf zusammenzuziehen, was bedeutete, dass sie zu ihm ziehen würde, da er ein Haus besitzt. In der Folge kam die Frage auf: Wo, wie und mit wem werde ich in Zukunft wohnen? In Olching hat mich ehrlich gesagt nicht viel gehalten. Ich hatte da draußen kaum soziale Anbindung, die Bahnen nach München fielen viel zu häufig aus, als dass es Spaß gemacht hätte jeden Tag nach München zu fahren, und Abends musste ich von der Bahn nachhause laufen, da keine Busse mehr fuhren. Näher an München, das wäre schon eine Option. Doch alleine zu wohnen konnte ich mir weniger vorstellen. Ganz abgesehen davon, dass dies bei den Mietpreisen in München für mich in der aktuellen Situation utopisch wäre. Doch bereits vergangenen Sommer kam ich mehr zufällig mit Elias, dem jungen Mann, der mich seit vielen Jahren bei allerlei meiner Projekte unterstützt, und der mittlerweile Informatik an derselben Hochschule wie ich studiert, auf das Thema Auszug.

Nachdem wir uns beide vorstellen konnten zusammen zu wohnen, begab ich mich für uns auf die Suche nach Wohnungen, was in München eine echt zermürbende Angelegenheit ist. Letztlich bekamen wir dankenswerterweise über meine Stiefschwester und ihren Freund, deren Nachbarn wir mittlerweile sind, einen Tipp, dass in ihrem Haus eine Wohnung frei werden würde. Und diese bekamen wir auch zum März 2016. So leben wir seither am Stadtrand von München mit guter Anbindung Tags wie Nachts in die Innenstadt und einer trotzdem sehr ruhigen Lage.

Bevor der Umzug stattfinden sollte, zog meine Mutter bereits im Dezember 2015 zu ihrem Freund und mein Bruder, welcher zuvor einige Zeit in Singapur und nahe Paris wohnte, zog bei mir in Olching ein, bis er eine eigene Wohnung fand. Ich mag meinen Bruder wirklich und wir kommen allgemein auch gut miteinander klar, aber wir sind in einigen Belangen echt verschieden. So auch bei dem Thema wie eine Wohnung auszusehen hat. Ich muss zugeben, ich war froh, als er wieder ausgezogen war, denn diese Form von Chaos, welche sich in alle Räume, einschließlich Gemeinschaftsräume, ausbreitete, war für mich nur bedingt mit Freude am Zusammenleben verbunden. Elias und ich, in unserer jetzigen Wohnung, sind zwar auch in einigen Hinsichten bestimmt verschieden und haben einen deutlich anderen Lebensrhythmus, aber dennoch ist es ein sehr rücksichtsvolles Miteinander im Zusammenleben.

Im Februar und März war ich mit meiner Mutter und Elias größtenteils damit beschäftigt die alte Wohnung aufzulösen, auszusortieren was ich aus dem Hausstand meiner Mutter, wovon sie nicht viel mitzunehmen brauchte, da Helmut ein voll eingerichtetes Haus hat, übernehmen sollte und für was wir anderweitig Verwendung finden mussten. Und dann war es soweit: Ich zog Ende März in meine erste eigene Wohnung. Es war ein eigenes Gefühl, doch von Anfang an ein gutes. Und das ist es bis heute.

Studium und Semester Prüfungen

Das Thema Prüfungen sollte 2016 in meinem Leben auch ein Thema werden. Das erste Semester endete im Januar. Aus unglücklichen, gesundheitlichen, familiären Umständen heraus war ich im November und Dezember 2015 hinsichtlich der Hochschule nicht ganz bei der Sache, sondern hatte mich um anderes zu kümmern. Und zum Ende des Jahres hat es mich auch einige Tage erwischt, sodass ich die erste Woche des neuen Jahres im Bett verbrachte. Das bedeutete für die Prüfungen, dass ich nur wenige Tage Zeit hatte, um mich auf diese vorzubereiten. Und trotzdem ich die Anforderung im ersten Semester nicht einschätzen konnte, kam im Durchschnitt letztlich eine eins vor dem Komma heraus. Denselben Spaß durfte ich, mit weniger Stress im Juli für das zweite Semester absolvieren. Eine Pflicht Fachbegriffe auswendig zu lernen, um einen Großteil nach der Prüfung wieder zu vergessen. Ich kann an dieser Stelle nur einmal mehr betonen, dass ich der Meinung bin, dies sei der richtige Studiengang für mich. Und trotzdem fragte ich mich das ganze Jahr über immer wieder, mit meiner praktischen Erfahrung durch Projekte und meiner Selbständigkeit, warum ich mir das antue. Praktische Vorteile für die Arbeit, welche ich anstrebe, sehe ich im Studieren ehrlich gesagt nur sehr bedingt.

Projekt lab1.media

Ein Projekt, welches weder fertiggestellt wurde, noch bislang Erwähnung in diesem Blog fand, ist das Projekt lab1.media. David Haase, für Grafikdesign und Fotografie, und ich, für Webentwicklung und Serveradministration, stellten die Überlegung an, wie wir den Verkauf unserer Fähigkeiten bestmöglich skalieren könnten. Dabei kamen wir bei einem Modell heraus, das wir uns auf bestimmte Branchen spezialisieren sollten. Konkret strebten wir Restaurants, Caterer und Hotels an. Für diese Zielgruppe war der Plan einen optimierten und weitestgehend automatisierten Prozess aufzusetzen mit dem wir, basierend auf einmal ausgearbeiteten Templates, Websites in hochwertiger Form und zu trotzdem erschwinglichem Preis vertreiben könnten. Ergänzt werden sollte das Angebot durch professionelle Fotos der jeweiligen Betriebe vor Ort, welche an den Prozess optimiert abgestimmt sein sollten. Die Idee ist keineswegs innovativ oder spannend, doch rational betrachtet wahrscheinlich nicht verkehrt, um Umsatz im Agenturgeschäft zu erzeugen. Jedoch lagen unsere Prioritäten zu dieser Zeit, von Januar bis April 2016, eher auf anderen Dingen. Ich war mit meinem Umzug beschäftigt und David mit mehr anderen Aufträgen als er Zeit hatte, weshalb das Projekt nach wie vor im halbfertigen Zustand in meinem Projekte Ordner verweilt.

Reisen dank YouTube

Eine kleine Welle aus meiner YouTube Zeit sollte auch noch in das Jahr 2016 schwappen. So besuchte ich im Februar Verena in Graz, eine junge Dame, welche ich über den SoBehindert Kanal Ende 2015 kennenlernte und einige Monate sehr viel schrieb. Außerdem besuchte ich Anna aka missIMPULSIV und Manuli aka LittleManuli, zwei Schweizerinnen, die bei vielen unserer YouTube Aktionen 2015 dabei waren, in Zürich. Dies waren wirklich schöne Ausflüge und schön diese Menschen wieder gesehen zu haben. Jedoch hat sich im Laufe des Jahres der Weg von uns immer mehr getrennt, da der verknüpfende Punkt, YouTube, für viele derer, mit denen wir 2015 viele tolle Tage erleben haben dürfen, zunehmend unwichtiger wurde. Einige wenige blieben jedoch, wie ihr später lesen könnt.

Broadmark

Ein weiterer Anknüpfungspunkt zu YouTube und Webvideo sollte im vergangenen Jahr weiterhin Broadmark, das Webvideo Magazin für DACH, sein. Im Februar gab es ein Redaktionstreffen in Berlin, auf dem es unter anderem um inhaltliche Weiterbildung gehen sollte. Aus meiner technischen Perspektive habe ich hierbei einen Workshop zum Thema Suchmaschinenoptimierung beigetragen. Oder versucht beizutragen. Einige der Leute lernte ich auf diesem Treffen zum ersten mal kennen, da ich mich zwar um die technischen Belange des Magazins kümmerte, jedoch mit der Redaktion nur selten etwas zu tun hatte. Das Treffen war unter einer heiteren und lockeren Stimmung, jedoch so locker, dass inhaltlich meinem Gefühl nach wenig ankam, was ich schade fand. Ebenso im März gestaltete ich für das Magazin einen Software Stack für einen eigenen Server, auf dem künftig nur noch das Magazin laufen sollte. Dies klappte so gut, dass wir seither auch bei Shares von großen YouTuber Gruppen nur noch seltenst – ich kann mich an nur einen Fall nach der Umstellung erinnern – serverseitig in Probleme liefen. Problematisch sollte jedoch das geschäftliche Verhältnis zwischen den Betreibern des Magazins und mir im Laufe des Jahres werden. Ohne an dieser Stelle auf Details einzugehen, entstanden einige Differenzen, weshalb ich im Oktober 2015 aus dem Projekt und damit dem letzten Teil dessen, wo ich mich aktiv am YouTube Community Kosmos beteiligte, ausschied.

yoin TV-Dreh

Im vergangenen Jahresrückblick 2015 erzählte ich euch, dass ich mit Lucas in Griechenland war, um dort ein Crowdfunding Video für ein veganes Restaurant in Athen zu produzieren. Auf diesem 72 Stunden Trip durch das Land entstand nicht nur das eigentlich zu produzierende Video, sondern auch drei weitere Vlogs, in denen Lucas und ich unsere Erfahrungen bildlich festhielten. Über das SoBehindert Projekt und diese Vlogs wurde Thomas, der Produzent von yoin (#younginclusion), einem Jugendmagazin über Inklusion der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien, welches auf Sport1 ausgestrahlt wird, auf uns aufmerksam. Wir trafen uns mit ihm und kamen auf die Idee die Rubrik yoin work, in dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, in den letzten beiden Folgen des vergangenen Jahres zu befüllen. In dieser „probierten wir Berufe aus“. Gedreht wurde je Folge für die Rubrik ein halber Tag. Der erste Dreh fand in einem Tanzstudio in München statt, in dem wir den Beruf des Tanzlehrers ausprobierten. Ich muss zugeben, vor dem Dreh habe ich noch nie wirklich getanzt, weshalb das allein schon aus diesem Gesichtspunkt eine unterhaltsame Erfahrung werden sollte. Und es macht, nicht nur das Tanzen, sondern der gesamte Dreh, wirklich Freude. Für die zweite Folge suchten wir uns aus bei der Müllabfuhr zu sein. Warum gerade die Müllabfuhr? Nun ja: Wer wollte denn nicht schon immer mal hinten auf so einem Fahrzeug mitfahren dürfen? Und das durften wir. Dieser Dreh machte unheimlich viel Spaß, auch, da die eigentlichen Arbeiter eine echt nette Truppe waren. Alles in allem war diese Erfahrung mit dem TV-Dreh eine spannende Aktion aus dem vergangenen Jahr, denn bei unseren anderen Produktionen müssen wir vor wie hinter der Kamera, davor in der Organisation und danach im Schnitt wie auch in der Distribution, präsent sein. Bei dem TV-Dreh mussten wir jedoch lediglich vor der Kamera etwas herumalbern, und das machte es zu einem echt entspannten und unterhaltsamen Erlebnis.

Drohne

2015 war wohl das Jahr in dem dank dem Hersteller DJI Drohnen in Low-Budget Produktionen Mainstream wurden. Einen Teil dazu beigetragen hat sicherlich auch Casey Neistat, ein YouTuber aus New York, welcher über eineinhalb Jahre täglich einen neuen Vlog hochlud und über Monate regelmäßig verfolgte. Im März habe ich mir mit der DJI Phantom 3 Professional meine eigene Drohne besorgt. Nachdem ich alle rechtlich relevanten Themen rund um Drohnen bereits vorab recherchiert hatte, wollte ich die Drohne – wie eigentlich jedes andere technische Spielzeug, welches ich mir erlaube – einfach ausprobieren ohne mich mit der Bedienungsanleitung vertraut zu machen. Der erste Flug endete somit in einer Hecke mit zerschellten Propellern. Glücklicherweise ist der Drohne bei diesem ersten Absturz ansonsten nichts passiert. Es sollte jedoch nicht der letzte Absturz gewesen sein. Eine Fehllandung bzw. einen Absturz in einem Weizenfeld gehörte genauso wie eine halbe Bruchlandung vor meinen Füßen zu den Erfahrungen mit der Drohne. Das größte Missgeschick passierte mir in der Münchner Innenstadt. Im Juli wollten wir ein Drohenvideo von Münchner Sehenswürdigkeiten aufnehmen. In weiser Voraussicht, und auf Grund der rechtlichen Bestimmungen sinnvollerweise nicht über Menschenmengen fliegen zu dürfen, startete der Tag um 05:20 Uhr am vollkommen leeren Münchner Rathaus. Dort sollte ich wegen eines Flugfehlers meine Drohne im Rathausturm versenken. Dank eines netten Hausmeisters konnten wir die Drohne wieder bergen und ich reparierte dieses doch deutlich ramponierte Gerät. Auf einem Dreh in Frankreich kam sie jedoch aus heiterem Himmel auf Grund eines wohl internen technischen Defektes, vermutlich durch den Crash am Rathaus, vor unsere Füße herab und zerschellte auf einem Stein. Sechs Monate hatte ich jedoch immerhin viele Höhen und Tiefen mit diesem Spielzeug erleben dürfen. Ob ich mir noch einmal eine Drohne besorge, in der Hoffnung, dass ich weniger Flugfehler begehe? Ich weiß es nicht so genau.

DieSmags und das webvideo.media Team

Ende des Jahres 2015 brachte ich Lucas, Kev und mich (DieSmags) mit Mo, Nico und Raphi (Niramo Productions) zusammen. Mit gebündelter Energie wollten wir 2016 gemeinsam Videoprojekte umsetzen. Ein Großteil der Jungs machte 2016 jedoch ihr Fachabitur bzw. Abitur, weshalb sich dieses Bestreben als schwierig erwies.

Letztendlich wurden es abseits von kleinen Facebook Videos zum Spaß, nur wenige Videos, welche wir im vergangenen Jahr produzierten. Im Februar produzierten wir Prioritäten, ein Kurzfilm zum #99FFA 2016 Wettbewerb. Im März produzierten Nico und Mo mit unserer materiellen Unterstützung vor Release ein inoffizielles Musikvideo zu Falls Like Rain von dem Musiker Fytch. Zu dem Pokémon Go Trend produzierten wir relativ spontan unsere Geschichte über das Spiel als Pokémon Go Connects People und verpassten damit zeitlich wohl nur knapp den Hype. Im Juli produzierten wir A day in Munich, welches eigentlich das Drohnenvideo werden sollte, und letztlich nach dem Crash ein 16 Stunden Trip mit anderen Kameras durch München wurde. Im August fuhren Lucas, Kev, Mo und ich in ein Ferienhaus in Frankreich, wo wir weitere unserer YouTube Freunde Julia aka MaainstreamTV, Manu aka Einfach Manuel und Hannes aka Hilgu in Empfang nahmen, um dort an unserem gemeinsamen Videoprojekt #AlphaKevin2 zu drehen. Drei chaotische Wochen in einer Bude voller kreativer Menschen, was viel Energie kostete. Wie das Ergebnis aussieht werden wir vermutlich im Laufe des Januars 2017 sehen, wenn Lucas mit dem Schnitt fertig ist.

Zum Abschluss des Jahres, getreu dem Motto weg von YouTube wollten wir von dem Namen DieSmags weg, hin zu etwas professionellerem. Dieses Anliegen hatte auch den Hintergrund, dass sich die Jungs langsam aber sicher für Ausbildungen oder Studiengänge im Kreativbereich bewerben werden und dort praktische Arbeiten sehr wichtig sind. Das bewegte mich dazu unter webvideo.media eine Referenzseite für alle unserer Videoprojekte aufzusetzen – unter einem ordentlicheren Namen mit einem richtigen Corporate Design. Und wie es sich in diesem Umfeld gehört, schnitten wir einen Showreel, in dem wir die besten Szenen unserer gesammelten bisherigen Werke in einem Video vereinten.

Alles in Allem haben wir 2016 nicht gerade viel produziert. Insbesondere, wenn man dies mit dem Output im Jahr 2015 vergleicht. Dennoch haben uns die Projekte, die wir umgesetzt haben, verbunden, und so sind wirklich wertvolle Freundschaften mit den Jungs im vergangenen Jahr entstanden. Jedoch hat sich der Weg Ende des Jahres auch etwas aufgesplittet. Lucas zog nach Köln, Kev ist ein Jahr in Australien und Nico reist ein halbes Jahr in Amerika herum. Doch für Projekte oder zu Silvester vergangenen Jahres kommen einige von uns doch immer wieder zusammen.

re:publica ’16

Im Jahr 2016 war ich auch erstmalig auf der re:publica. Eine Veranstaltung in Berlin, wie sie bei der Eröffnung betitelt wurde, über die man nicht so genau wisse, was sie sei, aber man wisse, dass sie irgendwie wichtig sei. Oder grob umrissen irgendetwas mit Medien, Technologie, Politik, Gesellschaft und ein Querschnitt dessen. Für mich war dies eine Veranstaltung auf der ich viele Gesichter aus der YouTube Szene wieder gesehen habe, interessante Vorträge über ein buntes Potpourri an Themen gehört habe, und einige neue Kontakte knüpfen konnte. Auch in geschäftlicher Hinsicht, welche mich den Rest des Jahres über begleiten sollten. Die re:publica ’16 war außerdem eines der wenigen Themen, über die ich dieses Jahr im Blog einen eigenen Artikel verfasst habe.

solutions.hamburg

Im September ging es für mich zudem auf die solutions.hamburg in – wer hätte es gedacht – Hamburg. Timo, ein Entwickler, den ich dieses Jahr bei einem Projekt eines Kunden kennenlernte, lud mich zu sich und der Veranstaltung ein. In einem kleinen Ambiente fand die Veranstaltung statt, auf der es, trotz teils nicht ganz so funktionierender Organisation, spannende Vorträge gab. Verbunden damit habe ich mir die Stadt Hamburg auch noch ein wenig angesehen und musste wieder feststellen, dass ich diese, genauso wie München, ein wenig glatt gebügelt und gen­t­ri­fi­zie­rt finde (mal abgesehen von der Reeperbahn, was aber eine eigene Ecke ist). Städte wie Köln oder Teile von Berlin gefallen mir da doch immer wieder besser.

Spontane Treffen

Was dieses Jahr weiter ging und auch einen kleinen Platz in diesem Jahresrückblick finden sollte sind die Treffen mit einem Menschen, den ich über diesen Blog kennenlernen durfte. Alex lernte ich kennen als er sein Master in München fertig studierte. Mittlerweile promoviert er in Dresden, was seine Reiselust kaum mindert und was vergangenes Jahr dazu führte, dass wir uns mehrmals sehr spontan getroffen haben um einmal mehr spannende Ansichten auszutauschen. Teils in München, teils aber auch in Städten oder in deren Nähe er oder ich jeweils zufällig zur gleichen Zeit waren.

Arbeit & Jobs

Somit kommen wir zu dem Thema, das mein Jahr 2016 eigentlich am meisten ausmachte und wozu ich vermutlich mit am wenigsten erzählen kann. Das vergangene Jahr war für mich ein Jahr, in dem ich unheimlich viel arbeitete. Reisen, technisches Spielzeug und auch ein Umzug in die erste eigene Wohnung kosten eine Menge Geld. Ich kann von mir behaupten, dass ich mir dies und noch so einiges anderes vergangenes Jahr neben der Hochschule alles komplett selbst refinanzieren konnte. Der Grund dafür lag darin, dass ich 2016 von einem ins nächste Projekt geworfen wurde. Die Semesterferien im Februar und März verbrachte ich neben dem Umzug größtenteils mit Arbeiten. Und ab Juni bis einschließlich November war ich die größeren Teile meiner „freien Zeit“ damit beschäftigt zu arbeiten. Der Umzug und der damit verbundene Aufwand bis alle Kleinigkeiten im April und Mai erledigt waren, war neben der Hochschule für mich sich sogar ein nicht ganz kleines Problem, denn es war nicht immer einfach alles unter einen Hut zu bringt. Zugegebenermaßen habe ich vermutlich auch nicht alles unter einen Hut gebracht. Das vergangene Jahr habe ich bedeutend weniger Zeit als 2015 mit meinen Freunden verbracht, was teils wirklich schade war. Es war jedoch immer so viel gute Arbeit zu erledigen, dass es schade gewesen wäre nein zu sagen. Zwischenzeitlich habe ich mir ernsthaft überlegt, ob ich mir einen Mitarbeiter ins Boot holen sollte und im Oktober, durch einen sehr ungünstigen Verzug eines Kollegen, so viel gearbeitet, dass ich parallel mit der Hochschule in der Summe eine bis zu siebzig Stunden Woche hatte, was ich körperlich zu spüren bekommen sollte. Letztlich habe ich aus all dem jedoch auch etwas für mich gelernt: In der Agentur Branche kann ich gutes Geld verdienen. So viel und so einfach, dass ich mir mittlerweile sicher bin, dass ich von heute auf morgen nur noch das machen könnte, meine Lebenshaltungskosten innerhalb von zwei Monaten voll refinanziert hätte und mich in einer richtig guten Lage sehen würde. Ich habe jedoch auch gelernt, dass dies ein Umfeld ist, von dem ich mittelfristig weg möchte. Ich glaube mich persönlich erfüllt es mehr, wenn ich an einem Produkt, einem kleinen eigenen Baby, sukzessive weiter arbeiten kann, anstatt dass ich alle paar Wochen etwas Neues anfange, das ich auf Wunsch des Kunden im Gegenzug für eine einmalige Bezahlung umsetze. Das kann ich und werde ich wohl nebenher weiterhin machen; langfristig sollte ich jedoch nach einer Alternative Ausschau halten.

Türkei Badeurlaub

Dadurch, dass die Arbeit anstrengend war und auch das #AlphaKevin2 Projekt deutlich mehr Energie gekostet hat als erwartet, habe ich im September die einzig noch unverplante Woche bis zum Semesterbeginn geschnappt, hab Sebastian, einen ehemaligen Klassenkameraden, Freund und bekennender Badeurlauber, angeschrieben und wir sind spontan eine Woche in die Türkei in die Nähe von Antalya gefahren. Mann, das tat gut einfach mal eine Woche nichts Produktives zu tun und einfach zu entspannen, nachdem ich über ein Jahr ohne freie Zeit, die zur Entspannung ganz bewusst reserviert ist, hatte.

Privater #wassereis Hackathon

Ebenfalls im September war ich in Bad Kreuznach in der Nähe von Mainz wie auch in Frankfurt am Main, um mit David Haase einen weiteren Versuch zu starten eine unserer Startup Ideen zu validieren. Ohne an dieser Stelle auf Details eingehen zu wollen hatte er schon mehrere Jahre die Idee für eine spezielle Wassereis Marke, die gezielt Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen sollte. Wir haben versucht ansätzlich nach Lean Startup zu arbeiten, um diese Idee zu validieren. So bauten wir unter anderem in nur einem Tag ein einfaches Corporate Design und eine Website, um die Idee zu testen. Das Ergebnis dieses privaten Hackathons, wie ich es nennen würde, war, dass die Geschäftsidee vermutlich funktionieren würde, jedoch der Kapitalbedarf so hoch wäre, dass wir diese Idee alleine nicht umsetzen können. Und ich für meinen Teil habe nicht so für diese Idee gebrannt, dass ich einen Investor von Anfang an ins Boot holen hätte wollte. Außerdem hat mir diese Erfahrung mit einem nicht digitalen Produkt gezeigt, dass ich mit meinen Fähigkeiten in der digitalen Welt viel einfacher und risikoloser ein Produkt umsetzen kann, als im materiellen Umfeld. Dies war mir davor bekannt, jedoch wurde es mir durch diese Erfahrung noch einmal deutlich bewusster.

YouTube Workshop

Was mir viel mehr Freude bereitet als irgendwelche Aufträge für Kunden abzuarbeiten sind Workshops zu geben. In diesen hat man Interaktion mit Menschen und direktes Feedback, während man auch sieht, dass man bei dem einen oder anderen wirklich etwas bewegen kann. Im Oktober hatte ich noch einmal die Möglichkeit in Berlin einen Workshop zum Thema YouTube zu geben. Dieser Workshop war für jugendliche und junge Erwachsene, die bei einem interkulturellen Austausch Projekt im Umfeld der Medienpädagogik teilgenommen haben und folglich größtenteils auch wirklich Interesse an der Thematik hatten. Trotzdem der Workshop eine menge Energie gekostet hat, unter anderem, da ich am selben Tag als praktisches Beispiel einen Vlog zu dem Workshop produziert habe, hat mir dieser unheimlich viel Freude bereitet.

Ein neues Projekt

Zum Ende des Jahres habe ich im November und Dezember noch einmal, diesmal mit der Unterstützung meines Bruders David, an einer neuen Startup Idee gearbeitet. Mein Bruder, momentan nach wie vor Unternehmensberater und folglich was BWL anbelangt gut bewandert, sagte bei bisherigen Projekten immer wieder, ich solle es versuchen. Begeistert war er von den Ideen bislang noch nie. Anders bei meiner neuen Idee. Die Idee weist zudem diverse Faktoren auf, die ich bei einer Startup optimalerweise gerne drin hätte. Aktuell ist es noch zu früh darüber zu erzählen was genau mir im Kopf umhergeht, da ich diese Idee bislang nur validieren könnte, doch das konkrete Konzept und die Umsetzung eines Prototypen noch aussteht. Falls es jedoch so positiv weiter gehen sollte wie in den letzten Wochen, so werde ich mit Unterstützung von meinem Mitbewohner Elias und meinem Bruder versuchen die Ideen umzusetzen. Die Idee hätte damit potenzial einen guten Teil meines Jahres 2017 einzunehmen.

#33c3

Direkt nach dem ersten Weihnachtsfeiertag war ich in Hamburg, um dort vier Tage auf den #33c3, den 33. Chaos Communication Congress, zu gehen. Eine Veranstaltung auf der es um Informatik, Medien, Gesellschaft, Politik, Recht und diverse weitere Themen geht. Eine solche Atmosphäre wie sie dort herrschte, habe ich zuvor noch selten erlebt. Das war so ein respektvoller Umgang auf diesem Kongress, wie man ihn im Alltag manchmal vermisst. Bei 12.000 Besuchern im CCH in Hamburg hatte man nach wie vor das Gefühl jeder darf so ein, wie er ist. Es hat bei den Toiletten angefangen, welche alle Unisex waren und das für alle vollkommen normal zu sein schien, ging über Gebiete im Haus wo sich verschiedenste Gruppen getroffen haben und ihren Stil in das Gebäude brachten: eine Ecke war sehr relaxt, während man in der anderen Ecke das Gefühl hatte, es sei der düstere Keller mit Nerds, und keine Minute weiter fand man das Kinderparadies mit ganz viel Technik zwischen drinnen. Man fand Menschen, die mitten im Gang saßen und das war in Ordnung und eine Menge Kinder, die überall auf dem Kongress dabei sein durften. Insbesondere diese Offenheit für Familien und Kinder, dass diese wirklich überall herumspringen durften, fand ich etwas sehr Schönes, was man nicht gerade häufig erlebt. Und dazu spannende Vorträge zu Themen aus einer Welt, in der ich mich wohlfühle, gab es natürlich auch. Alles in allem eine kleine utopische Blase, die sich kaum in Worte fassen lässt, welche so schön war, dass es wirklich schade war, als am vierten Tag der Kongress zu Ende ging.

Silvester in Köln

Aufgefangen aus dieser Blase wurde ich jedoch von Menschen, mit denen ich sehr gerne Zeit verbringe. Zum Abschluss des Jahres war ich in Köln bei Lucas, wo ebenso Mo und Hannes waren. Mit den Jungs ließ ich auf eine für uns übliche verrückte Art und Weise das Jahr ausklingen, wir haben Silvester bis in die frühen Morgenstunden Raketen abgeschossen und das getan, was uns verbindet: ein kleines Video dazu geschnitten.

Beziehung & Sexualität

Abseits der zeitlich geordneten Ereignisse hat mich dieses Jahr das Thema Beziehung und Sexualität durchaus immer wieder beschäftigt. Nach wie vor bin ich in diesem Bezug alleine, doch ich habe mich dieses Jahr vielfach gefragt, was ich eigentlich möchte, warum eine partnerschaftliche Beziehung mich eigentlich erfüllen würde, aber auch was Wünsche und Ängste sind, die ich so habe, aber auch andere Menschen haben. Dreimal habe ich meine Ansichten dazu in diesem Blog kundgetan: Ich will sie ficken!, Lieben dürfen wie man liebt. Nicht selbstverständlich. und Was in einer Beziehung wirklich zählt. Schlussendlich bin ich auf mehrere Punkte gekommen, die ich glaube verstanden zu haben. Ich glaube damit eine Beziehung wirklich erfüllend ist, muss es für mich in erster Line auf der Ebene Persönlichkeit stimmen. Zum anderen ist mir offene Kommunikation wichtig. Und zuletzt muss man sich auch auf sexueller Ebene mögen. Erst wenn sich all das auf beiden Seiten richtig anfühlt, und es in der Folge nicht nur ein Gefühl der Verliebtheit ist, sondern eine ehrliche Leichtigkeit im Umgang mit der anderen Person ist, dann kann es erfüllend sein, eine Beziehung zu führen. Und zum anderen habe ich dieses Jahr für mich auch akzeptiert, dass bestimmte Richtungen von BDSM, für die ich mich bereits seit Jahren interessiere, nicht falsch oder absonderlich sind, sondern das ist, was mich interessiert. Und, dass das so richtig ist. Ich habe in diesem Zuge nicht nur im Netz viel gelesen, sondern auch Menschen mit ähnlichen Neigungen face-to-face kennengelernt und mich auf einem Stammtisch mit ähnlich gesinnten ausgetauscht. Dabei habe ich aber zugleich gemerkt, dass Persönlichkeit und Kommunikation für mich ganz persönlich von der Relevanz weit über dem sexuellen Interesse stehen.

Blog

Abschließend war dieser Blog auch ein Projekt, das mich dieses Jahr mehr oder minder begleitet hat. Nachdem ich im August 2015 aufgehört habe regelmäßig über den Raspberry Pi zu schreiben, hat es mich Anfang des Jahres mit dem Release des Raspberry Pi 3 noch einmal kurz gepackt über dieses wundervolle Spielzeug zu schreiben, bevor in diesem Blog nur noch Artikel erscheinen sollten, wenn ich Lust darauf hatte. Ich versuchte mindestens einmal im Monat einen Artikel zu schreiben, was mir aber teils nicht mehr gelang. Aber das ist okay so. Es geht mir bei dem Blog mittlerweile nur noch darum Spaß am Schreiben zu haben. Und folglich schreibe ich dann, wenn mir etwas auf dem Herzen liegt, das ich in das Netz hinaustragen möchte.

That’s it!

Und das war mein persönliches Jahr 2016. Letztlich ist doch so einiges passiert, selbst wenn es weniger als im vergangenen Jahr war und deutlich anders, als das Jahr 2015. Wie das kommende Jahr 2017 wird, vermag ich nicht einzuschätzen. Was ich jedoch wie jedes Jahr hoffe ist, dass es noch einmal anders wird, denn neue Türen aufzustoßen war bislang noch nie wirklich verkehrt.

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